Comic-Zähne, Interdentalbürsten, Parodontitis vorbeugen

Parodontosebehandlung

Parodontose, auch Parodontitis genannt, wird leider zu selten behandelt, und wenn, ist die Behandlung oft nicht ausreichend. Das sagt die Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Parodontologie und es ist leider wahr. Das ist fatal, denn die Parodontose ist eine ernste Erkrankung, eine Kieferknochenentzündung. Diese Krankheit ist heilbar, und dennoch ist jeder zweite Erwachsene erkrankt, bei den Senioren sogar drei Viertel. Keine andere Krankheit ist so weit verbreitet. Deutschland hat einen “entzündeten Kieferknochen“. Wie kann das sein? Zum einen finden viel zu wenig Parodontosebehandlungen statt, zum anderen ist diese Behandlung allein nicht ausreichend zur Heilung. Sie selbst haben es in der Hand.

Die Parodontosebehandlung beim Zahnarzt schafft die Voraussetzung zur Heilung. Daher ist sie sehr wichtig, und auch eine Professionelle Zahnreinigung kann hilfreich sein. Damit allein bekommen Sie die Parodontose aber nicht weg. Auch wenn Sie regelmäßig zur Zahnreinigung gehen, werden Sie die Krankheit nicht los. Sie bremsen den Verlauf ab, das ist alles.

Es gibt nur einen Weg die Parodontose loszuwerden:
Sie selbst müssen täglich etwas tun, nicht viel, dafür aber richtig. Sie selbst sind der wichtigste Teil der Parodontosebehandlung.„Es ist wie bei einem englischen Rasen, wenn Sie den täglich mähen, wächst auch kein Unkraut mehr“ – Prof. Dr. Christof Dörfer.

Nur die tägliche und wirksame Mundhygiene heilt die Parodontitis (Parodontose).
Wie das geht? Dazu brauchen Sie Unterstützung. Hilfe zur Selbsthilfe. Sie brauchen die richtige Zahnarztpraxis. „Die relative Wahrscheinlichkeit, die eigenen Zähne zu behalten, ist für Patienten 2,8-mal höher, wenn Sie eine Zahnarztpraxis aufsuchen, die konsequent zahnerhaltend orientiert ist“ – Prof. Dr. Andrea Mombelli.

Die Zahnarztpraxis ist entscheidend bei der Parodontosebehandlung

Genauer gesagt: Sie brauchen eine Prophylaxe-Fachkraft oder Dentalhygienikerin, die Ihnen beibringt, wie Sie Ihre Zähne täglich pflegen. Das klingt zunächst komisch, denn Zähneputzen lernen wir ja bereits im Kindergarten. Hier geht es aber weniger um das übliche Zähneputzen, sondern vor allem um die Zahnzwischenräume. Auch wenn Sie morgens und abends vorbildlich 3 Minuten mit der neuesten Schallzahnbürste putzen, und noch eine Mundspüllösung verwenden: Sie bekommen maximal zwei Drittel des Gebisses sauber.

Der Zahnzwischenraum – Das dreckige Drittel

Vor allem die Backenzähne bieten den Bakterien ein gut geschütztes Biotop. Ein Paradies für Zahnbelag, auch Plaque genannt, was nichts anderes ist als ein Biofilm (Bakterienkolonie). Diese Biofilm verursacht zunächst eine Zahnfleischentzündung, und später dann eine Parodontose.
Vom gut geschützten Zahnzwischenraum aus startet die Parodontose ihre verhängnisvolle Invasion in den Kieferknochen.

Der Schlüssel, um die Parodontose dauerhaft zu stoppen, ist ein täglich gepflegter Zahnzwischenraum. Dieses dreckige Drittel in unserem Mund muss einmal täglich richtig gereinigt werden, ganz genauso wie die anderen zwei Drittel. Denn Plaque (der Biofilm) bildet sich sofort wieder neu und kann bereits nach 24 Stunden schädlich sein.

Es dauert gerade mal eine Minute am Tag, zusätzlich zum üblichen Zähneputzen.
Aber das müssen Sie erst einmal lernen. Der Grund ist, dass die Zahnzwischenräume recht unterschiedlich groß sind, und im hinteren Bereich schwer zu erreichen. Zudem haben Sie noch eine Zahnfleischentzündung und dies macht die Prozedur oft etwas schmerzhaft und führt zu Unsicherheit.

Sie selbst werden aktiv: Die Aktivprophylaxe (Schulung zur Mundhygiene)

Daher brauchen Sie eine Schulung, also eine Art Workshop, in dem Sie selbst aktiv werden. Interdentalbürsten, auch Zahnzwischenraumbürsten genannt, sind das Beste, was Sie benutzen können, um das dreckige Drittel täglich sauber zu kriegen. Etwa die Hälfte aller Menschen hat allerdings so enge Zahnzwischenräume, dass sie stellenweise Zahnseide benutzen müssen.

Nur ausgebildete Fachkräfte wie Dentalhygienikerinnen oder Zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen wissen genau, welche Art Interdentalbürsten Sie brauchen, und ob Sie Zahnseide verwenden müssen. Fast jeder braucht Interdentalbürsten in mehreren verschiedenen Größen. Es ist sehr wichtig, dass die Bürste zum jeweiligen Zahnzwischenraum passt, sonst bleibt immer Plaque zurück und Sie werden die Parodontose nicht los.

Parodontitis - Die Behandlung und Heilung der Volkskrankheit. Diese Interdentalzahnbürste ist zu klein und erreicht nicht alle Stellen.
Diese Interdentalzahnbürste ist zu klein und erreicht nicht alle Stellen.

Die wesentlichen Teile der Aktivprophylaxe sind:

Schritt 1: passiv

Die richtige Bürstengröße für jeden einzelnen Zahnzwischenraum wird vom Experten ermittelt. Nur dort, wo Interdentalbürsten nicht passen, wird Zahnseide verwendet. Die verschiedenen Größen werden notiert, damit der Patient weiß, wo welche Bürste zum Einsatz kommen muss.

Schritt 2: aktiv

Sie selbst müssen jeden einzelnen Zahnzwischenraum unter Aufsicht des Experten reinigen. Das ist sehr wichtig, denn das ist zuerst gar nicht so leicht. Die Interdentalbürsten sind flexibel und biegen auch mal um, die hinteren Backenzähne sind schwer zu erreichen. Zudem ist das Zahnfleisch noch entzündet und angeschwollen. Daher einfach unter Aufsicht üben. Die Profis wissen, wie es geht und helfen. Es lohnt sich.

Interdentalbürsten – Die meisten Patienten benötigen verschiedene Größen
Interdentalbürsten – Die meisten Patienten benötigen verschiedene Größen

Auch das normale Zähneputzen sollte kontrolliert werden. Fast jeder hat auch Stellen, die nicht gründlich geputzt werden. Die Aktivprophylaxe (Schulung zur Mundhygiene) sollte daher mit dem Anfärben von Plaque beginnen, um Ihnen zu zeigen, welche Stellen Sie beim üblichen Zähneputzen auslassen oder vernachlässigen. Auch das normale Zähneputzen sollte kontrolliert werden.

Als Richtwert für eine Schulung, also eine Sitzung, werden 20 Minuten angesetzt. Es variiert aber stark, je nachdem wie fortgeschritten die Parodontitis ist, und wie zugänglich Ihre Zahnzwischenräume sind. Und die persönliche Geschicklichkeit ist natürlich auch unterschiedlich.

Schritt 3: recall

Der Recall ist ein erneuter Besuch bei Ihrer Zahnarztpraxis, nach ca. 4 Wochen. Denn wenn Sie die Putzerei richtig machen, bildet sich die Zahnfleischentzündung zurück, und auch die Zahnfleischtaschen werden kleiner. Der Fortschritt sollte unbedingt kontrolliert werden.
Zudem schwillt das Zahnfleisch wieder ab, wenn die Entzündung verschwindet, sodass der Zahnzwischenraum wieder größer wird. Es kann also sein, dass Sie eine größere Interdentalbürste verwenden müssen.
Wenn Sie eine fortgeschrittene Parodontitis haben, brauchen Sie eventuell auch noch einen zweiten oder dritten Recall. Hier eine generelle Empfehlung für die Häufigkeit der Nachkontrolle zu geben, ist nicht möglich – das können nur die Profis vor Ort.

Die Parodontosebehandlung ist dann effektiv, wenn die Interdentalbürste richtig angewendet wird

Zugegeben: Am Anfang ist es oft ganz schöner Fummelkram und viele neigen dann zum Aufgeben. Zudem ist das Zahnfleisch noch entzündet und die Prozedur auch schmerzhaft. Die Interdentalbürsten knicken leicht um und die hinteren Zahnzwischenräume sind schwer zu erreichen. Daher ist auch die Unterstützung der Zahnarztpraxis so wichtig. Es lohnt sich durchzuhalten. Schon nach einigen Wochen haben Sie den Bürstenbogen raus.


Dann dauert es nur noch eine Minute am Tag und kann sogar vor dem Fernseher gemacht werden. Wenn Sie täglich den größten Teil der Plaque entfernen, dann entfernen Sie die Parodontose und tragen den wichtigsten Teil zur Behandlung und Heilung bei.

Wo bekomme ich die Aktivprophylaxe?

Wenn Sie Ihre Parodontitis loswerden wollen, brauchen Sie eine Zahnarztpraxis, die eine Instruktion zur Mundhygiene anbietet. Das ist leider nicht überall der Fall. Fragen Sie danach oder suchen Sie eine Praxis mit Dentalhygienikerin oder Zahnmedizinscher Prophylaxeassistentin.
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie passiv bleiben bei der Zahnreinigung, dann sind Sie falsch. Es ist wichtig, dass Sie selbst lernen jeden einzelnen Zahnzwischenraum zu reinigen. Klavierspielen lernen Sie auch nicht vom Zugucken. Sie müssen aktiv werden.

Wichtig ist auch, dass eine Kontrolle in den nächsten Wochen erfolgt, und nicht erst in einem halben Jahr. Aber wie bereits gesagt: Es ist individuell sehr unterschiedlich. Wenn Sie ganz sicher sein wollen, suchen Sie eine Zahnarztpraxis in Ihrer Nähe aus unserer Liste.

Haben Sie Glück, und können überall die Interdentalbürsten anwenden, und sind Sie zudem noch geschickt, dann brauchen Sie entsprechend weniger Schulung.
Auf jeden Fall muss die Entzündung aus dem Mund raus, das ist wichtig, dann ist auch die Parodontitis weg. Und das muss kontrolliert werden.

Der ParoPass

Der ParoPass® zeigt den Behandlungserfolg. Neutral und unbestechlich. Damit können Sie sicherstellen, ob Sie Ihre Parodontitis gestoppt haben oder nicht. Sie können hier direkt 3 Pässe für 2 € inkl. Versand bestellen oder Sie machen bei unserer Umfrage mit und bekommen 3 Pässe komplett kostenlos zugeschickt.

Was kostet die Aktivprophylaxe?

Bislang wird diese notwendige Schulung zur Mundhygiene nur von privaten Krankenversicherungen gezahlt. Als Kassenpatient müssen Sie die Leistung also selbst zahlen, und das geschieht normalerweise im Rahmen einer Zahnreinigung, der sogenannten Professionellen Zahnreinigung (PZR). Das macht auch Sinn, denn je nach Gebiss und Krankheitszustand sollte jeder einmal im Jahr, gegebenenfalls auch öfter, zur PZR gehen. Eine Zahnreinigung kostet zwischen 60 Euro und 150 Euro, je nach Region und Zahnarztpraxis. Sie sollte aber unbedingt ca. 20 Minuten Aktivprophylaxe zusätzlich beinhalten. Sonst bringt die Zahnreinigung kaum etwas. Also achten Sie unbedingt darauf, dass Sie Ihre Zahnzwischenräume selber unter Aufsicht reinigen.

Sie selbst heilen Ihre Parodontose, Sie selbst sind der wichtigste Teil bei der Parodontosebehandlung. Leider ist in vielen Fällen die Parodontose schon zu weit fortgeschritten. Dann kann es tatsächlich sehr schwer oder auch unmöglich werden, die Krankheit zu stoppen. Es ist ein großes Problem, dass immer noch viele Zahnärzte erst dann aktiv werden, wenn der Patient Schmerzen hat, starkes Zahnfleischbluten auftritt oder gar die Zähne wackeln. Dann ist es aber häufig zu spät.

Es ist ein tolles Gefühl, wenn schon nach wenigen Wochen die Entzündung abklingt, und Ihr ganzer Mund gesund ist. Sie werden es nicht mehr anders haben wollen. Sie können Ihre eigenen Zähne ein Leben lang behalten, und schützen auch den restlichen Körper vor den Folgen der Entzündung.

Parodontitis, Comic-Zähne

Warum ist Parodontitis (Parodontose) so häufig?

Parodontitis (Parodontose) ist mit Abstand die häufigste Krankheit in Deutschland. Das geht aus den Daten der aktuellen Mundgesundheitsstudie hervor: Ab einem Alter von 35 Jahren sind bereits 52% der Menschen von Parodontitis betroffen, bei den Senioren sind es fast 75%.

Diese Krankheit ist nicht harmlos: Sie zerfrisst unseren Kieferknochen, bis die Zähne ihren Halt verlieren. Die gesamte Wundfläche des entzündeten Zahnfleisches kann die Größe einer Handfläche erreichen. Das sehen wir nicht, da sich die Entzündung vor allem in den Zahnfleischtaschen befindet. Es erstaunt daher nicht, dass auch der restliche Körper in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Doch warum ist diese Krankheit immer noch derart häufig? Unsere Zahnhygiene ist nachweisbar besser geworden, viele gehen sogar regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung. Doch die Volkskrankheit geht nur schleppend zurück.

Selbst der Steinzeitmensch Ötzi (ca. 3000 v. Chr.) hatte Parodontitis. Und das ist nicht erstaunlich, im Gegenteil: Ötzi war wohl schon 45 Jahre alt, und damit ein Senior zu seiner Zeit. Durch Schädelfunde wissen wir: Parodontitis gab es schon immer, und schon immer waren eher die Älteren betroffen, also ab einem Lebensalter von 30 Jahren.

Es hat den Anschein, als ob es sich um eine normale Alterserscheinung handelt. Daher stammt auch der ursprüngliche Name: Parodontose. Eine Art Knochenschwund ähnlich wie bei der Osteoporose, also ohne Entzündung. Leider gibt es immer noch Zahnärzte, die diese Krankheit als unvermeidlich ansehen und viele Menschen denken, dass es normal ist im Alter die Zähne zu verlieren. Doch heute wissen wir: Parodontitis ist eine chronische Entzündung. Daher auch die Endung -ITIS; sie steht immer für eine Entzündung. Wie aber ist es möglich, dass am Ende drei Viertel der Menschen diese Erkrankung bekommen?

Eine chronische Entzündung als normale Alterserscheinung?

Als vor ca. 125 Millionen Jahren die Säugetiere entstanden, betrug die Lebenserwartung dieser Tiere nur wenige Jahre. Säugetiere sind evolutionär für ein Leben bis zu maximal 30 Jahren ausgelegt – das gilt eben auch für die Zähne.

Tatsächlich gibt es nur ganz wenige Säugetierarten, die älter als 30 Jahre werden.
Dies sind zum Beispiel Elefanten oder Wale. Die haben allerdings auch nicht mehr das typische Säugetiergebiss. Dann gibt es noch die Gruppe der Primaten, zu denen wir auch gehören. Schimpansen, Gorillas und Orang Utans werden in der freien Wildbahn allerdings nur in Ausnahmefällen älter als 30 Jahre. Das galt bis vor 10 000 Jahren auch für den Menschen. Menschliche Fossilien aus der Steinzeit zeigen: Nur wenige schafften es bis zu einem Alter von 40 Jahren zu überleben, und noch viel weniger darüber hinaus. Und richtig, die “Alten“ hatten oft Parodontitis, so wie Özti, der ca. 45 Jahre alt wurde.


Eine Schwachstelle im Mund

“Die Zähne durchbrechen die Schleimhaut (…), damit ist es die einzige Stelle im Körper, in der natürlicherweise ein Loch in der (Schleim-)Haut entsteht.“ – Prof. Dr. Dörfer (Direktor der Parodontologie, Kiel)

Ein Loch in der Haut? Tatsächlich liegt es in der Natur der Sache, dass unsere Zähne unsere Schleimhaut durchbrechen müssen. Es geht nun mal nicht anders. Der ganze restliche Körper ist überall von unserer Haut, bzw. Schleimhaut umgeben und das ist wichtig: Auf diese Weise grenzen wir uns von der Außenwelt ab. Diese Barriere schützt uns vor allem vor Krankheitskeimen. Nur im Mund gibt es ein Loch, bzw. 32 Löcher.

In gewisser Weise sind Zähne eine Art Knochen, die aus dem Körper heraustreten. Unser Zahnfleisch dichtet diese “Löcher“ ab. Ähnlich wie der Fensterkitt die Glasscheibe. Jeder Zahn ist daher rundum von Zahnfleisch umgeben, und die Löcher damit gestopft. Das funktioniert auch recht gut, unser Zahnfleisch haftet so fest am Zahn, dass da nichts durch kommt.

Allerdings befindet sich diese evolutionäre Schwachstelle an einem ungünstigen Ort. Denn der Mund ist dicht besiedelt von Bakterien. Hier ist es warm, feucht und vor allem: Es gibt regelmäßig etwas zu essen. Daher können die Mikroben gut gedeihen und eine Kolonie bilden. Diese Kolonie wird Plaque, Zahnbelag oder auch Biofilm genannt. Für unsere Zähne gilt: Erst wenn die Bakterien eine Kolonie (Plaque) bilden, können sie uns gefährlich werden.

Klar ist: Ohne regelmäßige Reinigung bekommt man irgendwann zuerst eine Zahnfleischentzündung, und dann eine Parodontitis. Es ist eine Frage der Zeit.

Es beginnt in den Zahnfleischfurchen

Das Zahnfleisch, das jeden Zahn umgibt, hat am oberen Rand eine sogenannte Furche, auch Sulcus genannt. Jeder Zahn ist also rundum von dieser Furche umgeben. In dieser Nische können sich Bakterien besonders gut ansiedeln. Deshalb entsteht dort diese Kolonie (Zahnbelag oder Plaque genannt).
Zahnfleischfurchen sind also so etwas wie die Fugen beim Altbau-Dielenboden: Ein geschütztes Biotop, wo das „Leben“ eine Nische findet. Glücklicherweise reinigen wir die Furchen beim Zähneputzen, auch wenn uns das nicht bewusst ist.

Wir putzen nicht nur die Zähne, sondern eben auch den oberen Teil des Zahnfleisches. Es passiert fast zwangsläufig, wenn wir uns halbwegs normal unser Gebiss bürsten.
Der Haken ist nur: die Furchen gehen rund um den Zahn! Vor allem die Zahnzwischenräume der Backenzähne bleiben bei der Mehrheit vollkommen ungeputzt. Dort gedeiht der Biofilm dann natürlich prächtig.

Plaque in den Zahnfleischfurchen kann zu Parodontitis führen
Plaque in den Zahnfurchen ist das Problem

Deshalb können die Bakterien hier ungestört wachsen, und verursachen bei der Mehrheit früher oder später eine Zahnfleischentzündung. Die Zahnärzte sprechen dann von einer Gingivitis. Da sie zwischen den Zähnen liegt, wird sie auch nicht bemerkt: Kein Zahnfleischbluten oder sonstige Hinweise.
Noch ist das kein Problem, noch ist es harmlos. Aber: Die Bakterienkolonie arbeitet sich über viele Jahre immer weiter in das Zahnfleisch hinein. Aus Furchen entstehen die sogenannten Zahnfleischtaschen.

Zahnfleischtaschen sind gefährlich

Die Gingivitis (Zahnfleischentzündung) verursacht, dass die Haftung des Zahnfleisches am Zahn nachlässt. Damit ist das “Loch“ am oberen Rand nicht mehr ganz abgedichtet und es sind Zahnfleischtaschen entstanden. Davon bemerken wir nichts, und die Taschen sind auch zunächst nicht schlimm. Für die Bakterien ist das aber ein großer Unterschied: Ihr Lebensraum vergrößert sich. In der neu entstandenen Nische können sie eine größere Kolonie bilden, und die Entzündung beschleunigt sich.
Die Speisereste, die zwangsläufig bei jeder Mahlzeit im Zahnzwischenraum hängen bleiben, versorgen die Bakterien zuverlässig mit Nahrung.

Mit einer Sonde werden die Tiefen der Zahnfleischtaschen gemessen
Mit einer Sonde werden die Tiefen der Zahnfleischtaschen gemessen

Die Zahnfleischtaschen vergrößern sich mit der Zeit. Sind sie ca. 3,5 mm tief, erreicht der untere Taschenrand den Kieferknochen. Jetzt überträgt sich bei der Mehrheit der Bevölkerung die Entzündung auf den Kieferknochen. In diesem Knochen sind die Zähne fest verankert. Er ist der wesentliche Teil des “Zahnhalteapparats“, auch Parodont genannt. Nun ist also auch der Zahnhalteapparat entzündet. Ab jetzt liegt eine Parodontitis vor – die evolutionäre Schwachstelle wurde durchbrochen, mit dramatischen Folgen.

Knochenentzündung mit Folgen

Indem die Entzündung vom Zahnfleisch auf den Kieferknochen überspringt, ist sie in den Körper eingedrungen. Die Schutzbarriere ist durchbrochen, die Schwachstelle der Evolution geknackt. Wie oben beschrieben, ist das bereits bei 52% der 35-Jährigen der Fall. Die Wenigsten sind sich dessen bewusst.

„Parodontitis ist eine Volkskrankheit, die noch immer viel zu selten oder zu spät erkannt und behandelt wird“ – Prof. Dr. Bettina Dannewitz (Präsidentin der DG Paro) 

Ein wichtiger Grund, warum die Krankheit viel zu spät erkannt wird, ist die Tatsache, dass sie so “normal“ ist. Die alte Bezeichnung Parodontose geht darauf zurück, dass man glaubte, es handle sich um eine Alterserscheinung.
Aus dem Grund ist der ParoPass® ein wichtiges Dokument, wodurch jeder sieht: Bin ich betroffen oder nicht. Das Immunsystem kämpft nun gegen die eingedrungenen Bakterien und durch diese Entzündung wird der Kieferknochen abgebaut. Im wahrsten Sinne des Wortes frisst sich die Parodontitis in uns rein.

Das Verrückte dabei: Diese Knochenentzündung verursacht keine Schmerzen, und oft auch kein Zahnfleischbluten. Versteckt zwischen den Backenzähnen dringt sie heimlich in unseren Knochen und wir bemerken nichts. Diese chronische Entzündung läuft oft über Jahrzehnte unbemerkt. Rauchen beschleunigt den Prozess, eine schlechte Ernährung wohl auch. Tatsächlich wird die Krankheit typischerweise erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt. Dann ist es aber oft zu spät, und die Parodontitis nicht mehr heilbar.

Dafür gibt es Millionen Beispiele. Bei der individuellen Risikobewertung sind sich die Experten einig: Die persönliche Veranlagung ist der Hauptfaktor. Einen Hinweis kann die Familie liefern: Haben ältere Familienangehörige Zahnausfall und tragen Zahnprothesen, dann hat man selbst ein hohes Risiko. Allerdings: Am Ende sind nachweisbar drei Viertel der Bevölkerung betroffen. Es macht also bei jedem Sinn, spätestens ab 30 Jahren mindestens einmal (besser 2-mal) im Jahr mit dem ParoPass® in die Zahnarztpraxis zu gehen.


oder

Der Knochen kommt nicht zurück

Die Parodontitis ist also im Wesentlichen eine Knochenentzündung. Unbemerkt verschwindet ein Teil des Kieferknochens, und zwar für immer. Dieser Prozess geht über Jahre bis Jahrzehnte, ohne dass wir davon etwas ahnen.

„Wenn die Parodontitis Schmerzen verursachen würde, hätte ich viele weinende Patienten im Wartezimmer.“ – Dr. Michael Brandt Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein.

Symptome wie Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang, schlechter Atem oder gar wackelnde Zähne können zwar auftreten, müssen aber nicht. Wichtig ist zu wissen, dass es gar nicht möglich ist, die Parodontitis selbst zu erkennen – das kann nur die Zahnarztpraxis, eine Dentalhygienikerin oder eine Zahnärztin.

Erst im deutlich fortgeschrittenem Zustand wird in der Regel die Parodontitis von den Betroffenen bemerkt. Nun hat sich oftmals schon so viel Knochenmasse abgebaut, dass der Prozess nur noch schwer, und mit hohem Aufwand zu stoppen ist. Erst dann treten Schmerzen auf – erst dann wackeln die Zähne. Es wird immer schwerer die Krankheit zu stoppen, bis es gar nicht mehr möglich ist. So bleibt dem Zahnarzt nur noch das Ziehen der Zähne. Den Betroffenen wird meistens erst jetzt klar, dass sie nicht nur ihre Zähne, sondern auch eine beträchtliche Menge Knochenmasse verloren haben.


Gesunder Kiefer


Kiefer mit Parodontitis

Das ist bei Implantaten ein häufiges Problem, denn auch künstliche Zähne brauchen Halt. Das allein ist schon gravierend genug, doch es kommt noch schlimmer. Studien legen den Verdacht nahe, dass Parodontitis noch weitere ungünstige Auswirkungen auf den Körper hat: Vor allem das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wird erhöht.
In Hamburg läuft derzeit eine groß angelegte Studie (Hamburg City Health Study 2019) mit 45.000 Teilnehmern. Unter anderem werden dort die Auswirkungen der Parodontitis auf unser Gefäßsystem untersucht. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass Parodontitisbakterien im ganzen Körper, sogar im Gehirn zu finden sind, und Alzheimer verursachen können.

3,5 mm ist die Grenze

Bei 3,5 mm ist die Grenze erreicht und es muss gehandelt werden.

Je früher die Parodontitis erkannt wird, desto leichter lässt sie sich stoppen. Wichtig ist für jeden: Tiefer als 3 mm sollten die Zahnfleischtaschen nicht werden. Das kann nur die Zahnärztin oder Dentalhygienikerin herausfinden. Die Schwachstelle (Grenze zwischen Zahn und Zahnfleisch) bleibt auch bei Implantaten.

Wer nun denkt, mit dem Ausfall der Zähne ist auch die Erkrankung weg, irrt sich. Ein Zahnimplantat bildet genauso wie ein echter Zahn, ein “Loch“ in der Schleimhaut. Es bleibt alles beim Alten, auch hier bilden sich Zahnfleischtaschen. Nur die Bezeichnung ändert sich: Perioimplantitis statt Parodontitis. Einzig die herausnehmbare Vollprothese, also die guten alten dritten Zähne beenden den Prozess. Hier gibt es ganz einfach kein “Loch“ mehr in der Schleimhaut. Doch so weit muss es nicht kommen. Fast jeder kann die Parodontitis stoppen – dauerhaft.

Das ganze Geheimnis ist die tägliche Entfernung von Plaque. Denn, erst wenn die Bakterien eine Kolonie bilden (also Plaque), können sie die Schwachstelle in unserem Gebiss überwinden. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Ohne Plaque keine Parodontitis, und auch keine Karies. Die tägliche Plaqueentfernung ist daher der Schlüssel für einen gesunden Mund, und am Ende einfacher als Sie denken. Sie müssen es allerdings erst lernen. Ohne eine Schulung mit mindestens einer Erfolgskontrolle (Recall) werden Sie Ihre Parodontitis nicht stoppen. Parodontitis behandeln? Am wichtigsten sind Sie selbst!

Ist Parodontitis ansteckend?

Das Helmholtz Institut spricht von der häufigsten Infektionskrankheit der Welt. Kann ich mich eigentlich anstecken? Vermutlich ja. Genau wissen wir es nicht. Etwa ein Viertel aller Menschen bekommt keine Parodontitis, auch wenn sie ihr Leben lang keine Zahnzwischenraumpflege betreiben. Warum ist unbekannt, es könnte auch genetisch bedingt sein.

Es sind ca. 50 verschiedene Bakterienarten, welche die Parodontitis auslösen. Sie gehören fast alle zur normalen Mundflora. Vielleicht könnte ein zölibatäres Leben schützen, vermutlich aber nicht. Denn bereits in der Kindheit überträgt sich die Mundflora von der Mutter durch das ganz normale Zusammenleben (Schnuller ablutschen, gemeinsamer Trinkbecher etc.) auf das Kind.

Zudem bin ich mir sicher: Vor die Wahl gestellt zwischen einem kussfreien Leben und guter Mundhygiene, wäre für die Meisten die Entscheidung klar. Also besser zur Zahnarztpraxis, und eine Schulung zur Mundhygiene machen.
Und nebenbei: Die Hauptursache für Mundgeruch ist Plaque, und das ist beim Küssen eher abträglich.

Konnten Sie etwas Neues lernen?

ParoPass

Der ParoPass®

Neutral und unbestechlich bringt der ParoPass Licht ins Dunkle der Mundhöhle! Spätestens ab einem Alter von 30 Jahren sollte ihn jeder besitzen. Denn dann sind Sie schon mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 50% an Parodontose (Parodontitis) erkrankt, ohne es zu bemerken.

Leider wird die Parodontitis in Deutschland in der Regel zu spät erkannt, und auch noch zu selten behandelt. Laut der 5. Mundgesundheitsstudie gibt es ca. 11,5 Millionen Menschen mit einer schweren Parodontitis in Deutschland. Behandelt werden aber nur gut eine Million, was nicht einmal jedem Zehnten Patienten entspricht. Das allein ist schon Grund genug für den ParoPass.

Der ParoPass zeigt:

  1. Ob Sie Parodontitis (Parodontose) haben oder nicht
  2. Den Behandlungserfolg

Der Pass ist vor allem so wichtig, weil diese Krankheit keine Schmerzen verursacht und häufig auch kein Zahnfleischbluten – wir spüren nichts. Das ist ein gravierendes Problem, denn es handelt sich um eine ernsthafte Erkrankung. Oft geht es mit 30 Jahren los und über einen langen Zeitraum bleibt die Parodontose vollkommen unbemerkt. Auch der Zahnarzt erwähnt häufig nur, dass das Zahnfleisch entzündet ist. Warum? Weil Viele die Krankheit als nicht heilbar, beziehungsweise als normale Alterserscheinung betrachten. Erst wenn Symptome wie Schmerzen, Zahnfleischbluten oder gar wackelnde Zähne auftauchen, wird gehandelt. Dann ist es aber leider oft zu spät.

Ist die Krankheit zu weit fortgeschritten, kann sie nicht mehr gestoppt werden. Daher ist der ParoPass so wichtig: Je früher behandelt wird, desto einfacher lässt sich die Parodontitis dauerhaft stoppen. Das lohnt sich gleich mehrfach: Kein Zahnausfall, keine versteckte Entzündung im Körper. Außerdem zeigt der ParoPass den Behandlungserfolg.

Wie funktioniert er?

Wenden Sie sich an eine Zahnärztin oder Dentalhygienikerin. In der Zahnarztpraxis wird dann Ihr Zahnfleisch vermessen (in der Fachsprache heißt das Sondieren – nach den offiziellen PSI Codes der DG Paro). Das dauert nur wenige Minuten und kann etwas piksen, vor allem, wenn das Zahnfleisch entzündet ist.

Die Sondierung der Zahnfleischtaschen
Das Ausmessen der Zahnfleischtaschen dauert nur wenige Minuten

Das Ergebnis dieser Messung wird dann in den ParoPass eingetragen, oder genauer gesagt angekreuzt. An der entsprechenden Stelle auf der Farbskala wird ein Kreuz gemacht als Dokumentation für die Behandlung. So behalten Sie jederzeit den Überblick über den Zustand Ihres Zahnfleisches, und können eine entsprechende Behandlung mitverfolgen.

Verlaufskontrolle Parodontitis / Parodontose
Der ParoPass zeigt ob Sie Parodontitis haben.

Wie bekommen Sie ihn?

Bei uns oder einer Zahnarztpraxis aus unserer Liste.


oder

Mundgeruch Ursachen, Mundgeruch macht einsam, Mädchen auf Bank

Mundgeruch Ursachen

Die Ursachen für Mundgeruch liegen zu 90% dort, wo der Name es vermuten lässt: Im Mund. Daher muss er auch genau dort bekämpft werden, und das ist gar nicht schwer. Zusätzlich bleiben dann auch die Zähne und das Zahnfleisch gesund. Jeder sollte diese 3 Werkzeuge nutzen:

Zahnputzbecher: Zahnbürste, Zungenreiniger und Interdentalbürste gegen Mundgeruch und schlechten Atem
Werkzeuge für die tägliche Mundhygiene

1. Zahnbürste
2. Interdentalbürste ( Zahnseide nur dann, wenn Interdentalbürsten nicht passen)
3. Zungenreiniger

Wie entsteht Mundgeruch (medizinisch: Halitosis)?

Der Geruch entsteht durch Bakterien, genauer gesagt Bakterienkolonien. Diese Kolonien werden auch Biofilm, Plaque oder Zahnbelag genannt. Sie sind die Ursache für den Gestank, und sie wachsen nicht nur auf den Zähnen, sondern auch in der Zahnfleischfurche, den Zahnfleischtaschen und auf der Zunge.
Deshalb müssen wir diese Bakterienkolonien täglich entfernen, oder zumindest deutlich reduzieren. Das geht allerdings nur mechanisch, da der Biofilm sich gegen Angriffe chemischer Natur recht gut schützen kann. Mundspüllösungen bringen auf lange Sicht nichts.

Produkte mit Chlorhexidin wirken da schon eher, wie z. B. CB 12. Es enthält 0,025% Chlorhexidin und 0,3% Zink. Doch sollte niemand Chlorhexidin längerfristig anwenden, da sich die Zähne verfärben können, und die Mundflora aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Vor allem aber wird die Ursache Plaque nicht beseitigt. Wenn dieser Biofilm (Plaque) längere Zeit nicht mechanisch, also mit Bürsten entfernt wurde, hat er sich verfestigt und wir bekommen ihn selbst schwer weg. Dann kann eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll sein, um den “Reset Knopf“ zu drücken, sodass wir danach einfacher täglich für Sauberkeit im Mund sorgen können.

Und das machen wir mit Zahnbürste, Interdentalbürsten und Zungenreiniger (Zungenschaber) – die drei Musketiere im Kampf gegen Mundgeruch.
Damit Sie mit diesen Hifsmitteln auch wirksam zurechtkommen, ist eine fachliche Beratung, am besten die Aktivpropyhlaxe (Schulung zur Mundhygiene) sinnvoll, vor allem für den Umgang mit Interdentalbürsten und Zahnseide ist das zwingend erforderlich.

Zunge, Zähne und ein bisschen Zeit

Wenn Sie noch nicht überzeugt sind, dann kaufen Sie sich eine Interdentalbürste oder Zahnseide, und riechen Sie nach Gebrauch daran.
Wichtig ist allerdings, dass die Interdentalbürsten den Zahnzwischenraum auch vollständig ausfüllen.
Der Zungenreiniger ist sehr einfach anzuwenden, wenn nur nicht der Würgereiz wäre. Es reicht aber schon, wenn Sie den Wildwuchs, der auf einer ungepflegten Zunge herrscht, deutlich mindern.

Morgens: 2 bis 3 Minuten Zahnbürste und 10 Sekunden Zungenreiniger

Abends: ( Nach der letzten Mahlzeit und besonders gründlich)
Jeden einzelnen Zahnzwischenraum gründlich mit Interdentalbürsten reinigen, dann mindestens 3 Minuten Zahnbürste, und danach 10 Sekunden Zungenreiniger.
(Diese Mundhygiene-Tipps gelten nicht für Menschen, die z. B. ständig Energy Drinks konsumieren oder Zuckerbonbons kauen, oder unter vermindertem Speichelfluss leiden. Diese Menschen sollten sich bei einer Prophylaxe-Fachkraft bezüglich der richtigen Zahnpflege beraten lassen)

Warum ist es so wichtig, abends gründlich zu reinigen?
Weil wir beim Schlafen kaum Speichel produzieren.

Unser Speichel und Mundgesundheit

Wir haben von Natur aus ein automatisches Reinigungssystem im Mund: Unseren Speichel. Dieser spült die Bakterien weg, oder tötet diese direkt. Tatsächlich enthält unsere Spucke mehrere Stoffe, die Keime reduzieren oder gar vernichten. Anders als bei Mundspüllösungen funktioniert das auch, vorausgesetzt wir haben wenig oder möglichst keinen Zahnbelag (Plaque). Zu guter Letzt sorgt der Speichel auch noch für einen harten Zahnschmelz, indem er unsere Zähne remineralisiert.
Zusammengefasst: Ohne gesunden Speichelfluss kein gesunder Mund.

Während des Schlafes stellt unser Körper die aufwendige Produktion von Speichel weitgehend ein. Das ist zwar praktisch, da wir nicht andauernd schlucken müssen, für die Mundgesundheit allerdings ungünstig. Daher ist die Nacht die Zeit des ungebremsten Wachstums der Bakterien. Im Schlaf feiern die Keime ungehindert eine wilde Party bei uns im Mund und das können wir morgens sogar riechen, oder genauer gesagt unsere Mitmenschen.

Das ist also der Grund, für den so typischen, schlechten Atem am Morgen. Doch dagegen kann man etwas machen. Wenn die Zähne abends vor dem zu Bett gehen gründlich gereinigt werden, sind die Bakterienkolonien zerstört. Sie haben keinen Nahrungsnachschub, und können sich dementsprechend auch nur langsam weiter vermehren. Keine wilden Partys mehr und morgens kein toter Hamster mehr im Hals. Abgesehen vom Mundgeruch ist es auch für die Zahngesundheit, also Karies und Parodontitis (Parodontose) sehr wichtig, dass wir nachts möglichst sauber sind im Mund. Aus diesem Grund ist die abendliche Zahnpflege entscheidend wichtig für unsere Mundgesundheit.

Der Mundgeruch ist immer noch da?

Wer jetzt immer noch unangenehm aus dem Mund riecht, sollte das unbedingt abklären lassen. In der Literatur finden wir Werte von 4% bis zu 8% der Erwachsenen, die unter verminderten Speichelfluss leiden. In einer Zahnarztpraxis, kann jeder mit einem einfachen Test die Produktion seiner Spucke testen. Eine ganze Reihe von Medikamenten stehen im Verdacht den Speichelfluss zu reduzieren.

Unter Verdacht stehende Medikamente:

Anticholinergika:
– Asthmamittel, Antazida, Antiparkinsonmittel, Antihistaminika
Blutdruckmittel:
– Adrenozeptoragonisten, Reserpin, Sonstige
Psychopharmaka im weiteren Sinne:
– Antidepressiva, Neuroleptika, Sedativa, Tranquilizer

Es gibt auch Erkrankungen, die einen verminderten Speichelfluss auslösen können:

– Sjögren-Syndrom, Diabetes, Sklerodermie, Sarkoidose, Lupus, Alzheimer,
– Dehydration Mumps, Erkrankungen der akuten und chronischen Parotitis,
– Speichelsteine, Speicheldrüsen, Mukozelen,
– partielle oder komplette Obstruktion des Ausführungsganges, Tumore,
– Psychische Erkrankungen, Depressionen, Angstzustände, Stress,
– Bestrahlungstherapie im Kopf- oder Halsbereich.

In der Regel spüren Betroffene, dass sie einen trockenen Mund haben. Es können sich also alle wieder beruhigen, die jetzt schon Panik bekommen haben. Verminderter Speichelfluss bleibt nicht unbemerkt. Und dann ist Mundgeruch sehr wahrscheinlich. Kaugummi kauen hilft als Sofortmaßnahme, da der Speichelfluss dadurch angeregt wird. Auf jeden Fall sollte eine Zahnarztpraxis aufgesucht werden, denn es besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Karies und Parodontitis. Betroffene brauchen daher eine besonders gründliche Mundhygiene, und sollten regelmäßig eine Professionelle Zahnreinigung machen. Aber auch für Menschen mit normalem Speichelfluss gilt: Kaugummi kauen (natürlich zuckerfrei) hat einen positiven Effekt auf die Mundgesundheit, ganz einfach weil die Speichelproduktion erhöht wird, wie viele Studien zeigen.

Andere Ursachen von Mundgeruch

Zu guter Letzt sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch entzündete Rachenmandeln oder Zungenmandeln Mundgeruch auslösen können. Natürlich auch übermäßiger Knoblauch- oder Alkoholgenuss, und sogar eine kohlenhydratfreie Ernährung (Atkins Diät) kann unangenehmen Atem verursachen.
Was aber nur wenige wissen: Deutschlands Volkskrankheit Nr. 1 ist auch oft die Ursache für Mundgeruch. Parodontitis, auch Parodontose genannt, hat jeder zweite Erwachsene. Etwa 11,5 Millionen Menschen in Deutschland haben sogar eine schwere Parodontitis, und damit häufig auch Mundgeruch. Dabei ist der unangenehme Atem das kleinste Problem bei der Parodontitis. Diese Krankheit zerfrisst unseren Kieferknochen, ohne dass wir es bemerken.

Das Problem: Diese Krankheit spüren wir nicht, und wenn wir erste Symptome haben, ist es oft zu spät. Hat sich der Kieferknochen zu weit abgebaut, wird es sehr schwer oder unmöglich die Parodontitis in den Griff zu bekommen. Früh erkannt, ist es dagegen recht einfach. Daher haben wir den ParoPass entwickelt. Der zeigt jedem, ob er betroffen ist, und wenn ja, wie schlimm. Darüber hinaus zeigt er auch den Behandlungserfolg.

3 ParoPässe kann man hier für 2 Euro inklusive Versandkosten bestellen, alternativ können Sie auch an unsere Umfrage teilnehmen:

Zahnseide Anwendung Handhabung

Interdentalbürste oder Zahnseide?

Viele Expertinnen empfehlen: Nutzen Sie jeden Tag mindestens 1 mal Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume – Ist das wirklich sinnvoll oder sind Interdentalbürsten die bessere Wahl?

Die häufig vernachlässigte Zahnzwischenraumpflege macht tatsächlich absolut Sinn, das steht außer Frage! Viel wichtiger als die Nutzung von Zahnseide ist jedoch der Gebrauch von Zahnzwischenraumbürsten. Bislang konnte noch keine Studie den Nutzen von Zahnseide belegen. In den USA wurde entsprechend die Empfehlung zur Nutzung von Zahnseide in den offiziellen Gesundheitsrichtlinien gestrichen.

Die Interdentalzahnbürste reinigt Zwischenräume

Ist die Reinigung der Zahnzwischenräume also unnötig? Nein, ganz und gar nicht. Wir sollten Interdentalbürsten verwenden. Dass eine Bürste besser reinigt als ein Faden, ist im Grunde auch logisch. Der Sinn der ganzen Zahnpflege ist es, Zahnbelag zu entfernen. Durch die mechanische Wirkung der Interdentalbürsten ist es viel leichter, die klebrige Plaque zwischen den Zähnen zu entfernen.

Interdentalbürsten in verschiedenen Größen von Oral Prevent©
Interdentalbürsten (Zahnzwischenraumbürsten) in verschiedenen Größen /Bildquelle: Oral Prevent©

Die Wirksamkeit der Bürsten ist zweifelsfrei nachgewiesen, und wird daher auch von der Europäische Föderation für Parodontologie und der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie ausdrücklich empfohlen.

Einige Menschen haben allerdings so eng stehende Zähne, dass die Interdentalbürsten nicht in die Lücken passen. Hier ist dann doch die Zahnseide eine sinnvolle Alternative, weil es nichts anderes gibt. Mundduschen, Mundspüllösungen, Schallzahnbürsten oder gar spezielle Zahnpasta reinigen allesamt nicht den Zahnzwischenraum.

Eine Mundhygieneschulung ist unumgänglich

Allerdings wird bei der ganzen Diskussion um Bürste und Zahnseide immer ein Aspekt vergessen: Für die Interdentalpflege braucht man anfangs eine Anleitung, eine Art Gebrauchsanweisung durch eine Fachkraft, also eine Zahnarztärztin oder Dentalhygienikerin (Achtung: keine Kassenleistung!). Dabei wird auch überprüft, ob die Reinigung, die man selbst vornimmt, ausreichend ist. Lesen Sie hier mehr über eine Mundhygieneschulung.

Wir empfehlen jedem ab 30 Jahren den ParoPass®. In diesem handlichen Dokument protokolliert die Zahnärztin, ob Parodontitis ein Problem darstellt, und wie schwer man daran erkrankt ist.

Wer jetzt nicht täglich Interdentalbürsten benutzt, wird seine Zähne früher oder später verlieren. Eine anhaltende Entzündung des Kiefers kann sogar fatale Folgen für den ganzen Körper haben.

Zahnseide oder Interdentalbürste?

Utensilien für die tägliche Zahnreinigung
Utensilien für die tägliche Zahnreinigung: Interdentalbürsten wirken am Besten.

Die mechanische Reinigungswirkung der Interdentalbürste ist nachgewiesen. Fraglich bleibt hingegen ob die Nutzung von Zahnseide sinnvoll ist.

Interdentalbürsten sind Pflicht für jeden, der von Parodontitis betroffen ist.
Und das ist jeder zweite Erwachsene!

Vorgang Professionelle Zahnreinigung, Parodontitis vorbeugen

Professionelle Zahnreinigung

Ist eine professionelle Zahnreinigung wirklich sinnvoll? Sie kostet immerhin zwischen 70 € und 150 €, und kaum eine Krankenkasse übernimmt die Kosten. Wir sagen: Ja, diese Reinigung macht Sinn. Allerdings nur, wenn eine Schulung zum Zähneputzen enthalten ist. Wir nennen diese Schulung: “Aktivprophylaxe!“.

Normalerweise ist eine Professionelle Zahnreinigung passiv. Wir liegen entspannt im Behandlungsstuhl, und lassen uns die Zähne reinigen. Mit einem guten Gefühl gehen wir anschließend nach Hause. Doch der Schein trügt. Woher wir das wissen? Allein die Tatsache, dass jeder zweite Erwachsene von Parodontitis betroffen ist, und damit Zahnausfall immer noch ein Massenphänomen ist, spricht Bände. Aber auch die fünfte Mundgesundheitsstudie, kann keinen großen Nutzen der Professionellen Zahnreinigung erkennen. Aus diesem Grund weigert sich auch die Mehrheit der Krankenkassen die Kosten zu übernehmen.
Das ist sehr bedauerlich, denn die Zahnreinigung ist sehr wohl sinnvoll, wenn sie richtig gemacht wird – mit Aktivprophylaxe. Beides zusammen ergibt Sinn, passiv und aktiv.

Die übliche Professionelle Zahnreinigung – passiv

Sich den professionellen Händen der Prophylaxe-Fachkraft hinzugeben ist grundsätzlich zu empfehlen. Warum? Wir vernachlässigen viele schwer zugängliche Stellen in unserem Gebiss. An diesen Stellen hat sich häufig schlecht zu erreichender Belag gebildet. Nach einer Weile verfestigt er sich, und ist dann nur noch schwer zu beseitigen. Irgendwann wird er sogar zu Zahnstein und den bekommt man selber nicht mehr weg. Das geschieht auch zwischen den Zähnen. Das Hauptproblem sind eindeutig die Zahnzwischenräume, selbst wenn mittlerweile viele Menschen Zahnseide, oder sogar Interdentalbürsten verwenden. Der Zahnzwischenraum ist nicht so leicht sauberzubekommen, insbesondere die Zahnfleischtaschen.
Mit modernen Pulverstrahlgeräten (Air-Flow-System) werden alle Bereiche, auch in den Zahnfleischtaschen, effektiv gereinigt.

Achtung: Nicht jede Prophylaxe-Helferin darf auch die Zahnfleischtaschen reinigen, dazu bedarf es einer Zusatzausbildung. Doch diese Reinigung ist grundlegend wichtig. Daher unbedingt danach fragen! (Frage: “Wird bei Ihnen auch subgingival gereinigt?“, übersetzt: “Werden auch die Zahnfleischtaschen sauber gemacht?“)
Sie bemerken das übrigens daran, dass es ein klein wenig unangenehm ist, denn wenn die Taschen richtig durchgestrahlt werden, zwickt es schon mal ein wenig. Eine Zahnreinigung, die sich nur wohltuend anfühlt, ist eher nicht effektiv.

Zahnarzt reinigt Zahnfleischtaschen, Air Flow, PZR
Air Flow geräte reinigen die Zahnfleischtaschen

Fragen Sie also nach
1. Air Flow Geräten (Pulverstrahl) und
2. Zahnfleischtaschen reinigen

Wie oft eine Professionelle Zahnreinigung gemacht werden muss, ist individuell sehr verschieden. Zweimal im Jahr ist der Standard, wenn Sie eine schwere Parodontitis haben auch öfter. Wenn Sie im grünen Bereich beim ParoPass sind, sollte eine Behandlung im Jahr ausreichen. Der entscheidende Punkt für die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit ist aber, dass Sie Zuhause die neu gewonnene Sauberkeit weiter aufrechterhalten. Wenn Sie das nicht machen, ist die Zahnreinigung nicht nachhaltig, und dann haben die Krankenkassen am Ende leider recht.

Die Aktivprophylaxe (aktive Zahnreinigung)

Der wichtigste Teil der Zahnreinigung ist eindeutig die Schulung zur Mundhygiene.
Wir nennen es “Aktivprophylaxe“, um es eindeutig von der passiven PZR zu abzugrenzen.

Das verblüfft zunächst: Zähneputzen können wir doch, oder? Viele schon, aber die Zahnzwischenräume sind ohne Schulung nicht sauberzubekommen. “Aber deswegen waren wir doch bei der professionellen Zahnreinigung?“ Richtig, doch bereits 24 Stunden nach der PZR besiedelt neuer Zahnbelag, also Plaque, die Zahnoberflächen, die Zahnfleischfurchen oder Zahnfleischtaschen. Eine Professionelle Zahnreinigung drückt lediglich den “Reset-Knopf“. Entscheidend für unsere Zahngesundheit, und insbesondere für die Parodontitis- und Kariesprophylaxe, ist die tägliche und richtige Reinigung.

„Das ist wie bei einem englischen Rasen, wenn Sie täglich mähen, dann wächst auch kein Unkraut.“- Prof. Dr. Dörfer, Direktor der Parodontologie Kiel

Die Illusion

Daher ist eine Zahnreinigung nur sinnvoll, wenn anschießend Zuhause das Gleichgewicht der Bakterien im Mund aufrechterhalten wird. Nur so werden Sie Ihre Parodontitis los, oder kriegen sie erst gar nicht. Nur so bleiben Sie auch von Karies verschont, und können Ihr Leben lang die eigenen Zähne behalten. Und das müssen wir tatsächlich lernen. Die Aktivprophylaxe sollte ca. 20 Minuten dauern, mit dem Fokus auf die Zahnzwischenraum-Reinigung. So steht es auch in den europäischen Richtlinien (EFP).

Warum dauert das so lange? 20 Minuten sind nur der offizielle Richtwert, es hängt von Ihrer Geschicklichkeit und dem Grad der Erkrankung ab. Allein die passenden Größen der Interdentalbürsten zu bestimmen dauert eine Weile. Die richtige Bürstengröße ist entscheidend. Das ist den Allermeisten gar nicht klar. Viele kaufen sich Interdental-bürsten und denken, sie können das Gebiss ohne Anleitung gesund erhalten. Pustekuchen. Das funktioniert leider nicht. Die Bürste muss den Raum vollständig ausfüllen, sonst bleibt zu viel Plaque zurück und die Entzündung frisst sich von da an weiter durch das Zahnfleisch in den Kieferknochen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat allerdings so enge Zahnzwischenräume, dass sie an einigen Stellen Zahnseide verwenden müssen. Die Reinigung mit dem Faden ist noch schwieriger.

Wichtig ist: Sie müssen jeden Zahnzwischenraum selbst reinigen. Sie müssen es lernen und das dauert ein Weilchen. Erst wenn sichergestellt ist, dass Sie das korrekt machen, ist die Sitzung vorbei. Ob das wirklich ausreicht, sehen wir erst nach einigen Wochen beim Kontrolltermin (Recall). Deshalb müssen Sie nach ca. 4 Wochen nochmal zur Zahnarztpraxis und es wird kontrolliert, ob die Größen richtig bestimmt wurden, und ob die Reinigung mit Zahnseide ausreicht. In einer guten Zahnarztpraxis können das die Fachkräfte beurteilen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Etwas genauer wird die Aktivprophylaxe hier beschrieben: Parodontitis/Parodontose – Die drei großen Irrtümer

Die Kosten

Da die Aktivprophylaxe zusätzlich zur üblichen Zahnreinigung erfolgt, und es einen Kontrolltermin (Recall) geben muss, wird es leider teuer. Es wird ca. 150 Euro kosten. Das lohnt sich aber, da wie gesagt ansonsten die Zahnreinigung wenig bringt. Viele brauchen mit der Zeit auch keine Schulung mehr. Wer nur eine moderate Parodontitis hat, oder einfach nur eine Zahnfleischentzündung und zudem geschickt ist, kann durchaus mit einer Aktivprophylaxe (+ Recall) schon zurechtkommen. Hat man den Bürstenbogen erstmal raus, hat Plaque keine Chance mehr. Dann kann es auch reichen, einmal im Jahr zur „passiven Zahnreinigung“ zu gehen, wo dann zu Beginn nur kurz kontrolliert wird, ob Ihre eigene Reinigungsleistung ausreicht. Auch unser ParoPass gibt zusätzlich Sicherheit, solange man im grünen Bereich ist, hat man alles richtig gemacht.

Zu Beginn sind leider 150 € fällig, das ist nicht gerade günstig und die Krankenkassen zahlen, wie gesagt, zumeist nicht. Aus diesem Grund, setzen wir uns als gemeinnützige Organisation dafür ein, dass die Mundhygiene-Schulung (Aktivprophylaxe) auch ohne Zahnreinigung angeboten wird. Bislang gibt es das noch nicht, es macht aber Sinn. Es sollte möglich sein, eine “Aktivprophylaxe“ für ca. 50 € (mit Recall) zu bekommen. Wenn Sie also nicht das Geld für eine Professionelle Zahnreinigung inklusive Aktivprophylaxe haben, dann sollten Sie nur die Aktivprophylaxe machen, denn am Ende ist die entscheidend. Das Erlernen der wirksamen Reinigung der Zahnzwischenräume ist alleine kaum möglich. Die richtigen Größen für jeden Zahnzwischenraum sollte mit professioneller Unterstützung bestimmt werden. Das ist wichtig, damit Sie keine Parodontitis bekommen, oder falls Sie schon erkrankt sind, diese dauerhaft stoppen. Unser ParoPass zeigt Ihnen, ob Sie betroffen sind und falls ja, den Behandlungserfolg.

Prof. Dr. Bettina Dannewitz, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie, sagt:

Der ParoPass bietet eine weitere sinnvolle Unterstützung für die Dokumentation und Kommunikation mit dem Patienten.“

Oder Sie bestellen den ParoPass hier zum Selbstkostenpreis:

Gingivitis

Zahnfleischentzündung hat fast jeder

Eine Zahnfleischentzündung (wissenschaftlich Gingivitis) kennen wir alle. Ab und an schmerzt es beim Zähneputzen oder blutet sogar. Viele greifen zu Hausmitteln oder Mundspüllösungen und häufig verschwindet die Zahnfleischentzündung auch wieder. Wir haben alle den Eindruck, als ob eine Zahnfleischentzündung eine gelegentlich auftretende Erscheinung ist. Das ist auch durchaus richtig, wenn wir die äußeren, sichtbaren Bereiche des Zahnfleisches meinen. In Wirklichkeit bleibt die Zahnfleischentzündung bestehen. Versteckt und heimlich. Um sie zu heilen, können Sie die ganzen Hausmittel und anderen bisherigen Ratschläge vergessen. Warum?

Fast jeder Erwachsene hat entzündetes Zahnfleisch, ohne auch nur im Geringsten etwas zu bemerken. Leider ist das so normal, dass selbst die Mehrheit der Zahnärzte das als gegeben hinnimmt. Wie kann das sein? Diese „normale“ Zahnfleischentzündung befindet sich meist versteckt zwischen den Backenzähnen. Dort bemerken wir sie überhaupt nicht. Doch die Folgen sind gravierend. Bei der Mehrheit der Menschen entwickeln sich aus dieser harmlosen Entzündung die sogenannten Zahnfleischtaschen. Wer diese Taschen hat, bekommt fast immer auch eine Parodontitis (auch Parodontose genannt). Hierbei handelt es sich um eine Kieferknochenentzündung, und die ist alles andere als harmlos. (Der ParoPass zeigt, ob man Zahnfleischtaschen hat)

Einige unserer teilnehmenden Zahnarztpraxen zeigen jedem neuen Patienten diese versteckte Entzündung. Gleich zu Beginn werden Ihnen die Zahnzwischenräume durchgebürstet. Nicht irgendwie, sondern mit den passenden Interdentalbürsten. „Passend“ ist dabei entscheidend, sonst funktioniert der folgende Test nicht: Die Zahnzwischenräume werden durchgebürstet und anschließend wird der Patient aufgefordert in einen Becher zu spucken, oder bekommt alternativ mit einem Spiegel die blutenden Stellen gezeigt. Bei mindestens 90% der Patienten zeigt sich dann Blut im Speichel, ein eindeutiges Indiz für eine Zahnfleischentzündung.

Zahnfleischentzündung, Test
Der Test durchgeführt von Dr. Tore Thomsen. Bild mit freundlicher Genehmigung von Oral Prevent – Dr. Thomsen
Zahnfleischentzündung, Bluten
Die versteckte Zahnfleischentzündung wird sichtbar. Bild mit freundlicher Genehmigung von Oral Prevent – Dr. Thomsen

Warum die ganzen Hausmittel, Mundspüllösungen, aber auch Zahnseide und anderes nicht grundlegend helfen, wird klar wenn wir verstehen, was die Ursache dieser Entzündung ist.

Biofilm (Plaque) ist die Ursache der Zahnfleischentzündung:

Die Ursache der Zahnfleischentzündung ist Plaque, auch Zahnbelag genannt. Das ist ein sogenannter Biofilm, und damit eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Bei der Zahnfleischentzündung wächst dieser Biofilm in der Zahnfleischfurche.

Diese Furche entsteht ganz natürlich da, wo das Zahnfleisch am Zahn endet. Das Zahnfleisch umgibt den ganzen Zahn; sie verläuft also ringsum, um den ganzen Zahn. Jeder Mensch hat also eine Zahnfleischfurche rings um jeden Zahn und dort kann der Biofilm leider ungehindert wachsen.

Zahnfleischfurchen, Comic

Dieser Biofilm in den Zahnfleischfurchen zwischen den Backenzähnen ist resistent gegen alle Hausmittel, Mundspüllösungen, und sogar auch gegen Chlorhexidin-Behandlungen (wie CB 12 oder Chlorhexamed). Warum? Biofilm ist eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Je länger sie unangetastet bleibt, desto resistenter wird sie. Auf ihrer Oberfläche hat sie einen Schild aufgebaut, der vor chemischen Angriffen wirksam schützt. Die einzig effektive Art den Biofilm zu bekämpfen ist mechanisch, sprich mit Borsten. Genau das machen wir beim Zähneputzen. Dabei entfernen wir den Biofilm nicht nur von den Zähnen, sondern auch automatisch aus den Zahnfleischfurchen, außer zwischen den Zähnen und anderen schwer zugänglichen Stellen. Dort verbleibt der Biofilm, und zwar dauerhaft. Das ist ein Problem, denn deshalb hat die große Mehrheit der Bevölkerung entzündetes Zahnfleisch zwischen den Zähnen. Davon bemerken wir nichts, und es ist so normal, dass auch der Zahnarzt oft nichts dazu sagt. Es scheint „natürlich“ zu sein.

Zahnfleischfurchen, Biofilm

Vom Versteck zwischen den Backenzähnen breitet sich die Zahnfleischentzündung immer wieder nach „vorn“ aus, also in den sichtbaren Bereich, wo wir auch Schmerzen und Bluten bemerken.

Das große Problem aber ist, dass sich bei der Mehrheit der Bevölkerung aus der versteckten Zahnfleischentzündung zwischen den Backenzähnen im Laufe der Zeit die Zahnfleischtaschen entwickeln (Diese Taschen bieten Bakterien noch mehr Platz, sich ungestört zu vermehren). Damit ist eine Parodontitis unausweichlich. Diese bleibt genauso vollkommen unbemerkt, obwohl es sich wie gesagt um eine Kieferknochenentzündung handelt.

Die einzige Lösung: Die Aktivprophylaxe

Anstatt nun mit Hausmitteln oder anderem Schnickschnack die Zahnfleischentzündung zu behandeln, müssen Sie die Ursache beseitigen – und zwar täglich. Das tägliche und vor allem wirksame Entfernen des Biofilms verschafft Ihnen eine dauerhafte Zahngesundheit. Das bekommen Sie aber ohne Unterstützung nicht hin. Was Sie brauchen, ist die richtige Zahnarztpraxis. Lesen Sie dazu – Eine Krankheit, die Sie am Ende selbst heilen. Alles was für eine Kieferknochenentzündung gilt, ist auch relevant für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung.

Sie werden schnell merken: Wenn Sie täglich den kompletten Biofilm entfernen, brauchen Sie keine anderen Hilfsmittel mehr. Wenn Sie möchten, können Sie Mundspüllösungen verwenden, bräuchten Sie aber gar nicht, denn die antibakteriellen Stoffe können die natürliche Mundflora stören. Das gilt vor allem für Chlorhexidin. Diesen Wirkstoff sollten Sie höchstens wenige Wochen einsetzen. Es hat sich tatsächlich gezeigt, dass einige Bakterien resistent gegen Chlorhexidin werden können. Am Ende töten Sie dann die „guten“ Bakterien, während die „bösen“ überleben und weiterhin aktiv bleiben. Falls Sie wegen des Mundgeruchs gerne Mundspüllösungen verwenden wollen, lesen Sie besser: Mundgeruch hat eine Ursache

Gesundes Zahnfleisch ist erstaunlich robust

Wenn Sie es geschafft haben die Entzündung wegzubürsten, werden Sie sich wundern, wie robust und schmerzfrei gesundes Zahnfleisch ist. Viele glauben, dass sie ihr Zahnfleisch mit Interdentalbürsten verletzen, wenn sie beim Gebrauch Zahnfleischbluten bekommen. Das ist bei gesundem Zahnfleisch aber kaum möglich. Unser Zahnfleisch ist von Natur aus für große Belastungen ausgelegt. Über Millionen Jahre hat sich der Mensch von reichlich Rohkost ernährt, die das Zahnfleisch beim Kauen entsprechend belastet. Dafür ist es gemacht. Tatsächlich ist auch die Wundheilung im Mund mehr als doppelt so schnell im Vergleich zu anderen Körperregionen. Aktuell wurde dazu eine Studie an 30 Freiwilligen in Bethesda durchgeführt. (https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/heilwunder-mund/)

Gesundes Zahnfleisch ist in der Regel gar nicht so schwer zu erhalten. Nur der dauerhaften Belastung durch den Biofilm ist es nicht gewachsen.

Unsere Zähne sind von der Natur aus für gute 30 Jahre angelegt, genauso das dazugehörige Zahnfleisch. Deshalb bilden sich bei der Mehrheit ab einem Alter von 30 Jahren Zahnfleischtaschen. Der Zahnausfall ist damit vorprogrammiert. Tatsächlich haben wir hier eine evolutionäre Schwachstelle im Mund. ( Lesen Sie dazu auch: Warum ist Parodontitis so häufig – Die Schwachstelle im Mund)

Ohne Biofilm im Mund bleibt auch der restliche Körper vor Schaden bewahrt.

Aber nicht vergessen: Ohne Unterstützung geht es nicht. Sie brauchen die richtige Zahnarztpraxis, Sie brauchen eine Aktivprophylaxe. Denn ohne Schulung bekommen Sie die Zahnzwischenräume nicht richtig sauber. Schon die richtigen Größen der Interdentalbürsten können Sie alleine nicht bestimmen. Zudem gibt es auch individuelle Unterschiede: Jedes Gebiss ist anders und wer sich zuckerreich ernährt, also ständig nascht oder Energy Drinks konsumiert, muss besonders auf gute Zahnhygiene achten. Wir alle können unsere Zähne ein Leben lang behalten, wenn wir täglich den Biofilm entfernen. Und zwar überall, auch aus den Zahnzwischenräumen. Dabei brauchen wir Unterstützung durch eine Zahnarztpraxis, in der eine Schulung zur Mundhygiene (Aktivprophylaxe) angeboten wird.

Lesen Sie auch: Professionelle Zahnreinigung: Nur wenn Sie aktiv werden, ist sie sinnvoll.

Das Dokument für Skeptiker:
Der ParoPass zeigt Ihnen, wie der aktuelle Stand in Ihrem Mund ist. Sie können sich von uns 3 ParoPässe kostenlos zuschicken lassen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen.

Parodontose bleibt meist unbemerkt, Frau vor Spiegel

Herzinfarkt und Parodontitis

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Stress, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte. Aber wer hätte gedacht, dass Parodontitis ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall sein kann?

Es mehren sich die Hinweise, dass entzündliche Prozesse eine Ursache zur Entstehung von Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) sind. Hohe Cholesterinwerte allein wären demnach harmlos. Erst eine Entzündung verursacht die Ablagerungen in unseren Adern.
Das erklärt auch besser, warum die Blutgefäße so ungleichmäßig „verkalken“. Denn es finden sich bei jedem Menschen immer auch Adern, die noch glatt wie ein Babypopo sind, obwohl andere Bereiche schon fast kein Blut mehr durchleiten.

Versteckte Entzündungen im Körper sind weit verbreitet. Allen voran die Parodontitis: Etwa die Hälfte aller Erwachsenen hat eine versteckte Entzündung im Mund, die größer ist als man denkt.

Entzündung so groß wie eine ganze Handinnenfläche

Handfläche, Größe der Entzündung
Die Entzündung ist so groß wie eine Handfläche

Bei einer mittleren bis schweren Parodontitis macht die Gesamtfläche des entzündeten Zahnfleisches die Größe einer Handinnenfläche aus -- ohne dass Sie davon wissen. Und das ist nur das Zahnfleisch. Bei der Parodontitis ist eben auch das Parodont, also der Kieferknochen selbst, entzündet.

Erreger und Entzündungsstoffe sind im Blut nachweisbar. Es ist also naheliegend, dass die Parodontitis sich ungünstig auf unsere Blutgefäße auswirkt. Tatsächlich zeigt das auch eine Studie aus dem Jahr 2014 von Dr. J. Schneider.
Hintergrund: Die Messung der so genannten Pulswellengeschwindigkeit hat Aufschluss darüber gegeben, dass Parodontitis höchstwahrscheinlich ein wichtiger Treiber von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein könnte.

Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten in einer Studie feststellen, dass die Blutgefäße Parodontitis erkrankter Personen deutlich vorgealtert, d. h. starrer, waren. Im Vergleich zu nicht parodontal erkrankten Personen sind diese im Schnitt 10-15 Jahre älter, und tragen somit zu einem höheren Risiko für Herzerkrankungen bei. Noch ist die Teilnehmerzahl der Studien zu klein, um wissenschaftlich fundiert von Zusammenhängen zu sprechen.

Zum Verständnis: Jedes Herz erzeugt eine Druckwelle, mit der das Blut gepumpt wird. Die Geschwindigkeit dieser Welle ist von der Beschaffenheit der Gefäße abhängig. Je starrer und „verkalkter“ die Gefäße, desto schneller die Pulswelle. Das führt zu einer Mehrbelastung des Herzens.

Um wissenschaftlich fundiert eine Aussage tätigen zu können, untersuchen Hamburger Wissenschaftler mit einer Probandengröße von über 50.000 Personen, wie viel hinter dem Zusammenhang steckt.

Parodontitis: Gefahr für Herz und Gehirn

Parodontitis betrifft unseren ganzen Körper

Parodontitis ist mit aller Wahrscheinlichkeit also viel mehr als nur eine reine Zahnfleisch- bzw. Knochenentzündung. Es kann unseren gesamten Körper negativ beeinflussen. Ja, es könnte sogar ein Auslöser für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Sogar Alzheimer könnte durch die Erreger aus den Zahnfleischtaschen ausgelöst werden. Gesichert ist jedenfalls, dass sich die typischen Parodontitis-Keime im Gehirn finden lassen. Diese Tatsache ist vielen Menschen nicht klar. Weitere Verfechter der Zusammenhänge von Parodontitis und Allgemeinmedizin sind aktuell vermehrt zu finden -- so zum Beispiel Prof. Peter Eickholz und Prof. Thomas Kocher. In ihren Forschungen konnten sie zeigen, dass beispielsweise auch Verbindungen zwischen Parodontitis und Diabetes vorhanden sein könnten.

Selbst in der Zahnmedizin werde die Parodontitis häufig noch als isoliertes Problem betrachtet, berichtet Erich Irlstorfer, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages.

Herzinfarkt, Diabetis, Alzheimer und Parodontitis? Hört sich alles schlimm an…

… aber mit der richtigen und frühzeitigen Zahnpflege kann man diese möglichen Gefahrenfaktoren schon mal ausschließen. Dazu brauchen Sie aber unbedingt fachliche Unterstützung. Wie das geht?

Erfahren Sie hier worauf es ankommt und warum eine professionelle Zahnreinigung allein nicht ausreicht.

Comic-Zahn, Zahnfleischtaschen, Messung

Parodontitis Behandlung

1. Sie glauben, Ihre Zahnärztin kann Ihre Parodontitis / Parodontose heilen?
Falsch. Kann sie nicht. Die Zahnarztpraxis schafft lediglich die Voraussetzungen für Ihre Heilung. Die Parodontitis Behandlung ist nur die Grundlage damit Sie gesund werden. Wirklich heilen tun Sie die Krankheit am Ende selbst.

2. Sie glauben, Sie reinigen Ihre Zähne ohne Anleitung effektiv und gründlich?
Falsch. Sie brauchen die Schulung eines Mundhygiene-Profis. Wir nennen das „Aktivprophylaxe“, weil Sie selbst aktiv werden müssen. Diese Schulung kann eine Zahnärztin durchführen, wird aber eher von Dentalhygienikerin oder Zahnmedizinischen Prophylaxe Assistentinnen (ZMP) gemacht. Vor allem die Zahnzwischenräume sind das Problem. Sie heilen Ihre Parodontitis nur, wenn Sie wissen, wie Ihre Zähne richtig gereinigt werden.

3. Sie glauben, nach einer erfolgreichen Parodontitis Behandlung ist die Krankheit verschwunden?
Falsch. Die tägliche Zahnpflege ist eine lebenslange Aufgabe. Es sind nur wenige Minuten am Tag, die sich aber wirklich lohnen. Klingt kompliziert? Ist es nicht! Alles was Sie brauchen ist eine gute Zahnarztpraxis, die Ihnen das beibringt.

Interdentalzahnbürsten in diversen Größen
Interdentalzahnbürsten in diversen Größen /Bildquelle: Oral Prevent©

Sie müssen lernen Ihre Zahnzwischenräume zu reinigen
– wir nennen das Aktivprophylaxe

Der wichtigste Teil der Parodontitis Behandlung sind Sie selbst. Dazu brauchen Sie unbedingt eine Schulung zur Mundhygiene (Aktivprophylaxe). Diese wird leider nicht überall angeboten. Fordern Sie das ein, oder gucken Sie bei unseren teilnehmenden Praxen. Ohne Schulung ist die Wahrscheinlichkeit die Parodontitis loszuwerden sehr gering. Das übliche Zähneputzen werden Sie vermutlich schon recht ordentlich bewerkstelligen. Das Problem sind die Zahnzwischenräume. Die müssen Sie mit der Interdentalbürste (Zahnzwischenraumbürste) reinigen. Doch das ist ohne Anleitung nicht möglich, da jeder Zahnzwischenraum anders ist.

Comic-Zahn, Interdentalbürste

Die Bürsten sind erwiesenermaßen mit Abstand das beste Instrument (Richtlinien der EFP). Diese kleinen Bürsten sind die entscheidende Waffe gegen Parodontitis. Leider hat fast die Hälfte der Menschen so enge Zahnzwischenräume, dass Interdentalbürsten nicht passen. Dort muss dann Zahnseide verwendet werden. Aber auch damit können Sie wirksam reinigen, wenn Ihnen eine Fachkraft das beibringt.

Hier die 4 wichtigsten Gründe, warum Sie unbedingt eine Schulung zum Zähneputzen brauchen.

Warum eine Schulung?

1. Jedes Gebiss ist anders

Nur eine Fachkraft kann beurteilen, an welchen Stellen Sie Interdentalbürsten anwenden können und an welchen Sie Zahnseide verwenden müssen. Es ist grundlegend wichtig die richtigen Größen der Interdentalbürsten zu ermitteln. Fast immer werden mehrere Bürsten in unterschiedlichen Größen gebraucht. Wenn die Bürsten zu klein sind, bleibt Plaque zurück.

Parodontose kann entstehen. Interdentalbürste erreicht Stelle nicht da sie zu klein ist
Zu kleine Bürsten erreichen manchmal nicht jede Stelle.
Zu große Bürsten können den Zahnhals oder das Zahnfleisch schädigen.

2.   Es ist eine ganz schöne Fummelei

Die Anwendung der Interdentalbürsten und auch der Zahnseide ist am Anfang nicht leicht. Selbst geschickte Menschen brauchen Übung. So sind z. B. die hinteren Zahnzwischenräume zunächst schwer zu erreichen. Ein typischer Anfängerfehler: Der Mund wird zu weit aufgemacht. Zudem haben sie zunächst noch eine Zahnfleischentzündung. Daher ist das Zahnfleisch angeschwollen und die Entzündung schmerzt. Das macht die Prozedur am Anfang nicht leichter. Dann ist es unter Umständen ratsam, ein Chlorhexidin Gel auf die Interdentalbürste aufzutragen. Fragen Sie danach.

3.   Eine Überprüfung ist zwingend erforderlich

Sie müssen nach einigen Wochen die Reinigungsleistung überprüfen. Es geht dabei weniger um eine Bewertung Ihrer Putzleistung. Es ist ganz einfach so, dass sich erst in der Praxis zeigt, ob die empfohlenen Maßnahmen ausreichen. Die Entzündung muss raus, damit das Zahnfleisch wieder abschwillt. Damit ist oftmals verbunden, dass die Interdentalbürsten eine Nummer größer werden müssen.

Comic-Kiefer, Interdentalbürsten
Interdentalbürsten müssen in verschiedenen Größen getestet werden.

4.  Die normale Zahnbürste bleibt auch wichtig

Die Zahnfleischfurchen oder –taschen müssen rund um den Zahn sauber werden. Auch das Putzen mit der Zahnbürste sollte geübt werden. Sie selbst müssen aktiv werden und dazu brauchen Sie fachliche Unterstützung.

Die Aktivprophylaxe – Jeder sollte sie bekommen

Die Volkskrankheit Parodontitis betrifft jeden zweiten Erwachsenen mit gravierenden Folgen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Schulung zum Zähneputzen (Aktivprophylaxe) Standard wird, weil das der wichtigste Schritt ist, die Krankheit einzudämmen. Sie dauert schon je nach Gebiss und Fingerfertigkeit mindestens 15 bis 20 Minuten. Unter Umständen auch erheblich länger. Entscheidend ist: Sie selbst reinigen unter Aufsicht Ihre Zahnzwischenräume. Sie selbst werden aktiv. Nur so können Sie es lernen. Die Aktivprophylaxe wird, wenn überhaupt, nicht allein angeboten, sondern im Rahmen einer Professionellen Zahnreinigung. Diese ist ohnehin sinnvoll um ältere Beläge zu entfernen und die Zahnfleischtaschen zu reinigen.

Es ist äußerst wichtig, dass der Reinigungserfolg innerhalb der nächsten 3 bis 5 Wochen kontrolliert wird, beim sogenannten “Recall“. Dieser gehört immer zu einer Aktivprophylaxe dazu. Je nach Schwere der Krankheit, Gebissanatomie und Ihrer Geschicklichkeit braucht es auch mehrere Recalls.

Die effektive Parodontitis-Behandlung

Entscheidend ist am Ende eine gute Zahnarztpraxis! Damit Sie eine fachlich fundierte Schulung bekommen, fragen Sie nach Dentalhygienikerinnen, oder zahnmedizinischen Prophylaxehelferinnen oder schauen Sie bei unser Zahnarztliste. So sichern Sie sich eine effektive Parodontitis Behandlung.

Nur die Fachleute vor Ort wissen genau, wie viele Schulungen und Zahnreinigungen Sie benötigen um wieder gesund zu werden. Denn jeder Mensch ist anders und muss individuell betreut werden. Es lohnt sich: Wenn Sie den Bürstenbogen raus haben, dann brauchen Sie nicht mal eine Minute am Tag für die Zahnzwischenräume und können so dafür sorgen, dass eine Parodontitis Behandlung in Zukunft für Sie nicht mehr notwendig ist.

So können Sie Ihre Zähne ein Leben lang behalten, und auch den restlichen Körper vor Schaden bewahren.

Unser ParoPass kann Ihnen helfen, denn er zeigt an ob es besser wird oder nicht. Sie können in bei uns beziehen, oder in einer Zahnarztpraxis auf unsere Liste.

oder