Parodontose bleibt meist unbemerkt, Frau vor Spiegel

Herzinfarkt und ParodontitisDer Tod aus dem Mund?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Stress, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte. Aber wer hätte gedacht, dass Parodontitis ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall sein kann?

Es mehren sich die Hinweise, dass entzündliche Prozesse eine Ursache zur Entstehung von Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) sind. Hohe Cholesterinwerte allein wären demnach harmlos. Erst eine Entzündung verursacht die Ablagerungen in unseren Adern.
Das erklärt auch besser, warum die Blutgefäße so ungleichmäßig „verkalken“. Denn es finden sich bei jedem Menschen immer auch Adern, die noch glatt wie ein Babypopo sind, obwohl andere Bereiche schon fast kein Blut mehr durchleiten.

Versteckte Entzündungen im Körper sind weit verbreitet. Allen voran die Parodontitis: Etwa die Hälfte aller Erwachsenen hat eine versteckte Entzündung im Mund, die größer ist als man denkt.

Entzündung so groß wie eine ganze Handinnenfläche

Handfläche, Größe der Entzündung
Die Entzündung ist so groß wie eine Handfläche

Bei einer mittleren bis schweren Parodontitis macht die Gesamtfläche des entzündeten Zahnfleisches die Größe einer Handinnenfläche aus -- ohne dass Sie davon wissen. Und das ist nur das Zahnfleisch. Bei der Parodontitis ist eben auch das Parodont, also der Kieferknochen selbst, entzündet.

Erreger und Entzündungsstoffe sind im Blut nachweisbar. Es ist also naheliegend, dass die Parodontitis sich ungünstig auf unsere Blutgefäße auswirkt. Tatsächlich zeigt das auch eine Studie aus dem Jahr 2014 von Dr. J. Schneider.
Hintergrund: Die Messung der so genannten Pulswellengeschwindigkeit hat Aufschluss darüber gegeben, dass Parodontitis höchstwahrscheinlich ein wichtiger Treiber von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein könnte.

Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten in einer Studie feststellen, dass die Blutgefäße Parodontitis erkrankter Personen deutlich vorgealtert, d. h. starrer, waren. Im Vergleich zu nicht parodontal erkrankten Personen sind diese im Schnitt 10-15 Jahre älter, und tragen somit zu einem höheren Risiko für Herzerkrankungen bei. Noch ist die Teilnehmerzahl der Studien zu klein, um wissenschaftlich fundiert von Zusammenhängen zu sprechen.

Zum Verständnis: Jedes Herz erzeugt eine Druckwelle, mit der das Blut gepumpt wird. Die Geschwindigkeit dieser Welle ist von der Beschaffenheit der Gefäße abhängig. Je starrer und „verkalkter“ die Gefäße, desto schneller die Pulswelle. Das führt zu einer Mehrbelastung des Herzens.

Um wissenschaftlich fundiert eine Aussage tätigen zu können, untersuchen Hamburger Wissenschaftler mit einer Probandengröße von über 50.000 Personen, wie viel hinter dem Zusammenhang steckt.

Parodontitis: Gefahr für Herz und Gehirn

Parodontitis betrifft unseren ganzen Körper

Parodontitis ist mit aller Wahrscheinlichkeit also viel mehr als nur eine reine Zahnfleisch- bzw. Knochenentzündung. Es kann unseren gesamten Körper negativ beeinflussen. Ja, es könnte sogar ein Auslöser für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Sogar Alzheimer könnte durch die Erreger aus den Zahnfleischtaschen ausgelöst werden. Gesichert ist jedenfalls, dass sich die typischen Parodontitis-Keime im Gehirn finden lassen. Diese Tatsache ist vielen Menschen nicht klar. Weitere Verfechter der Zusammenhänge von Parodontitis und Allgemeinmedizin sind aktuell vermehrt zu finden -- so zum Beispiel Prof. Peter Eickholz und Prof. Thomas Kocher. In ihren Forschungen konnten sie zeigen, dass beispielsweise auch Verbindungen zwischen Parodontitis und Diabetes vorhanden sein könnten.

Selbst in der Zahnmedizin werde die Parodontitis häufig noch als isoliertes Problem betrachtet, berichtet Erich Irlstorfer, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages.

Herzinfarkt, Diabetis, Alzheimer und Parodontitis? Hört sich alles schlimm an…

… aber mit der richtigen und frühzeitigen Zahnpflege kann man diese möglichen Gefahrenfaktoren schon mal ausschließen. Dazu brauchen Sie aber unbedingt fachliche Unterstützung. Wie das geht?

Erfahren Sie hier worauf es ankommt und warum eine professionelle Zahnreinigung allein nicht ausreicht.

Zur Startseite