Zahnimplantate / PeriimplantitisRetten Sie Ihr Implantat

Zahnimplantate sind weit verbreitet, und können ein Leben lang halten. Das tun sie aber eher nicht, was am Kieferknochen beziehungsweise der Periimplantitis liegt.

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 1,3 Millionen Implantate gesetzt, und es werden jedes Jahr mehr. Es ist also durchaus davon auszugehen, dass wir 15 Millionen Implantate in deutschen Mündern vorfinden können. Die Teleskopprothese zum Beispiel, ist ein kombinierter Zahnersatz, der aus einem fest verankerten Teil sowie einem herausnehmbaren Teil besteht. Für eine Behandlung mit Teleskopprothese im Oberkiefer lassen sich bis zu 7000 Euro veranschlagen. Im Durchschnitt zahlt man für ein komplettes Zahnimplantat zwischen 2000 Euro und 4000 Euro. Ein Jammer, dass bereits nach 10 Jahren 10% der teuren Teile wieder ausgefallen. Nach 20 Jahren ist über die Hälfte ausgefallen (geschätzt, genaue Daten gibt es nicht). Es ist aber nicht nur schade ums Geld, Implantate lassen sich nicht beliebig ersetzen.

Der Grund ist unser Kieferknochen

Denn: Der künstliche Zahn selbst ist nicht das Problem, es ist seine Verankerung und das ist unser Kieferknochen. Dort drinnen sitzt das Implantat fest und wenn es nach ca. 10 bis 15 Jahren rausgenommen werden muss, dann liegt das fast immer daran, dass der Kieferknochen sich soweit zurückgebildet hat, dass er das Implantat nicht mehr hält.

Am Ende entscheidet vor allem Ihr Kieferknochen über die Haltbarkeit des Implantats. Und da können Sie eine ganze Menge machen.

Dazu müssen wir aber erstmal etwas erklären:

Kaum einer weiß: Der Hauptgrund für ein Implantat ist, dass sich Ihr Kieferknochen bereits zurückgebildet hat. Das ist der Grund, warum Ihr natürlicher Zahn raus musste. Implantate werden daher in einen ohnehin “verschlankten” Kieferknochen gesetzt.

Parodontose
Diese Zähne halten nicht mehr lang.

Warum das so ist, lässt sich nachlesen unter: Eine Schwachstelle der Evolution.

Jeder Mensch sollte wissen, wie es um seinen Kieferknochen bestellt ist: Lassen Sie sich das Röntgenbild in der Zahnarztpraxis zeigen und auch wie viel Kieferknochen schon weg ist. In der Fachsprache heißt das: Attachmentverlust.
Wir haben in Deutschland 15 Millionen Implantate, da die Volkskrankheit Parodontitis den Kieferknochen wegfrisst. Diese chronische Entzündung hört aber nicht einfach auf, wenn der Zahn durch ein Implantat ersetzt wird. Sie bekommt nur einen neuen Namen: Periimplantitis (was übersetzt Entzündung heißt, rund um das Implantat). Im Durchschnitt beginnt 2 bis 3 Jahre nach dem Setzen des Implantats diese Entzündung.

Das bemerken Sie nicht, doch ihr Kieferknochen baut sich weiter ab

Wie lange ihr Implantat hält, hängt also davon ab, ob Ihr Kieferknochen entzündet ist und wie stark. Und da können Sie was machen. Die Parodontitis und die Periimplantitis unterscheiden sich zwar in einigen Punkten, aber die Ursache ist gleich: Plaque also Zahnbelag, eine Bakterienkolonie. Welche Bakterien genau sich in Ihren Kieferknochen fressen, ist am Ende nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Sie diese Entzündung stoppen.

Und da gleichen sich die beiden Krankheiten (Parodontitis und Periimplantitis), denn beide sind auf die gleiche Art zu stoppen. Alleine werden Sie das nicht schaffen, Sie brauchen eine Zahnarztpraxis, die Sie unterstützt. Bei der richtigen Pflege hält ihr Zahnimplantat ein Leben lang und Sie haben keine Entzündung mehr im Mund beziehungsweise im Kieferknochen.

Lesen Sie dazu: Die richtige Zahnarztpraxis ist entscheidend.

Natürlich gibt es auch andere Gründe für ein Implantat:
Es kann auch Karies, chronische Wurzelentzündung, oder ein mechanisch zerstörter Zahn sein (zum Beispiel durch einen Unfall). Dann ist der Kieferknochen oft noch gesund und das Implantat hält sehr lange: Sie müssen aber dennoch, auf jeden Fall vorsorglich Ihr Gebiss reinigen. “Ein Zahnimplantat muss mindestens so gut gepflegt und noch engmaschiger kontrolliert werden wie die eigenen Zähne.” – Prof. Dr. med. dent. Schwarz

Es ist am Ende gar nicht so schwer, die Zähne und Implantate zu reinigen. Sie brauchen aber eine Prophylaxe Fachkraft, die das mit Ihnen einübt. Wir nennen das Aktivprophylaxe. Das ist leider nicht selbstverständlich. Viele Zahnarztpraxen bieten nur eine weitgehend passive Zahnreinigung. Die allein reicht aber nicht. Sie müssen es selbst lernen unter Anleitung und vor allem auch in mehreren Sitzungen. Wenn Sie unsicher sind, finden Sie eine Praxis mit unserer Zahnarztsuche – vielleicht auch in Ihrer Nähe?

Lesen Sie auch: Professionelle Zahnreinigung – nur sinnvoll wenn Sie selbst aktiv werden

Es lohnt sich gleich mehrfach. Sie sparen Geld, können ihre Implantate eine Leben lang behalten und nicht zuletzt: Ein entzündeter Kieferknochen, kann sich auch auf den restlichen Körper negativ auswirken.

Prof. Dr. Hendrik Terheyden – Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus in Kassel:
Ich hoffe, dass als Ergebnis der Konferenz sich ein Bewusstsein dafür bildet, dass Zweiteingriffe nach Implantatverlust einen erhöhten Schwierigkeitsgrad und schlechtere Erfolgsaussichten beinhalten als die Erstimplantation. Daher sollte zunächst einmal alles getan werden, damit ein Implantat so lange wie möglich gesund bleibt und auch im Erkrankungsfall erhalten werden kann.“ (…)

 “Man hat belastbare Zahlen über die Erfolgsraten bei der Versorgung von Zahnimplantaten. Diese liegen bei etwa 90 Prozent nach zehn Jahren. Wenn man daraus umgekehrt die Verlustraten nimmt und davon ausgeht, dass die Mehrzahl der Verluste durch Periimplantitis entsteht, käme man auf etwa 10 Prozent in einem Zehn-Jahres-Zeitraum.“

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