Ist die professionelle zahnreinigung wirklich eine sinnvolle Lösung gegen parodontitis?

Illusion: Professionelle Zahnreinigung Wir wiegen uns in falscher Sicherheit

Millionen Deutsche pilgern ein bis zweimal jährlich zu ihrem Zahnarzt, um eine professionelle Zahnreinigung (PZR) “machen zu lassen”. Dabei sitzen sie der Illusion auf, dass sie dadurch wieder für einen Zeitraum gegen Parodontitis und Karies geschützt sind.



Es ist sicherlich wünschenswert, dass die Zähne ein- bis zweimal pro Jahr richtig durchgereinigt werden, insbesondere von Zahnstein und hartnäckigen Auflagerungen befreit werden. Die gefährlichen Bakterien, die Zahnfleischentzündung und Karies auslösen, sind aber 24 Stunden später wieder alle da und besiedeln als mikrobieller Biofilm die Zahnoberflächen. Wenn Sie diese Bakterien nun nicht selbst jeden Tag entfernen, müssten Sie täglich zur PZR, um sicher zu sein, dass Sie nicht krank werden.


Im Rahmen der PZR sollte die Prophylaxe-Fachkraft immer mit dem/der Patienten/in die Handhabung von Zahnbürste und insbesondere Interdentalbürste üben und den Zustand der häuslichen Mundhygiene analysieren. Diese Verfahrensempfehlung für Prophylaxehelfer/innen geht klar aus den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie und der European Federation of Periodontolgy (EFP) hervor. Das Zeigen am Modell reicht eindeutig nicht! Eine Fachkraft muss es mit Ihnen üben, bis Sie alle Zahnzwischenräume selbstständig mit den Interdentalbürsten reinigen können.


Leider ist der Ist-Zustand in deutschen Praxen oft anders:

Der Patient setzt sich zumeist passiv in den Behandlungsstuhl und der Helfer reinigt die Zähne. Diese Vorgehensweise ist nicht nachhaltig und wir Zahnärzte wissen das.

Zahnarzt-Werkzeuge

Selbst ist der/die Patient/in

Das bedeutet also, Sie als Patient müssen in der Prophylaxe viel aktiver werden und in einer guten Zahnarztpraxis wird Ihnen beigebracht, wie Sie Ihre Zähne täglich so pflegen, dass Sie nicht mehr an Karies oder Parodontitis erkranken. 90 Prozent an Zahngesunderhaltung erbringen Sie selbst, nur 10% die Zahnärzte, das muss Ihnen bewusst werden.

Lassen Sie sich Ihren Zahnfleischzustand bei jedem Zahnarztbesuch in Ihren ParoPass® eintragen. Bei Zahnärzten, die Sie mit einem ParoPass® ausstatten, können Sie sicher sein, dass Sie eine PZR erhalten, wie sie in den Richtlinien definiert ist.

Den nächsten ParoPass®-Zahnarzt in Ihrer Nähe finden Sie in unser Zahnarzt-Datenbank. Geben Sie einfach Ihren Wohnort oder Ihre Postleitzahl ein und finden Sie bequem eine Zahnarztpraxis mit ParoPass.

 - Dr. Volker Storcks

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