Vorgang Professionelle Zahnreinigung, Parodontitis vorbeugen

Professionelle Zahnreinigung

Ist eine professionelle Zahnreinigung wirklich sinnvoll? Sie kostet immerhin zwischen 70 € und 150 €, und kaum eine Krankenkasse übernimmt die Kosten. Wir sagen: Ja, diese Reinigung macht Sinn. Allerdings nur, wenn eine Schulung zum Zähneputzen enthalten ist. Wir nennen diese Schulung: “Aktivprophylaxe!“.

Normalerweise ist eine Professionelle Zahnreinigung passiv. Wir liegen entspannt im Behandlungsstuhl, und lassen uns die Zähne reinigen. Mit einem guten Gefühl gehen wir anschließend nach Hause. Doch der Schein trügt. Woher wir das wissen? Allein die Tatsache, dass jeder zweite Erwachsene von Parodontitis betroffen ist, und damit Zahnausfall immer noch ein Massenphänomen ist, spricht Bände. Aber auch die fünfte Mundgesundheitsstudie, kann keinen großen Nutzen der Professionellen Zahnreinigung erkennen. Aus diesem Grund weigert sich auch die Mehrheit der Krankenkassen die Kosten zu übernehmen.
Das ist sehr bedauerlich, denn die Zahnreinigung ist sehr wohl sinnvoll, wenn sie richtig gemacht wird – mit Aktivprophylaxe. Beides zusammen ergibt Sinn, passiv und aktiv.

Die übliche Professionelle Zahnreinigung – passiv

Sich den professionellen Händen der Prophylaxe-Fachkraft hinzugeben ist grundsätzlich zu empfehlen. Warum? Wir vernachlässigen viele schwer zugängliche Stellen in unserem Gebiss. An diesen Stellen hat sich häufig schlecht zu erreichender Belag gebildet. Nach einer Weile verfestigt er sich, und ist dann nur noch schwer zu beseitigen. Irgendwann wird er sogar zu Zahnstein und den bekommt man selber nicht mehr weg. Das geschieht auch zwischen den Zähnen. Das Hauptproblem sind eindeutig die Zahnzwischenräume, selbst wenn mittlerweile viele Menschen Zahnseide, oder sogar Interdentalbürsten verwenden. Der Zahnzwischenraum ist nicht so leicht sauberzubekommen, insbesondere die Zahnfleischtaschen.
Mit modernen Pulverstrahlgeräten (Air-Flow-System) werden alle Bereiche, auch in den Zahnfleischtaschen, effektiv gereinigt.

Achtung: Nicht jede Prophylaxe-Helferin darf auch die Zahnfleischtaschen reinigen, dazu bedarf es einer Zusatzausbildung. Doch diese Reinigung ist grundlegend wichtig. Daher unbedingt danach fragen! (Frage: “Wird bei Ihnen auch subgingival gereinigt?“, übersetzt: “Werden auch die Zahnfleischtaschen sauber gemacht?“)
Sie bemerken das übrigens daran, dass es ein klein wenig unangenehm ist, denn wenn die Taschen richtig durchgestrahlt werden, zwickt es schon mal ein wenig. Eine Zahnreinigung, die sich nur wohltuend anfühlt, ist eher nicht effektiv.

Zahnarzt reinigt Zahnfleischtaschen, Air Flow, PZR
Air Flow geräte reinigen die Zahnfleischtaschen

Fragen Sie also nach
1. Air Flow Geräten (Pulverstrahl) und
2. Zahnfleischtaschen reinigen

Wie oft eine Professionelle Zahnreinigung gemacht werden muss, ist individuell sehr verschieden. Zweimal im Jahr ist der Standard, wenn Sie eine schwere Parodontitis haben auch öfter. Wenn Sie im grünen Bereich beim ParoPass sind, sollte eine Behandlung im Jahr ausreichen. Der entscheidende Punkt für die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit ist aber, dass Sie Zuhause die neu gewonnene Sauberkeit weiter aufrechterhalten. Wenn Sie das nicht machen, ist die Zahnreinigung nicht nachhaltig, und dann haben die Krankenkassen am Ende leider recht.

Die Aktivprophylaxe (aktive Zahnreinigung)

Der wichtigste Teil der Zahnreinigung ist eindeutig die Schulung zur Mundhygiene.
Wir nennen es “Aktivprophylaxe“, um es eindeutig von der passiven PZR zu abzugrenzen.

Das verblüfft zunächst: Zähneputzen können wir doch, oder? Viele schon, aber die Zahnzwischenräume sind ohne Schulung nicht sauberzubekommen. “Aber deswegen waren wir doch bei der professionellen Zahnreinigung?“ Richtig, doch bereits 24 Stunden nach der PZR besiedelt neuer Zahnbelag, also Plaque, die Zahnoberflächen, die Zahnfleischfurchen oder Zahnfleischtaschen. Eine Professionelle Zahnreinigung drückt lediglich den “Reset-Knopf“. Entscheidend für unsere Zahngesundheit, und insbesondere für die Parodontitis- und Kariesprophylaxe, ist die tägliche und richtige Reinigung.

„Das ist wie bei einem englischen Rasen, wenn Sie täglich mähen, dann wächst auch kein Unkraut.“- Prof. Dr. Dörfer, Direktor der Parodontologie Kiel

Die Illusion

Daher ist eine Zahnreinigung nur sinnvoll, wenn anschießend Zuhause das Gleichgewicht der Bakterien im Mund aufrechterhalten wird. Nur so werden Sie Ihre Parodontitis los, oder kriegen sie erst gar nicht. Nur so bleiben Sie auch von Karies verschont, und können Ihr Leben lang die eigenen Zähne behalten. Und das müssen wir tatsächlich lernen. Die Aktivprophylaxe sollte ca. 20 Minuten dauern, mit dem Fokus auf die Zahnzwischenraum-Reinigung. So steht es auch in den europäischen Leitlinien (EFP).

Warum dauert das so lange? 20 Minuten sind nur der offizielle Richtwert, es hängt von Ihrer Geschicklichkeit und dem Grad der Erkrankung ab. Allein die passenden Größen der Interdentalbürsten zu bestimmen dauert eine Weile. Die richtige Bürstengröße ist entscheidend. Das ist den Allermeisten gar nicht klar. Viele kaufen sich Interdental-bürsten und denken, sie können das Gebiss ohne Anleitung gesund erhalten. Pustekuchen. Das funktioniert leider nicht. Die Bürste muss den Raum vollständig ausfüllen, sonst bleibt zu viel Plaque zurück und die Entzündung frisst sich von da an weiter durch das Zahnfleisch in den Kieferknochen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat allerdings so enge Zahnzwischenräume, dass sie an einigen Stellen Zahnseide verwenden müssen. Die Reinigung mit dem Faden ist noch schwieriger.

Wichtig ist: Sie müssen jeden Zahnzwischenraum selbst reinigen. Sie müssen es lernen und das dauert ein Weilchen. Erst wenn sichergestellt ist, dass Sie das korrekt machen, ist die Sitzung vorbei. Ob das wirklich ausreicht, sehen wir erst nach einigen Wochen beim Kontrolltermin (Recall). Deshalb müssen Sie nach ca. 4 Wochen nochmal zur Zahnarztpraxis und es wird kontrolliert, ob die Größen richtig bestimmt wurden, und ob die Reinigung mit Zahnseide ausreicht. In einer guten Zahnarztpraxis können das die Fachkräfte beurteilen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Etwas genauer wird die Aktivprophylaxe hier beschrieben: Parodontitis/Parodontose – Die drei großen Irrtümer

Die Kosten

Da die Aktivprophylaxe zusätzlich zur üblichen Zahnreinigung erfolgt, und es einen Kontrolltermin (Recall) geben muss, wird es leider teuer. Es wird ca. 150 Euro kosten. Das lohnt sich aber, da wie gesagt ansonsten die Zahnreinigung wenig bringt. Viele brauchen mit der Zeit auch keine Schulung mehr. Wer nur eine moderate Parodontitis hat, oder einfach nur eine Zahnfleischentzündung und zudem geschickt ist, kann durchaus mit einer Aktivprophylaxe (+ Recall) schon zurechtkommen. Hat man den Bürstenbogen erstmal raus, hat Plaque keine Chance mehr. Dann kann es auch reichen, einmal im Jahr zur „passiven Zahnreinigung“ zu gehen, wo dann zu Beginn nur kurz kontrolliert wird, ob Ihre eigene Reinigungsleistung ausreicht. Auch unser ParoPass gibt zusätzlich Sicherheit, solange man im grünen Bereich ist, hat man alles richtig gemacht.

Zu Beginn sind leider 150 € fällig, das ist nicht gerade günstig und die Krankenkassen zahlen, wie gesagt, zumeist nicht. Aus diesem Grund, setzen wir uns als gemeinnützige Organisation dafür ein, dass die Mundhygiene-Schulung (Aktivprophylaxe) auch ohne Zahnreinigung angeboten wird. Bislang gibt es das noch nicht, es macht aber Sinn. Es sollte möglich sein, eine “Aktivprophylaxe“ für ca. 50 € (mit Recall) zu bekommen. Wenn Sie also nicht das Geld für eine Professionelle Zahnreinigung inklusive Aktivprophylaxe haben, dann sollten Sie nur die Aktivprophylaxe machen, denn am Ende ist die entscheidend. Das Erlernen der wirksamen Reinigung der Zahnzwischenräume ist alleine kaum möglich. Die richtigen Größen für jeden Zahnzwischenraum sollte mit professioneller Unterstützung bestimmt werden. Das ist wichtig, damit Sie keine Parodontitis bekommen, oder falls Sie schon erkrankt sind, diese dauerhaft stoppen. Unser ParoPass zeigt Ihnen, ob Sie betroffen sind und falls ja, den Behandlungserfolg.

Prof. Dr. Bettina Dannewitz, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie, sagt:

Der ParoPass bietet eine weitere sinnvolle Unterstützung für die Dokumentation und Kommunikation mit dem Patienten.“

Oder Sie bestellen den ParoPass hier zum Selbstkostenpreis:

Mundgeruch Ursachen, Mundgeruch macht einsam, Mädchen auf Bank

Mundgeruch Ursachen

Die Ursachen für Mundgeruch liegen zu 90% dort, wo der Name es vermuten lässt: Im Mund. Daher muss er auch genau dort bekämpft werden, und das ist gar nicht schwer. Zusätzlich bleiben dann auch die Zähne und das Zahnfleisch gesund. Jeder sollte diese 3 Werkzeuge nutzen:

Zahnputzbecher: Zahnbürste, Zungenreiniger und Interdentalbürste gegen Mundgeruch und schlechten Atem
Werkzeuge für die tägliche Mundhygiene

1. Zahnbürste
2. Interdentalbürste ( Zahnseide nur dann, wenn Interdentalbürsten nicht passen)
3. Zungenreiniger

Wie entsteht Mundgeruch (medizinisch: Halitosis)?

Der Geruch entsteht durch Bakterien, genauer gesagt Bakterienkolonien. Diese Kolonien werden auch Biofilm, Plaque oder Zahnbelag genannt. Sie sind die Ursache für den Gestank, und sie wachsen nicht nur auf den Zähnen, sondern auch in der Zahnfleischfurche, den Zahnfleischtaschen und auf der Zunge.
Deshalb müssen wir diese Bakterienkolonien täglich entfernen, oder zumindest deutlich reduzieren. Das geht allerdings nur mechanisch, da der Biofilm sich gegen Angriffe chemischer Natur recht gut schützen kann. Mundspüllösungen bringen auf lange Sicht nichts, da sie die Mundgeruch Ursachen nicht angehen.

Produkte mit Chlorhexidin wirken da schon eher, wie z. B. CB 12. Es enthält 0,025% Chlorhexidin und 0,3% Zink. Doch sollte niemand Chlorhexidin längerfristig anwenden, da sich die Zähne verfärben können, und die Mundflora aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Vor allem aber wird die Ursache Plaque nicht beseitigt. Wenn dieser Biofilm (Plaque) längere Zeit nicht mechanisch, also mit Bürsten entfernt wurde, hat er sich verfestigt und wir bekommen ihn selbst schwer weg. Dann kann eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll sein, um den “Reset Knopf“ zu drücken, sodass wir danach einfacher täglich für Sauberkeit im Mund sorgen können.

Und das machen wir mit Zahnbürste, Interdentalbürsten und Zungenreiniger (Zungenschaber) – die drei Musketiere im Kampf gegen Mundgeruch.
Damit Sie mit diesen Hifsmitteln auch wirksam zurechtkommen, ist eine fachliche Beratung, am besten die Aktivpropyhlaxe (Schulung zur Mundhygiene) sinnvoll, vor allem für den Umgang mit Interdentalbürsten und Zahnseide ist das zwingend erforderlich.

Zunge, Zähne und ein bisschen Zeit

Wenn Sie noch nicht überzeugt sind, dann kaufen Sie sich eine Interdentalbürste oder Zahnseide, und riechen Sie nach Gebrauch daran.
Wichtig ist allerdings, dass die Interdentalbürsten den Zahnzwischenraum auch vollständig ausfüllen.
Der Zungenreiniger ist sehr einfach anzuwenden, wenn nur nicht der Würgereiz wäre. Es reicht aber schon, wenn Sie den Wildwuchs, der auf einer ungepflegten Zunge herrscht, deutlich mindern um schlechten Atem zu vermeiden.

Morgens: 2 bis 3 Minuten Zahnbürste und 10 Sekunden Zungenreiniger

Abends: ( Nach der letzten Mahlzeit und besonders gründlich)
Jeden einzelnen Zahnzwischenraum gründlich mit Interdentalbürsten reinigen, dann mindestens 3 Minuten Zahnbürste, und danach 10 Sekunden Zungenreiniger.
(Diese Mundhygiene-Tipps gelten nicht für Menschen, die z. B. ständig Energy Drinks konsumieren oder Zuckerbonbons kauen, oder unter vermindertem Speichelfluss leiden. Diese Menschen sollten sich bei einer Prophylaxe-Fachkraft bezüglich der richtigen Zahnpflege beraten lassen)

Warum ist es so wichtig, abends gründlich zu reinigen?
Weil wir beim Schlafen kaum Speichel produzieren.

Unser Speichel und Mundgesundheit

Wir haben von Natur aus ein automatisches Reinigungssystem im Mund: Unseren Speichel. Dieser spült die Bakterien weg, oder tötet diese direkt. Tatsächlich enthält unsere Spucke mehrere Stoffe, die Keime reduzieren oder gar vernichten. Anders als bei Mundspüllösungen funktioniert das auch, vorausgesetzt wir haben wenig oder möglichst keinen Zahnbelag (Plaque). Zu guter Letzt sorgt der Speichel auch noch für einen harten Zahnschmelz, indem er unsere Zähne remineralisiert.
Zusammengefasst: Ohne gesunden Speichelfluss kein gesunder Mund.

Während des Schlafes stellt unser Körper die aufwendige Produktion von Speichel weitgehend ein. Das ist zwar praktisch, da wir nicht andauernd schlucken müssen, für die Mundgesundheit allerdings ungünstig. Daher ist die Nacht die Zeit des ungebremsten Wachstums der Bakterien. Im Schlaf feiern die Keime ungehindert eine wilde Party bei uns im Mund und das können wir morgens sogar riechen, oder genauer gesagt unsere Mitmenschen.

Das ist also der Grund, für den so typischen, schlechten Atem am Morgen. Doch dagegen kann man etwas machen. Wenn die Zähne abends vor dem zu Bett gehen gründlich gereinigt werden, sind die Bakterienkolonien zerstört. Sie haben keinen Nahrungsnachschub, und können sich dementsprechend auch nur langsam weiter vermehren. Keine wilden Partys mehr und morgens kein toter Hamster mehr im Hals. Abgesehen vom Mundgeruch ist es auch für die Zahngesundheit, also Karies und Parodontitis (Parodontose) sehr wichtig, dass wir nachts möglichst sauber sind im Mund. Aus diesem Grund ist die abendliche Zahnpflege entscheidend wichtig für unsere Mundgesundheit.

Ursachen – Der Mundgeruch ist immer noch da?

Wer jetzt immer noch unangenehm aus dem Mund riecht, sollte das unbedingt abklären lassen. In der Literatur finden wir Werte von 4% bis zu 8% der Erwachsenen, die unter verminderten Speichelfluss leiden. In einer Zahnarztpraxis, kann jeder mit einem einfachen Test die Produktion seiner Spucke testen. Eine ganze Reihe von Medikamenten stehen im Verdacht den Speichelfluss zu reduzieren.

Unter Verdacht stehende Medikamente:

Anticholinergika:
– Asthmamittel, Antazida, Antiparkinsonmittel, Antihistaminika
Blutdruckmittel:
– Adrenozeptoragonisten, Reserpin, Sonstige
Psychopharmaka im weiteren Sinne:
– Antidepressiva, Neuroleptika, Sedativa, Tranquilizer

Es gibt auch Erkrankungen, die einen verminderten Speichelfluss auslösen können:

– Sjögren-Syndrom, Diabetes, Sklerodermie, Sarkoidose, Lupus, Alzheimer,
– Dehydration Mumps, Erkrankungen der akuten und chronischen Parotitis,
– Speichelsteine, Speicheldrüsen, Mukozelen,
– partielle oder komplette Obstruktion des Ausführungsganges, Tumore,
– Psychische Erkrankungen, Depressionen, Angstzustände, Stress,
– Bestrahlungstherapie im Kopf- oder Halsbereich.

In der Regel spüren Betroffene, dass sie einen trockenen Mund haben. Es können sich also alle wieder beruhigen, die jetzt schon Panik bekommen haben. Verminderter Speichelfluss bleibt nicht unbemerkt. Und dann ist Mundgeruch sehr wahrscheinlich. Kaugummi kauen hilft als Sofortmaßnahme, da der Speichelfluss dadurch angeregt wird. Auf jeden Fall sollte eine Zahnarztpraxis aufgesucht werden, denn es besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Karies und Parodontitis. Betroffene brauchen daher eine besonders gründliche Mundhygiene, und sollten regelmäßig eine Professionelle Zahnreinigung machen. Aber auch für Menschen mit normalem Speichelfluss gilt: Kaugummi kauen (natürlich zuckerfrei) hat einen positiven Effekt auf die Mundgesundheit, ganz einfach weil die Speichelproduktion erhöht wird, wie viele Studien zeigen.

Andere Ursachen von Mundgeruch

Zu guter Letzt sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch entzündete Rachenmandeln oder Zungenmandeln Mundgeruch auslösen können. Natürlich auch übermäßiger Knoblauch- oder Alkoholgenuss, und sogar eine kohlenhydratfreie Ernährung (Atkins Diät) kann unangenehmen Atem verursachen.
Was aber nur wenige wissen: Deutschlands Volkskrankheit Nr. 1 ist auch oft die Ursache für Mundgeruch. Parodontitis, auch Parodontose genannt, hat jeder zweite Erwachsene. Etwa 11,5 Millionen Menschen in Deutschland haben sogar eine schwere Parodontitis, und damit häufig auch Mundgeruch. Dabei ist der unangenehme Atem das kleinste Problem bei der Parodontitis. Diese Krankheit zerfrisst unseren Kieferknochen, ohne dass wir es bemerken.

Das Problem: Diese Krankheit spüren wir nicht, und wenn wir erste Symptome haben, ist es oft zu spät. Hat sich der Kieferknochen zu weit abgebaut, wird es sehr schwer oder unmöglich die Parodontitis in den Griff zu bekommen. Früh erkannt, ist es dagegen recht einfach. Daher haben wir den ParoPass entwickelt. Der zeigt jedem, ob er betroffen ist, und wenn ja, wie schlimm. Darüber hinaus zeigt er auch den Behandlungserfolg.

3 ParoPässe kann man hier für 2 Euro inklusive Versandkosten bestellen, alternativ können Sie auch an unsere Umfrage teilnehmen:

Zahnseide Anwendung Handhabung

Interdentalbürste oder Zahnseide?

Viele Expertinnen empfehlen: Nutzen Sie jeden Tag mindestens 1 mal Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume – Ist das wirklich sinnvoll oder sind Interdentalbürsten die bessere Wahl?

Die häufig vernachlässigte Zahnzwischenraumpflege macht tatsächlich absolut Sinn, das steht außer Frage! Viel wichtiger als die Nutzung von Zahnseide ist jedoch der Gebrauch von Zahnzwischenraumbürsten. Bislang konnte noch keine Studie den Nutzen von Zahnseide belegen. In den USA wurde entsprechend die Empfehlung zur Nutzung von Zahnseide in den offiziellen Gesundheitsrichtlinien gestrichen.

Die Interdentalzahnbürste reinigt Zwischenräume

Ist die Reinigung der Zahnzwischenräume also unnötig? Nein, ganz und gar nicht. Wir sollten Interdentalbürsten verwenden. Dass eine Bürste besser reinigt als ein Faden, ist im Grunde auch logisch. Der Sinn der ganzen Zahnpflege ist es, Zahnbelag zu entfernen. Durch die mechanische Wirkung der Interdentalbürsten ist es viel leichter, die klebrige Plaque zwischen den Zähnen zu entfernen.

Interdentalbürsten in verschiedenen Größen von Oral Prevent©
Interdentalbürsten (Zahnzwischenraumbürsten) in verschiedenen Größen /Bildquelle: Oral Prevent©

Die Wirksamkeit der Bürsten ist zweifelsfrei nachgewiesen, und wird daher auch von der Europäische Föderation für Parodontologie und der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie ausdrücklich empfohlen.

Einige Menschen haben allerdings so eng stehende Zähne, dass die Interdentalbürsten nicht in die Lücken passen. Hier ist dann doch die Zahnseide eine sinnvolle Alternative, weil es nichts anderes gibt. Mundduschen, Mundspüllösungen, Schallzahnbürsten oder gar spezielle Zahnpasta reinigen allesamt nicht den Zahnzwischenraum.

Eine Mundhygieneschulung ist unumgänglich

Allerdings wird bei der ganzen Diskussion um Bürste und Zahnseide immer ein Aspekt vergessen: Für die Interdentalpflege braucht man anfangs eine Anleitung, eine Art Gebrauchsanweisung durch eine Fachkraft, also eine Zahnarztärztin oder Dentalhygienikerin (Achtung: keine Kassenleistung!). Dabei wird auch überprüft, ob die Reinigung, die man selbst vornimmt, ausreichend ist. Lesen Sie hier mehr über eine Mundhygieneschulung.

Wir empfehlen jedem ab 30 Jahren den ParoPass®. In diesem handlichen Dokument protokolliert die Zahnärztin, ob Parodontitis ein Problem darstellt, und wie schwer man daran erkrankt ist.

Wer jetzt nicht täglich Interdentalbürsten benutzt, wird seine Zähne früher oder später verlieren. Eine anhaltende Entzündung des Kiefers kann sogar fatale Folgen für den ganzen Körper haben.

Zahnseide oder Interdentalbürste?

Utensilien für die tägliche Zahnreinigung
Utensilien für die tägliche Zahnreinigung: Interdentalbürsten wirken am Besten.

Die mechanische Reinigungswirkung der Interdentalbürste ist nachgewiesen. Fraglich bleibt hingegen ob die Nutzung von Zahnseide sinnvoll ist. Wie Sie diese Werkzeuge wirklich richtig und effektiv benutzen, kann Ihnen nur eine Fachkraft zeigen.

Interdentalbürsten sind Pflicht für jeden, der von Parodontitis betroffen ist.
Und das ist jeder zweite Erwachsene!

Gingivitis

Zahnfleischentzündung hat fast jeder

Eine Zahnfleischentzündung (wissenschaftlich Gingivitis) kennen wir alle. Ab und an schmerzt es beim Zähneputzen oder blutet sogar. Viele greifen zu Hausmitteln oder Mundspüllösungen und häufig verschwindet die Zahnfleischentzündung auch wieder. Wir haben alle den Eindruck, als ob eine Zahnfleischentzündung eine gelegentlich auftretende Erscheinung ist. Das ist auch durchaus richtig, wenn wir die äußeren, sichtbaren Bereiche des Zahnfleisches meinen. In Wirklichkeit bleibt die Zahnfleischentzündung bestehen. Versteckt und heimlich. Um sie zu heilen, können Sie die ganzen Hausmittel und anderen bisherigen Ratschläge vergessen. Warum?

Fast jeder Erwachsene hat entzündetes Zahnfleisch, ohne auch nur im Geringsten etwas zu bemerken. Leider ist das so normal, dass selbst die Mehrheit der Zahnärzte das als gegeben hinnimmt. Wie kann das sein? Diese „normale“ Zahnfleischentzündung befindet sich meist versteckt zwischen den Backenzähnen. Dort bemerken wir sie überhaupt nicht. Doch die Folgen sind gravierend. Bei der Mehrheit der Menschen entwickeln sich aus dieser harmlosen Entzündung die sogenannten Zahnfleischtaschen. Wer diese Taschen hat, bekommt fast immer auch eine Parodontitis (auch Parodontose genannt). Hierbei handelt es sich um eine Kieferknochenentzündung, und die ist alles andere als harmlos. (Der ParoPass zeigt, ob man Zahnfleischtaschen hat)

Einige unserer teilnehmenden Zahnarztpraxen zeigen jedem neuen Patienten diese versteckte Entzündung. Gleich zu Beginn werden Ihnen die Zahnzwischenräume durchgebürstet. Nicht irgendwie, sondern mit den passenden Interdentalbürsten. „Passend“ ist dabei entscheidend, sonst funktioniert der folgende Test nicht: Die Zahnzwischenräume werden durchgebürstet und anschließend wird der Patient aufgefordert in einen Becher zu spucken, oder bekommt alternativ mit einem Spiegel die blutenden Stellen gezeigt. Bei mindestens 90% der Patienten zeigt sich dann Blut im Speichel, ein eindeutiges Indiz für eine Zahnfleischentzündung.

Zahnfleischentzündung, Test
Der Test durchgeführt von Dr. Tore Thomsen. Bild mit freundlicher Genehmigung von Oral Prevent – Dr. Thomsen
Zahnfleischentzündung, Bluten
Die versteckte Zahnfleischentzündung wird sichtbar. Bild mit freundlicher Genehmigung von Oral Prevent – Dr. Thomsen

Warum die ganzen Hausmittel, Mundspüllösungen, aber auch Zahnseide und anderes nicht grundlegend helfen, wird klar wenn wir verstehen, was die Ursache dieser Entzündung ist.

Biofilm (Plaque) ist die Ursache der Zahnfleischentzündung:

Die Ursache der Zahnfleischentzündung ist Plaque, auch Zahnbelag genannt. Das ist ein sogenannter Biofilm, und damit eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Bei der Zahnfleischentzündung wächst dieser Biofilm in der Zahnfleischfurche.

Diese Furche entsteht ganz natürlich da, wo das Zahnfleisch am Zahn endet. Das Zahnfleisch umgibt den ganzen Zahn; sie verläuft also ringsum, um den ganzen Zahn. Jeder Mensch hat also eine Zahnfleischfurche rings um jeden Zahn und dort kann der Biofilm leider ungehindert wachsen.

Zahnfleischfurchen, Comic

Dieser Biofilm in den Zahnfleischfurchen zwischen den Backenzähnen ist resistent gegen alle Hausmittel, Mundspüllösungen, und sogar auch gegen Chlorhexidin-Behandlungen (wie CB 12 oder Chlorhexamed). Warum? Biofilm ist eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Je länger sie unangetastet bleibt, desto resistenter wird sie. Auf ihrer Oberfläche hat sie einen Schild aufgebaut, der vor chemischen Angriffen wirksam schützt. Die einzig effektive Art den Biofilm zu bekämpfen ist mechanisch, sprich mit Borsten. Genau das machen wir beim Zähneputzen. Dabei entfernen wir den Biofilm nicht nur von den Zähnen, sondern auch automatisch aus den Zahnfleischfurchen, außer zwischen den Zähnen und anderen schwer zugänglichen Stellen. Dort verbleibt der Biofilm, und zwar dauerhaft. Das ist ein Problem, denn deshalb hat die große Mehrheit der Bevölkerung entzündetes Zahnfleisch zwischen den Zähnen. Davon bemerken wir nichts, und es ist so normal, dass auch der Zahnarzt oft nichts dazu sagt. Es scheint „natürlich“ zu sein.

Zahnfleischfurchen, Biofilm

Vom Versteck zwischen den Backenzähnen breitet sich die Zahnfleischentzündung immer wieder nach „vorn“ aus, also in den sichtbaren Bereich, wo wir auch Schmerzen und Bluten bemerken.

Das große Problem aber ist, dass sich bei der Mehrheit der Bevölkerung aus der versteckten Zahnfleischentzündung zwischen den Backenzähnen im Laufe der Zeit die Zahnfleischtaschen entwickeln (Diese Taschen bieten Bakterien noch mehr Platz, sich ungestört zu vermehren). Damit ist eine Parodontitis unausweichlich. Diese bleibt genauso vollkommen unbemerkt, obwohl es sich wie gesagt um eine Kieferknochenentzündung handelt.

Die einzige Lösung: Die Aktivprophylaxe

Anstatt nun mit Hausmitteln oder anderem Schnickschnack die Zahnfleischentzündung zu behandeln, müssen Sie die Ursache beseitigen – und zwar täglich. Das tägliche und vor allem wirksame Entfernen des Biofilms verschafft Ihnen eine dauerhafte Zahngesundheit. Das bekommen Sie aber ohne Unterstützung nicht hin. Was Sie brauchen, ist die richtige Zahnarztpraxis. Lesen Sie dazu – Eine Krankheit, die Sie am Ende selbst heilen. Alles was für eine Kieferknochenentzündung gilt, ist auch relevant für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung.

Sie werden schnell merken: Wenn Sie täglich den kompletten Biofilm entfernen, brauchen Sie keine anderen Hilfsmittel mehr. Wenn Sie möchten, können Sie Mundspüllösungen verwenden, bräuchten Sie aber gar nicht, denn die antibakteriellen Stoffe können die natürliche Mundflora stören. Das gilt vor allem für Chlorhexidin. Diesen Wirkstoff sollten Sie höchstens wenige Wochen einsetzen. Es hat sich tatsächlich gezeigt, dass einige Bakterien resistent gegen Chlorhexidin werden können. Am Ende töten Sie dann die „guten“ Bakterien, während die „bösen“ überleben und weiterhin aktiv bleiben. Falls Sie wegen des Mundgeruchs gerne Mundspüllösungen verwenden wollen, lesen Sie besser: Mundgeruch hat eine Ursache

Gesundes Zahnfleisch ist erstaunlich robust

Wenn Sie es geschafft haben die Entzündung wegzubürsten, werden Sie sich wundern, wie robust und schmerzfrei gesundes Zahnfleisch ist. Viele glauben, dass sie ihr Zahnfleisch mit Interdentalbürsten verletzen, wenn sie beim Gebrauch Zahnfleischbluten bekommen. Das ist bei gesundem Zahnfleisch aber kaum möglich. Unser Zahnfleisch ist von Natur aus für große Belastungen ausgelegt. Über Millionen Jahre hat sich der Mensch von reichlich Rohkost ernährt, die das Zahnfleisch beim Kauen entsprechend belastet. Dafür ist es gemacht. Tatsächlich ist auch die Wundheilung im Mund mehr als doppelt so schnell im Vergleich zu anderen Körperregionen. Aktuell wurde dazu eine Studie an 30 Freiwilligen in Bethesda durchgeführt. (https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/heilwunder-mund/)

Gesundes Zahnfleisch ist in der Regel gar nicht so schwer zu erhalten. Nur der dauerhaften Belastung durch den Biofilm ist es nicht gewachsen.

Unsere Zähne sind von der Natur aus für gute 30 Jahre angelegt, genauso das dazugehörige Zahnfleisch. Deshalb bilden sich bei der Mehrheit ab einem Alter von 30 Jahren Zahnfleischtaschen. Der Zahnausfall ist damit vorprogrammiert. Tatsächlich haben wir hier eine evolutionäre Schwachstelle im Mund. ( Lesen Sie dazu auch: Warum ist Parodontitis so häufig – Die Schwachstelle im Mund)

Ohne Biofilm im Mund bleibt auch der restliche Körper vor Schaden bewahrt.

Aber nicht vergessen: Ohne Unterstützung geht es nicht. Sie brauchen die richtige Zahnarztpraxis, Sie brauchen eine Aktivprophylaxe. Denn ohne Schulung bekommen Sie die Zahnzwischenräume nicht richtig sauber. Schon die richtigen Größen der Interdentalbürsten können Sie alleine nicht bestimmen. Zudem gibt es auch individuelle Unterschiede: Jedes Gebiss ist anders und wer sich zuckerreich ernährt, also ständig nascht oder Energy Drinks konsumiert, muss besonders auf gute Zahnhygiene achten. Wir alle können unsere Zähne ein Leben lang behalten, wenn wir täglich den Biofilm entfernen. Und zwar überall, auch aus den Zahnzwischenräumen. Dabei brauchen wir Unterstützung durch eine Zahnarztpraxis, in der eine Schulung zur Mundhygiene (Aktivprophylaxe) angeboten wird.

Lesen Sie auch: Professionelle Zahnreinigung: Nur wenn Sie aktiv werden, ist sie sinnvoll.

Das Dokument für Skeptiker:
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