lebenslang gesunde Zähne

Warum ist Ihr Zahnarzt

Wir vertrauen unserem Zahnarzt. Logisch, was bleibt uns anderes übrig? Schließlich hat er die Hoheit über Zähne, Schmerzen und vor allem das Beseitigen von Schmerzen in unserem Mund. Zudem haben wir ohnehin keine Ahnung, was sich in den Tiefen unseres Gebisses so abspielt. Wir können scheinbar gar nicht anders als unserem Zahnarzt zu vertrauen. Und dennoch gibt es gute Gründe skeptisch zu sein, denn die Mehrheit der Zahnärzte ist immer noch auf die traditionelle Reparaturmedizin eingestellt und nicht darauf, wie wir unsere Zähne ein Leben lang gesund halten.

Tatsächlich ist es durchaus möglich, lebenslang gesunde Zähne zu behalten, dazu braucht es allerdings die Unterstützung der richtigen Zahnarztpraxis. Unsere Lebenswirklichkeit sieht allerdings ganz anders aus. Im Durchschnitt fallen uns immer noch die Hälfte der Zähne aus. Allein mit Zahnimplantaten wurden in Deutschland 2016 etwa 7,1 Milliarden Euro umgesetzt. Insgesamt haben allein die gesetzlichen Krankenkassen 2018 14,5 Milliarden für Behandlungen gezahlt. 96,1% davon für die Reparatur kaputter Zähne. Insgesamt hat die Zahnmedizin 2018 gut 27,3 Milliarden Euro gekostet. 1
In deutschen Mündern ist die Baustellentätigkeit ausgeprägter als auf unseren Autobahnen. “Na und?!” könnte man jetzt fragen. “Es ist gut für die Wirtschaft und Dank der modernen Zahnmedizin werden doch alle Schäden wieder repariert.” Leider nicht.
Es geht nämlich nicht nur allein um unsere Zähne, es geht auch um unseren Kieferknochen, und um den restlichen Körper. Die Mehrheit der Bevölkerung läuft mit einer stillen, versteckten Entzündung herum. Es handelt sich dabei um die (mit Abstand) größte Volkskrankheit in Deutschland:

Die Parodontitis (auch Parodontose genannt).
Diese chronische Entzündung ist

1.       Viel weiter verbreitet als gedacht

Keine Krankheit ist so weit verbreitet. Ab einem Alter von 35 Jahren sind schon 52% betroffen, und bei den über 75-jährigen sind es dann 90%. 2
Da Parodontitis praktisch jeder bekommt, dachte man früher es müsste eine natürliche Alterserscheinung sein. Das klingt dann irgendwie harmlos und gleichzeitig unvermeidbar. Beides ist falsch.

Keine Krankheit ist auch nur annähernd so weit verbreitet wie Parodontitis.

2.       Viel schlimmer als gedacht

Keine Parodontitis
So sieht ein gesunder Kieferknochen aus
Parodontose
So sieht Parodontitis aus und dennoch bemerken wir es nicht.

Parodontitis ist nicht einfach eine Zahnfleischentzündung oder Zahnfleischrückgang. Es ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, und damit vor allem eine Entzündung des Kieferknochens. Das klingt unglaublich, ist aber wahr: Die Mehrheit der Bevölkerung läuft über einen Zeitraum von 40 bis 60 Jahren mit einem entzündeten Kieferknochen herum.
Irgendwann ist der Kieferknochen durch die Entzündung so weit abgebaut, dass uns die Zähne ausfallen. Sie haben einfach keinen Halt mehr, weil der Zahnhalteapparat weggefressen wurde. Aus diesem Grund ist Zahnausfall immer noch ein Massenphänomen. Wir verlieren kollektiv unsere Zähne und eine gute Handvoll unseres Kieferknochens. Das allein wäre schon Grund genug etwas dagegen zu unternehmen. Es kommt aber noch schlimmer: Parodontitis ist nachweisbar schädlich für den ganzen Körper. Durch die chronische Knochenentzündung haben wir ständig Bakterien im Blut und sogar im Gehirn, die dort auf keinen Fall hingehören. Diese stille Entzündung im Körper kann gravierende Auswirkungen haben. Es gibt mittlerweile hunderte Studien, die das bestätigen .3

Und die Mehrheit der Bevölkerung läuft damit herum, ohne davon zu wissen.

3.   Viel leichter zu stoppen als gedacht

Das Verblüffende an dieser unbefriedigenden Situation ist, dass diese Volkskrankheit relativ einfach zu stoppen wäre (Vorausgesetzt, sie ist nicht zu weit fortgeschritten).
Anders als die anderen großen Volkskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose oder “Rücken”, ist die Parodontitis erstaunlich leicht in den Griff zu bekommen oder lebenslang zu vermeiden. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Zahnarztpraxis, die Sie dabei unterstützt. Eine Präventiv-Praxis. Damit werden Sie nicht nur Ihre Parodontitis los, bzw. bekommen sie erst gar nicht, sondern können auch sonst mundgesund und voll bezahnt durch Ihr ganzes Leben gehen.

Mein Zahnarzt ist vertrauenswürdig

Jetzt denken Sie: “Wenn ich Parodontitis hätte, würde mir mein Zahnarzt das sagen, schließlich ist es eine Entzündung des Kieferknochens.”’
Die Abrechnungsdaten der Kassen zeigen, dass dem nicht unbedingt so sein muss. Um herauszufinden, ob Sie betroffen sind oder nicht, gibt es eine offizielle Diagnose (Periodontal Screening Index, kurz: PSI)
2019 wurde diese Untersuchung 17,3 Millionen mal abgerechnet. Das wären rechnerisch ca. 27% der Bevölkerung ab 25 Jahren. Das ist viel zu wenig, diese wichtige Kontrolle sollte zweimal pro Jahr für jede Person ab 25 Jahren stattfinden.4
Es ist daher tatsächlich so, dass Millionen Menschen in Deutschland mit einer stillen Entzündung im Kieferknochen herumlaufen, ohne das Geringste davon zu wissen.
Das ist schon ärgerlich, vor allem wenn man weiß, dass die Diagnose von Parodontitis nur wenige Minuten dauert, mit einer einfachen Sonde durchgeführt werden und von den Zahnärzten als Kassenleistung abgerechnet werden kann. Qualifizierte Präventiv-Zahnärztinnen oder Dentalhygienikerinnen machen das routinemäßig und schnell.

Ihrem Zahnarzt ist dennoch kein Vorwurf zu machen. Das Problem liegt im System Reparaturmedizin. Denn eine Diagnose allein bringt natürlich noch gar nichts.

Nur jeder Zehnte mit einer schweren Parodontitis (Parodontose) bekommt auch eine Behandlung

Nach der letzten Mundgesundheitsstudie gibt es ca. 10 Millionen Menschen mit einer schweren Parodontitis. Eine schwere Parodontitis heißt für die Betroffenen, dass die über Jahrzehnte unbemerkte Krankheit spürbar wird. Es kommt zu Schmerzen, Zahnfleischbluten und im Endstadium zu Wackelzähnen. Da muss dann der Zahnarzt aktiv werden, er muss die Krankheit behandeln, also eine Parodontitis-Behandlung durchführen. Auch diese wird von den Kassen bezahlt. Wenn man sich die Abrechnungen ansieht, wurden im Jahr 2018 eine Million Behandlungen durchgeführt. 5 Eine Million Behandlungen, obwohl 10 Millionen eine schwere Parodontitis haben? Es wurde also nur jeder Zehnte behandelt. Und Menschen mit einer leichten und mittelschweren Parodontitis sollten selbstverständlich auch behandelt werden.Die erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie DGParo bestätigt:

„Parodontitis ist eine Volkskrankheit, die noch immer viel zu selten oder zu spät erkannt und behandelt wird.“  – Prof. Dannewitz

Hier das ganze Interview: https://www.healthrelations.de/dg-paro-parodontitis-aufklaerungsaktion/

Es besteht offensichtlich ein großes Versagen der Zahnmedizin. Wie kann das sein? Wie ist das zu erklären? Es wäre hier viel zu einfach und auch falsch, den Zahnärzten unterlassene Hilfeleistung zu unterstellen. Der Grund ist wie gesagt das System Reparaturmedizin.
In der Ausbildung wird das Behandeln gelehrt, entsprechend wollen die Zahnärzte auch behandeln. Die Prävention, also das Verhindern von Krankheiten, wird nur oberflächlich und nebenbei gelehrt. Das ist auch bei den “normalen” Medizinern nicht anders. Es ist ganz einfach eine jahrtausend alte Tradition in der Medizin.
Die Parodontitis galt lange als unheilbar oder gar als normale Alterserscheinung. Entsprechend wenig Beachtung erfährt die Prävention und auch die Behandlung wird kritisch gesehen. Viele Zahnärzte geben im persönlichen Gespräch zu: “Mit Parodontologie habe ich nicht viel am Hut”. Parodontologie ist die Wissenschaft, die sich mit Parodontitis beschäftigt. Neben Karies ist es die Haupterkrankung der Zähne.
Es ist so, als ob würde ein Klempner sagen: “Ich mache nur Wasserhähne, aber keine Rohre”  – Würden Sie so jemand in Ihr Bad lassen? 
Doch selbst wenn jemand Parodontologie beherrscht, ist es wichtig zu wissen: 

Eine Parodontitis-Behandlung ist zwar enorm wichtig und daher die Voraussetzung zur Heilung, mehr aber auch nicht.

Um die Krankheit dauerhaft zu stoppen oder erst gar nicht zu bekommen, braucht es die präventive Zahnmedizin. Die gibt es zwar, aber sie führt ein Schattendasein, denn zu 95% wird Reparaturmedizin praktiziert.
Aus diesem Grund können wir den Zahnärzten auch nicht unterlassene Hilfeleistung unterstellen, sie haben einfach nie gelernt, wie wir uns ein Leben lang die Parodontitis vom Hals halten (oder besser aus dem Mund halten) können bzw., wie wir ein Leben lang zahn- und mundgesund bleiben.

System Reparaturmedizin

Das System der Zahnmedizin ist weitestgehend auf das Behandeln von Krankheiten ausgelegt und nicht auf deren Vermeidung. Vor allem in der Ausbildung der Zahnärzte zeigt sich das deutlich.

https://lh4.googleusercontent.com/M48AhyNSFxkdQwX14NQ6fMDPi-WcGDxQvW-0wIjSkZ16_sQzMjXPZlZtPkiPsbe5zIgI_EM5ieuZG4jz20VT1lv_P192bOreuDvguDzz3ELRlvBSw4HYpuNcvTfkXuqjH1_g-_4x

Prophylaxe (Prävention) kommt fast gar nicht vor.
Aber auch in der Forschung wird die präventive Zahnheilkunde nicht entsprechend ihrer tatsächlichen Relevanz betrieben.“Die Forschung bringt so gut wie keine neuen Erkenntnisse übers richtige Zähneputzen. Damit setzt sich die Forschung, die mir bekannt ist, überhaupt nicht auseinander. Die beschäftigt sich mit allem Möglichen: Mit Füllungsmaterialien, mit Implantaten, mit Keramiken et cetera. Zum Thema „richtiges Zähneputzen“ ist mir aus letzter Zeit keine Publikation bekannt, die sich damit intensiv auseinandergesetzt hätte. Die Prophylaxe ist ein Stiefkind der real existierenden Zahnmedizin, mehr kann ich dazu nicht sagen. Man soll eher Zahnärzte suchen, die es mit der Prophylaxe ernst meinen und die wissen, dass die Erhaltung der Gesundheit ihre oberste Aufgabe ist, nicht die Reparatur.”  – Jiri Sedelmayer

Es gibt schlichtweg in Deutschland keinen  offiziellen Leitfaden zur optimalen Zahnpflege und auch die Fachbücher sind hoffnungslos rückständig. So steht in der “Zahnmedizin Prophylaxe, Lehrbuch und Praxisleitfaden” auf Seite 208:
“Das wichtigste Hilfsmittel zur interdentalen Zahnpflege ist ohne Zweifel die Zahnseide” Allein dieser Satz spricht Bände, denn die aktuelle 5. Auflage des Lehrbuches stammt aus dem Jahr 2017, da war lange schon klar, dass Zahnseide fast gar nichts bringt und nur verwendet werden soll, wenn Interdentalbürsten wirklich gar nicht passen.
Der Schweizer Zahnmediziner Prof. Roulet hat es bereits 1994 passend auf den Punkt gebracht hat

“Es ist, als ob sämtliche Ressourcen anstatt in die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Kinderlähmung, in die Entwicklung perfektionierter Rollstühle gehen.”

Das Paradoxe an der Situation ist: Wir sind auch noch dankbar für die perfektionierten Rollstühle, da wir nichts von einem Impfstoff wissen. Die Reparaturmedizin genießt (noch immer) hohes Ansehen.
Denn die Achtung von Ärzten steigt, wenn sie unsere Schmerzen beseitigen und Krankheiten heilen. Die beliebtesten Zahnärzte sind daher auch die, die eine konsequente Reparaturmedizin betreiben. Ständig sorgen sie dafür, dass unser Gebiss wieder in Ordnung gebracht wird, nehmen uns schreckliche Schmerzen und sorgen für ein strahlendes Lächeln.
Anders die Präventiv-Zahnärzte. Viele ihrer Patienten haben gesunde Zähne und keine Beschwerden. Sie verstehen oft nicht, dass es an der Zahnarztpraxis liegt. Das ist da „Präventiv-Paradoxon“. Die Patienten denken, sie haben von Natur aus gute Zähne.
Denn in der Bevölkerung gilt es als ausgemacht, dass die Zähne mit dem Alter schlechter werden oder ausfallen. Ganz normal, das war schon immer so. Oder was denken Sie?
Daher haben 16,5 Millionen Deutsche eine Zahnzusatzversicherung.
Sie können Ihrem Zahnarzt also keinen Vorwurf machen. Sie selbst stützen das System ja auch. Die Reparaturmedizin ist stabil und ändert sich daher auch nicht. Es scheint so, als ob alle profitieren. Warum sollten wir auch ein funktionierendes System ändern, wenn es doch ein großer Wirtschaftsfaktor ist? Ganz einfach: Es geht um unsere Gesundheit. Der einzige Weg von der Reparaturmedizin wegzukommen ist daher die Aufklärung.

Biofilm – Die Ursache für die Schäden

Es gibt nur zwei Krankheiten, die unsere Zähne und Kieferknochen bedrohen: Karies und Parodontitis. Karies bedroht die Zähne, Parodontitis den Kieferknochen, und damit den Zahnhalteapparat. Das ist schon alles, die Krankheiten der Zähne (und Kieferknochen) sind erstaunlich übersichtlich. Ohne diese beiden Krankheiten bleiben unsere Zähne ein Leben lang gesund. (Wenn wir von Unfällen, extremen Zähneknirschen, seltenen Erkrankungen oder kieferanatomischen Problemen absehen.)
Beide Erkrankungen werden durch Bakterien verursacht, genauer gesagt durch Bakterienkolonien auch Plaque, Zahnbelag oder Biofilm genannt.  Mittlerweile wird eher der Begriff Biofilm verwandt. In den 1960er Jahren wurde entdeckt, dass Parodontitis, damals noch Parodontose genannt, in Wirklichkeit Entzündungsreaktionen sind, die von diesem Biofilm ausgelöst werden.
Daher gilt: Kein Biofilm, keine kranken Zähne. Dies ist bis heute tausendfach belegt und eindeutig bewiesen.

Der Biofilm muss weg, und zwar täglich

Lebenslang gesunde Zähne und vor allem ein lebenslänglich entzündungsfreier Kieferknochen sind möglich. Alles was wir tun müssen ist einmal täglich unseren Biofilm zu entfernen. Es reicht sogar, wenn er ausreichend reduziert wird. Und richtig gelesen, einmal täglich reicht. “Das ist wie bei einem englischen Rasen, wenn der regelmäßig gemäht wird, dann wächst auch kein Unkraut mehr” – Prof. Dörfer, CAU Kiel, Studiendekan Zahnmedizin
Doch das scheint irgendwie nicht zu funktionieren, denn durch einfaches Zähneputzen und dem Einsatz von Zahnseide gelingt uns das nicht. Da, wo die Zahnbürste problemlos hinkommt, ist ohnehin fast kein Biofilm. Dort wirkt bereits die Selbstreinigung unseres Mundes. Stattdessen schrubben wir mit falscher Putztechnik unsere Zahnhälse schlank und schneiden mit der Zahnseide in unser Zahnfleisch. 6 „Putzdefekte“ heißt das offiziell und die hat fast jeder.
Empfindliche Zähne sind die Folge und der Biofilm bleibt unangetastet und aktiv zurück. Denn der versteckt sich in den unzugänglichen Nischen, Wölbungen und Fissuren unseres Gebisses und zu 90% zwischen unseren Zähnen, dort gibt es keine Selbstreinigung.

Zahnzwischenraumpflege ist kein nettes Extra, sondern die Basis der Zahnpflege. Das ist wissenschaftlich lange klar, wird aber nicht offiziell gesagt .

Immerhin, die Fissuren-Versiegelung ist mittlerweile üblich und hat ganz maßgeblich zum Rückgang von Karies geführt. Natürlich hat sich schon einiges getan. Interdentalbürsten, auch Zahnzwischenraumbürsten genannt, sind weit verbreitet. Das Problem ist allerdings, dass der Nutzen der Interdentalbürsten sehr gering ist. Denn damit der Biofilm beseitigt wird, muss die Zwischenraumbürste genau passen. Seriöse Hersteller haben daher auch mindestens 8 verschiedene Bürstengrößen im Programm. Die richtigen Größen kann niemand alleine herausfinden. Auch nicht in einer einzigen Sitzung beim Zahnarzt und schon gar nicht nebenbei.
Es ist ein Prozess und am Ende hat man mindestens zwei, eher aber drei oder auch vier verschiedene Bürstengrößen, die in die eigenen Zahnzwischenräume perfekt passen.
Auch die Anwendung will gelernt sein, genauso wie die Pflege der Außenflächen. Das Ziel ist, den Biofilm einmal täglich gründlich zu entfernen, ohne sich selbst Putzdefekte zuzufügen. Dazu brauchen wir regelmäßige Unterstützung, dazu brauchen wir eine Schulung. Wir nennen das Aktiv-Prophylaxe, offiziell heißt das Mundhygiene-Instruktion oder Individualprophylaxe.

Präventive Zahnmedizin

Bereits 1971, also vor 50 Jahren, ahnte man schon, wie wir unsere Zähne (und Kieferknochen) ein Leben lang gesund erhalten können.
Genauer gesagt waren es Prof. Axelsson und Prof. Lindhe aus Göteborg, die es in einem großem Experiment herausfinden wollten. 7
Also rekrutierte Axelsson über 550 Probanden, wovon 375 intensiv betreut wurden und die anderen einfach nur zum Zähneputzen aufgefordert wurden (mit dem üblichen Hinweis, die Zahnzwischenräume nicht zu vergessen). Mit den anderen 375 Probanden hat er dann eine regelmäßige Mundhygiene-Schulung durchgeführt. Während der ersten zwei Jahre erfolgten alle zwei Monate, danach nach individuellem Bedarf alle drei oder sechs Monate, zusätzliche “Zahnputz-Workshops” mit anschließender Professioneller Zahnreinigung.
Diese Sitzungen wurden von Dentalhygienikerinnen durchgeführt, die speziell dafür ausgebildet waren. Das Ziel war, dass die Teilnehmer in die Lage versetzt wurden, einmal täglich ihren Biofilm zu beseitigen. Zu Beginn der Studie hatten 27 Prozent der Teilnehmer eine Parodontitis. Dieser Wert hätte jetzt erwartungsgemäß über die Jahre kontinuierlich ansteigen müssen. Nicht so bei diesen geschulten Patienten. Nach 30 Jahren hatte nur noch 1% der Patienten eine Parodontitis. Der zu erwartende Wert wäre 90% Parodontitis gewesen. Entsprechend gab es auch fast keinen Zahnverlust bei der geschulten Gruppe. 
Eindrucksvoll bei der Studie war auch, dass fast alle Teilnehmer 30 Jahre mitgemacht haben. Das liegt eben daran, dass diese Methode praktikabel ist und die tägliche Zahnreinigung gar nicht so aufwändig ist, wie es zuerst wirkt.
Es reichen bereits einmal täglich 4 bis 6 Minuten, wenn man weiß wie es geht und die richtigen individuellen Werkzeuge hat.
Vor Axelssons Studie galt Parodontitis eher als unheilbar. Der alte Name Parodontose beschreibt einen altersbedingten Rückgang des Parodonts (Kieferknochen), weil man bis dahin davon ausging, dass Zähne im Alter einfach ausfallen.
Aber diese Zeiten sind lange vorbei. Es ist klar erwiesen, dass (fast) jeder komplett mundgesund sein kann.

Nicht am eigenen Ast sägen

Die Studie von Axelsson endete 2004. Nun war bewiesen, dass lebenslang gesunde Zähne möglich sind. Das ist eine Bedrohung für die Zahnmedizin, lebt sie doch von der Reparatur, Was ist also zu tun? 
Schritt 1: Axelsson´s Studie ist bis heute offiziell nicht anerkannt. Die Kontrollgruppe, also die Menschen die keine Mundhygiene-Schulung bekommen haben, konnten nach 30 Jahren nicht mehr ermittelt werden. Eine Studie ohne (bekannte) Kontrollgruppe ist verständlicherweise keine echte Studie. In diesem speziellen Fall hätte man als “Kontrollgruppe” die normale Bevölkerung nehmen können.
Dennoch war nun der Geist aus der Flasche, es musste etwas passieren, aber was?
Schritt 2: Aus der Not wird eine Tugend gemacht – die Professionelle Zahnreinigung war geboren.

Perfekt perfide: Die Professionelle Zahnreinigung 

Da nun erwiesen war, dass wir durch Prophylaxe lebenslang gesunde Zähne behalten können, bietet man eben diese an. Daher sollen wir möglichst zweimal im Jahr zur Professionellen Zahnreinigung gehen. Dort wird dann nach allen Regeln der Kunst unser Gebiss auf Hochglanz gebracht. So sind wir angeblich gut geschützt und haben alles unternommen, um zahngesund zu bleiben.
Leider eine Milchmädchenrechnung. Denn nach 24 Stunden ist der Biofilm wieder da. Bislang konnte noch keine Studie den Nutzen der (passiven) Professionellen Zahnreinigung zeigen. Es bleibt nur der kosmetische Effekt, immerhin sehen die Zähne weißer aus. 9
Das ist die perfide Perfektion des Systems Reparaturmedizin.
Es wird nochmals richtig abkassiert, für eine Pseudo-Prophylaxe und damit ist scheinbar bewiesen: Schlechte Zähne sind nicht zu verhindern.

Dabei kann die Professionelle Zahnreinigung durchaus sinnvoll sein. Sie ist bestens zur Kontrolle und Motivation der täglichen und wirksamen Mundhygiene geeignet.

Zahngesundheit ist möglich, es ist empirisch belegt

Es gab und gibt natürlich verantwortungsvolle Zahnmediziner, die nicht so weiter machen wollten wiebisher. Immerhin hat Axelsson auch zahlreiche Fortbildungen durchgeführt und eine Reihe von Zahnärzten von seinem funktionierenden Prophylaxesystem überzeugen können.
Besonders hervorgetan hat sich der aus Tschechien stammende Zahnmediziner Jiri Sedelmayer. Er entwickelte die Methode von Axelsson an der Uni Hamburg weiter. Er demonstrierte an seinen Studenten, wie Präventiv-Zahnmedizin aussieht. Er etablierte die Bleeding on Brushing- Methode (Bluten beim Bürsten). Eine ganz hervorragende Möglichkeit den Menschen ihre Zahnfleischentzündung zu demonstrieren und auch den Erfolg des Zähneputzens. Weiterhin zeigte er, dass die sogenannte Einbüschelbürste oder Solo Bürste im Grunde viel besser funktioniert als eine übliche Zahnbürste.
Dem Beispiel Axelsson und Sedelmayer´s folgten einige Zahnärzte und konnten schon nach kurzer Zeit feststellen, dass es funktioniert. So hat zum Beispiel eine Zahnarztpraxis aus Hamburg eine Studie mit der Universität Greifswald durchgeführt, mit eindrucksvollen Ergebnissen:

Genau wie bei Prof. Axelsson hat von den Patienten dieser Praxis kaum jemand seine Zähne verloren, im Durchschnitt waren es nur zwei Zähne. 1998 hat der Durchschnittsdeutsche noch ganze 24 Zähne verloren. Ein äußerst eindrucksvolles Ergebnis. Auch Berechnungen, die der Schweizer Parodontologe Andrea Mombelli 2006 gemacht hat, gehen in diese Richtung. Die relative Wahrscheinlichkeit, die eigenen Zähne zu behalten, ist für Patienten 2,8-mal höher, wenn sie sich in  einer Präventiv-Zahnarztpraxis behandeln lassen.
Auch eine Studie von Dr. Bastendorf und Kollegen, zeigt dass es möglich ist. 8

Insgesamt gibt es in Deutschland und überall auf der Welt Zahnarztpraxen, die auf der Basis von Axelsson, Lindhe und Sedelmayer arbeiten. Leider sind sie als solche nicht immer zu erkennen, es sei denn, sie gehören einer Marke an wie z.B. Solo Prophylaxe, iTOP oder Smile Professionals. Alle drei gehen direkt auf Axelsson und Sedelmayer zurück.  Daneben aber auch zahlreiche, die keinem Verband angehören. Damit wurde zigtausend mal gezeigt:

Ja, wir können (fast) alle lebenslang gesunde Zähne haben. Es ist gar nicht mal so schwer, dazu brauchen wir aber die richtige Zahnarztpraxis. Das ist empirisch (in der Realität) belegt.

Am Ende ist in der Medizin immer entscheidend, ob ein System auch in der Praxis funktioniert.Auch wenn wissenschaftliche Studien vielversprechend sind, der endgültige Beweis ist immer die Realität der Menschen. Das ist die empirische Evidenz, es funktioniert zuverlässig in der Realität. Die präventive Zahnmedizin zeigt seit 50 Jahren, dass es funktioniert.
2020 arbeiten allerhöchstens 5% aller Zahnarztpraxen in Deutschland auf der Grundlage von Axelssons Erkenntnissen, das ist natürlich viel zu wenig.
Wenn es doch so einfach ist ein Leben lang gesunde Zähne zu haben, dann kann ich doch meinen Zahnarzt bitten mir so eine MundhygieneSchulung (Aktiv Prophylaxe) zu geben.Ganz so einfach ist es leider nicht.
Selbst wenn die Zahnärzte und Prophylaxe-Fachkräfte auf präventive Zahnmedizin umsteigen wollen, können sie es gar nicht so leicht. Denn wie gesagt: Während der Ausbildung wird es unzureichend oder gar nicht gelehrt.

Im Kern heißt das: Wie wir richtig und wirksam unsere Zähne putzen ist leider nicht allen Zahnärzten klar.

Wie machen es dann die bestehenden Präventiv-Praxen? Sie haben auf eigene Kosten für viele tausend Euro Fortbildungen absolviert. Oder sie haben eher zufällig beim Studium einen Professor oder Dozenten gehabt, der es ihnen beigebracht hat. Schließlich hatte z. B. Jiri Sedelmayer tausende Studenten ausgebildet und auch Axelssons selbst hat während seines Lebens hunderte Fortbildungen durchgeführt.

Nur wenige Zahnarztpraxen sind für echte Prävention ausgebildet

Das erklärt, warum die Parodontitis-Behandlung so oft nicht durchgeführt wird. Auf der einen Seite ist diese Behandlung sehr wichtig, damit wird die Voraussetzung zur Heilung geschaffen. Auf der anderen Seite nutzt das alles nichts, wenn die Patienten nicht lebenslang einmal täglich wirksam den Biofilm selbst beseitigen. Und das funktioniert eben nur mit einer Aktiv-Prophylaxe.

Sie brauchen eine Präventiv-Zahnarztpraxis

Wenn Ihnen Ihre Gesundheit wichtig ist, dann schauen Sie bei uns in der Präventiv-Praxissuche. Bestimmt befindet sich eine Praxis in Ihrer Nähe. Sie müssen nicht gleich den Zahnarzt wechseln, holen Sie sich einfach eine Zweitmeinung.
Jeder, der bislang keine echte Mundhygiene-Schulung (Aktiv-Prophylaxe) erhalten hat, wird entzündetes Zahnfleisch zwischen den Backenzähnen haben. Ob Sie Parodontitis haben, hängt in erste Linien von Ihrem Lebensalter und Ihren bisherigen Zahnputzgewohnheiten ab. Das wird Ihnen gezeigt, das können wir für die Präventiv-Praxen in unserer Suche garantieren.

Literatur:

  1. KZBV Jahrbuch 

2. Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (2016)
Deutscher Zahnärzte Verlag

3. https://www.dzw.de/p-gingivalis-ein-keim-mit-systemischer-wirkung

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7353850/

https://www.focus.de/gesundheit/news/porphyromonas-gingivalis-alzheimer-diabetes-herzinfarkt-bakterium-soll-schuld-an-volkskrankheiten-haben_id_11047398.html

4. KZBV Jahrbuch 2019

5. https://www.youtube.com/watch?v=sl-Ml3F4u4o&t=1s

KZBV Jahrbuch 2019

6. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28222156/
Toothbrush abrasivity in a long-term simulation on human dentin depends on brushing mode and bristle arrangement

 7.  Ralf Petersen, Ruth Steinbach – Solo Prophylaxe 2005

8. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15312097/
The long-term effect of a plaque control program on tooth mortality, caries and periodontal disease in adults. Results after 30 years of maintenance P Axelsson 1, B Nyström, J Lindhe

9. Dreißig Jahre zahnärztliche Praxisprophylaxe in Deutschland am Beispiel einer spezialisierten Prophylaxepraxis – Bastendorf

10. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD004625.pub5/full

Gingivitis

Zahnfleischentzündung hat fast jeder

Eine Zahnfleischentzündung (wissenschaftlich Gingivitis) kennen wir alle. Ab und an schmerzt es beim Zähneputzen oder blutet sogar. Viele greifen zu Hausmitteln oder Mundspüllösungen und häufig verschwindet die Zahnfleischentzündung auch wieder. Wir haben alle den Eindruck, als ob eine Zahnfleischentzündung eine gelegentlich auftretende Erscheinung ist. Das ist auch durchaus richtig, wenn wir die äußeren, sichtbaren Bereiche des Zahnfleisches meinen. In Wirklichkeit bleibt die Zahnfleischentzündung bestehen. Versteckt und heimlich. Um sie zu heilen, können Sie die ganzen Hausmittel und anderen bisherigen Ratschläge vergessen. Warum?

Fast jeder Erwachsene hat entzündetes Zahnfleisch, ohne auch nur im Geringsten etwas zu bemerken. Leider ist das so normal, dass selbst die Mehrheit der Zahnärzte das als gegeben hinnimmt. Wie kann das sein? Diese „normale“ Zahnfleischentzündung befindet sich meist versteckt zwischen den Backenzähnen. Dort bemerken wir sie überhaupt nicht. Doch die Folgen sind gravierend. Bei der Mehrheit der Menschen entwickeln sich aus dieser harmlosen Entzündung die sogenannten Zahnfleischtaschen. Wer diese Taschen hat, bekommt fast immer auch eine Parodontitis (auch Parodontose genannt). Hierbei handelt es sich um eine Kieferknochenentzündung, und die ist alles andere als harmlos. (Der ParoPass zeigt, ob man Zahnfleischtaschen hat)

Einige unserer teilnehmenden Zahnarztpraxen zeigen jedem neuen Patienten diese versteckte Entzündung. Gleich zu Beginn werden Ihnen die Zahnzwischenräume durchgebürstet. Nicht irgendwie, sondern mit den passenden Interdentalbürsten. „Passend“ ist dabei entscheidend, sonst funktioniert der folgende Test nicht: Die Zahnzwischenräume werden durchgebürstet und anschließend wird der Patient aufgefordert in einen Becher zu spucken, oder bekommt alternativ mit einem Spiegel die blutenden Stellen gezeigt. Bei mindestens 90% der Patienten zeigt sich dann Blut im Speichel, ein eindeutiges Indiz für eine Zahnfleischentzündung.

Zahnfleischentzündung, Test
Der Test durchgeführt von Dr. Tore Thomsen. Bildquelle: Oral Prevent – Dr. Thomsen
Zahnfleischentzündung, Bluten
Die versteckte Zahnfleischentzündung wird sichtbar. Bildquelle: Oral Prevent – Dr. Thomsen

Warum die ganzen Hausmittel, Mundspüllösungen, aber auch Zahnseide und anderes nicht grundlegend helfen, wird klar wenn wir verstehen, was die Ursache dieser Entzündung ist.

Biofilm (Plaque) ist die Ursache der Zahnfleischentzündung:

Die Ursache der Zahnfleischentzündung ist Plaque, auch Zahnbelag genannt. Das ist ein sogenannter Biofilm, und damit eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Bei der Zahnfleischentzündung wächst dieser Biofilm in der Zahnfleischfurche.

Diese Furche entsteht ganz natürlich da, wo das Zahnfleisch am Zahn endet. Das Zahnfleisch umgibt den ganzen Zahn; sie verläuft also ringsum, um den ganzen Zahn. Jeder Mensch hat also eine Zahnfleischfurche rings um jeden Zahn und dort kann der Biofilm leider ungehindert wachsen.

Zahnfleischfurchen, Comic
© Ankerzahn e. V.

Dieser Biofilm in den Zahnfleischfurchen zwischen den Backenzähnen ist resistent gegen alle Hausmittel, Mundspüllösungen, und sogar auch gegen Chlorhexidin-Behandlungen (wie CB 12 oder Chlorhexamed). Warum? Biofilm ist eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Je länger sie unangetastet bleibt, desto resistenter wird sie. Auf ihrer Oberfläche hat sie einen Schild aufgebaut, der vor chemischen Angriffen wirksam schützt. Die einzig effektive Art den Biofilm zu bekämpfen ist mechanisch, sprich mit Borsten. Genau das machen wir beim Zähneputzen. Dabei entfernen wir den Biofilm nicht nur von den Zähnen, sondern auch automatisch aus den Zahnfleischfurchen, außer zwischen den Zähnen und anderen schwer zugänglichen Stellen. Dort verbleibt der Biofilm, und zwar dauerhaft. Das ist ein Problem, denn deshalb hat die große Mehrheit der Bevölkerung entzündetes Zahnfleisch zwischen den Zähnen. Davon bemerken wir nichts, und es ist so normal, dass auch der Zahnarzt oft nichts dazu sagt. Es scheint „natürlich“ zu sein.

Zahnfleischfurchen, Biofilm
© Ankerzahn e. V.

Vom Versteck zwischen den Backenzähnen breitet sich die Zahnfleischentzündung immer wieder nach „vorn“ aus, also in den sichtbaren Bereich, wo wir auch Schmerzen und Bluten bemerken.

Das große Problem aber ist, dass sich bei der Mehrheit der Bevölkerung aus der versteckten Zahnfleischentzündung zwischen den Backenzähnen im Laufe der Zeit die Zahnfleischtaschen entwickeln (Diese Taschen bieten Bakterien noch mehr Platz, sich ungestört zu vermehren). Damit ist eine Parodontitis unausweichlich. Diese bleibt genauso vollkommen unbemerkt, obwohl es sich wie gesagt um eine Kieferknochenentzündung handelt.

Die einzige Lösung: Die Aktivprophylaxe

Anstatt nun mit Hausmitteln oder anderem Schnickschnack die Zahnfleischentzündung zu behandeln, müssen Sie die Ursache beseitigen – und zwar täglich. Das tägliche und vor allem wirksame Entfernen des Biofilms verschafft Ihnen eine dauerhafte Zahngesundheit. Das bekommen Sie aber ohne Unterstützung nicht hin. Was Sie brauchen, ist die richtige Zahnarztpraxis. Lesen Sie dazu – Eine Krankheit, die Sie am Ende selbst heilen. Alles was für eine Kieferknochenentzündung gilt, ist auch relevant für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung.

Sie werden schnell merken: Wenn Sie täglich den kompletten Biofilm entfernen, brauchen Sie keine anderen Hilfsmittel mehr. Wenn Sie möchten, können Sie Mundspüllösungen verwenden, bräuchten Sie aber gar nicht, denn die antibakteriellen Stoffe können die natürliche Mundflora stören. Das gilt vor allem für Chlorhexidin. Diesen Wirkstoff sollten Sie höchstens wenige Wochen einsetzen. Es hat sich tatsächlich gezeigt, dass einige Bakterien resistent gegen Chlorhexidin werden können. Am Ende töten Sie dann die „guten“ Bakterien, während die „bösen“ überleben und weiterhin aktiv bleiben. Falls Sie wegen des Mundgeruchs gerne Mundspüllösungen verwenden wollen, lesen Sie besser: Mundgeruch hat eine Ursache

Gesundes Zahnfleisch ist erstaunlich robust

Wenn Sie es geschafft haben die Entzündung wegzubürsten, werden Sie sich wundern, wie robust und schmerzfrei gesundes Zahnfleisch ist. Viele glauben, dass sie ihr Zahnfleisch mit Interdentalbürsten verletzen, wenn sie beim Gebrauch Zahnfleischbluten bekommen. Das ist bei gesundem Zahnfleisch aber kaum möglich. Unser Zahnfleisch ist von Natur aus für große Belastungen ausgelegt. Über Millionen Jahre hat sich der Mensch von reichlich Rohkost ernährt, die das Zahnfleisch beim Kauen entsprechend belastet. Dafür ist es gemacht. Tatsächlich ist auch die Wundheilung im Mund mehr als doppelt so schnell im Vergleich zu anderen Körperregionen. Aktuell wurde dazu eine Studie an 30 Freiwilligen in Bethesda durchgeführt.

Gesundes Zahnfleisch ist in der Regel gar nicht so schwer zu erhalten. Nur der dauerhaften Belastung durch den Biofilm ist es nicht gewachsen.

Unsere Zähne sind von der Natur aus für gute 30 Jahre angelegt, genauso das dazugehörige Zahnfleisch. Deshalb bilden sich bei der Mehrheit ab einem Alter von 30 Jahren Zahnfleischtaschen. Der Zahnausfall ist damit vorprogrammiert. Tatsächlich haben wir hier eine evolutionäre Schwachstelle im Mund. ( Lesen Sie dazu auch: Warum ist Parodontitis so häufig – Die Schwachstelle im Mund)

Ohne Biofilm im Mund bleibt auch der restliche Körper vor Schaden bewahrt.

Aber nicht vergessen: Ohne Unterstützung geht es nicht. Sie brauchen die richtige Zahnarztpraxis, Sie brauchen eine Aktivprophylaxe. Denn ohne Schulung bekommen Sie die Zahnzwischenräume nicht richtig sauber. Schon die richtigen Größen der Interdentalbürsten können Sie alleine nicht bestimmen. Zudem gibt es auch individuelle Unterschiede: Jedes Gebiss ist anders und wer sich zuckerreich ernährt, also ständig nascht oder Energy Drinks konsumiert, muss besonders auf gute Zahnhygiene achten. Wir alle können unsere Zähne ein Leben lang behalten, wenn wir täglich den Biofilm entfernen. Und zwar überall, auch aus den Zahnzwischenräumen. Dabei brauchen wir Unterstützung durch eine Zahnarztpraxis, in der eine Schulung zur Mundhygiene (Aktivprophylaxe) angeboten wird.

Lesen Sie auch: Professionelle Zahnreinigung: Nur wenn Sie aktiv werden, ist sie sinnvoll.

Das Dokument für alle Gesundheitsbewussten:
Der ParoPass zeigt Ihnen, wie der aktuelle Stand in Ihrem Mund ist. Übrigens: Wenn Sie in unserer Umfrage mehr als 1x mit Nein geantwortet haben, ist das kein gutes Zeichen und Sie sollten sich Gedanken über Ihre Vorsorge machen.

Parodontose bleibt meist unbemerkt, Frau vor Spiegel

Herzinfarkt und Parodontitis

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Stress, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte. Aber wer hätte gedacht, dass Parodontitis ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall ist?

Es mehren sich die Hinweise, dass entzündliche Prozesse eine Ursache zur Entstehung von Atherosklerose („Gefäßverkalkung“) sind. Hohe Cholesterinwerte allein wären demnach harmlos. Erst eine Entzündung verursacht die Ablagerungen in unseren Adern.

Das erklärt auch besser, warum die Blutgefäße so ungleichmäßig „verkalken“.  Denn es finden sich bei durch Herzinfarkt oder Schlaganfall Verstorbenen fast immer auch viele Blutgefäße, die vollkommen gesund sind und noch eine ganz glatte Innenwand (Endothel) haben.
Eventuell könnte also eine lokale Entzündungsreaktion, ausgelöst durch Bakterien im Blut, der Beginn einer lokalen Atherosklerose sein.

Auf jeden Fall sind Bakterien im Blut nicht gut, da gehören sie nicht hin. Und doch ist es bei sehr vielen Menschen der Fall. Denn versteckte Entzündungen im Körper sind weit verbreitet. Allen voran die Parodontitis: Etwa die Hälfte aller Erwachsenen ist von dieser heimlichen Entzündung betroffen.

Entzündung so groß wie eine ganze Handinnenfläche

Handfläche, Größe der Entzündung
Die Entzündung ist so groß wie eine Handfläche.
© Ankerzahn e. V.

Bei einer mittleren bis schweren Parodontitis macht die Gesamtfläche des entzündeten Zahnfleisches die Größe einer Handinnenfläche aus – wir bemerken es aber nicht. Und das ist nur das Zahnfleisch. Bei der Parodontitis ist eben auch der Kieferknochen selbst entzündet.

Erreger und Entzündungsstoffe sind im Blut nachweisbar. Es ist also naheliegend, dass die Parodontitis sich ungünstig auf unsere Blutgefäße auswirkt. Eine großangelegte Metastudie hat 2138 Studien ausgewertet und kommt zum Ergebnis, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Parodontitis und Atherosklerose gibt.

Sehr interessant ist auch eine Studie aus dem Jahr 2014 von Dr. J. Schneider. Hier wurde die Qualität der Blutgefäße durch die Pulswellenmessung ermittelt. Mit dieser modernen Messung, wird die Elastizität der Blutgefäße ermittelt. Denn wenn Gefäße “verkalken” werden sie starrer. Das Herz erzeugt eine Druckwelle, mit der das Blut gepumpt wird. Die Geschwindigkeit dieser Welle ist von der Beschaffenheit der Gefäße abhängig. Je starrer, also  „verkalkter“ die Gefäße, desto schneller die Pulswelle. Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten in einer Studie feststellen, dass die Blutgefäße Parodontitis erkrankter Personen deutlich vorgealtert, d. h. starrer waren. Im Vergleich zu nicht parodontal erkrankten Personen sind die Betroffenen im Schnitt 10-15 Jahre älter, und tragen somit zu einem höheren Risiko für Herzerkrankungen bei.

Wie gesagt: Die Todesursache Nr. 1 in Deutschland sind Herz-Kreislauferkrankungen. Genauer gesagt: Herzinfarkt, Schlaganfall. Thrombosen- fast immer hat es mit den “verkalkten” Blutgefäßen zu tun.

(Anmerkung: Der Begriff Gefäßverkalkung ist nicht ganz richtig. In Wirklichkeit “verfetten” die Gefäße im ersten Schritt. Da lagert sich das “böse” Cholesterin ab (LDL-Lipoproteine). Mit der Zeit lagern sich dann aber tatsächlich Calciumphosphate und Hydroxylapatit an. Dadurch verhärten die Gefäße und verengen sich natürlich auch.

Es sollte daher jeder versuchen in Erfahrung zu bringen, ob versteckte Entzündungen im Körper vorliegen.

Parodontitis: Gefahr für Herz und Gehirn

Parodontitis betrifft unseren ganzen Körper

Parodontitis ist also nicht nur die Hauptursache für Zahnausfall, sondern wirkt sich offensichtlich auch negativ auf unsere Blutgefäße aus.
Da in Deutschland jeder zweite Erwachsene eine Parodontitis hat, ist das ein ernstzunehmendes Problem.
Vor allem, weil die Mehrheit nicht einmal weiß, was da in ihrem Mund abläuft. Wir von Ankerzahn e.V. fordern daher:
Jeder Mensch hat das Recht über seinen Gesundheitszustand informiert zu werden. Die Krankenkassen zahlen allerdings nur alle zwei Jahre den Parodontitis-Test ( Periodontal Screening Index – PSI ).

Das ist nicht hinnehmbar. Er sollte eher zweimal pro Jahr gemacht werden, mindestens aber jedes Jahr.
Aus diesem Grund können Sie nicht sicher sein, ob Ihr Zahnarzt bei Ihnen eine Parodontitis diagnostiziert.  Das wollen wir von Ankerzahn e.V. ändern.
Professor Dr.  Dannewitz, 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie:” Parodontitis ist eine Volkskrankheit, die noch immer viel zu selten oder zu spät erkannt und behandelt wird.”

Wenn Sie nicht sicher sind, dann nehmen Sie einfach unseren ParoPass zur Hand, oder suchen Sie eine Zahnarztpaxis aus unser Liste.

Hier finden Sie ausschließlich Zahnarztpraxen, die auf Prophylaxe spezialisiert sind und ganz selbstverständlich einen Parodontitis Test (PSI) erheben.

Sie selbst müssen aktiv werden

Um Ihren Mund entzündungsfrei zu bekommen oder zu erhalten, ist tägliche Pflege unverzichtbar. Insbesondere die Zahnzwischenräume sind hier häufig das Problem. Sie brauchen daher unbedingt eine sogenannte Mundhygiene-Instruktion, was im Grunde ein Zahnputz-Workshop ist.
Wir nennen das “Aktivprophlyaxe”.

Ohne Anleitung sind wir nicht in der Lage unser Gebiss richtig zu pflegen. Bei einer Studie aus Schweden schaffte es kein einziger von 22 Probanden. Bei der Kontrollgruppe die eine Mundhygiene-Instruktion bekam, haben hingegen alle 22 ihre Mundgesundheit verbessern können. Ein eindrucksvolles Ergebnis.

Es lohnt sich auf jeden Fall. Selbst wenn Ihre Blutgefäße glatt wie ein Baby Popo sind. Denn die Erreger der Parodontitis (wie zum Beispiel Porphyromonas Gingivalis) finden sich im ganzen Körper wieder. Das ist nicht nur schlecht für unsere Blutgefäße, sondern kann auch viele andere schwerwiegende Gesundheitsprobleme verursachen. Und nicht zuletzt: Mit der richtigen Pflege können Sie Ihre Zähne ein Leben lang behalten. Dazu brauchen Sie eine Zahnarztpraxis die konsequent präventiv arbeitet.

Mundhygiene Instruktion

Karies

Über Karies ist doch alles gesagt, denken Sie jetzt. Eine Google-Suche und Sie wissen alles über diese Seuche. Und dennoch kriegen fast alle Menschen in ihrem Leben Karies. Eine Impfung dagegen gibt es bislang nicht. Mein Name ist Dr. Volker Storcks, ich bin seit über 20 Jahren Zahnarzt und möchte Ihnen ein paar mehr Aspekte zum Thema nahebringen, auf die es aus meiner Sicht wirklich ankommt.

Mythos Nr. 1: Von Geburt an weicher Zahnschmelz

Wer zu viel Süßes isst, kriegt Karies, ist doch klar, sagen Sie zurecht. Und dennoch gibt es Menschen, die sich sehr süß ernähren und keine oder wenig Karies kriegen. Wie kann das sein? Anscheinend gibt es da noch mehr Faktoren, die die Kariesentstehung beeinflussen. Ich habe beispielsweise beobachtet, dass diese Menschen sich oft verhältnismäßig gut die Zähne putzen, ihnen das aber gar nicht bewusst ist. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine weichen Zähne, der Schmelz ist immer gleich hart, bei jedem von uns. Diese Ausrede können sie also getrost vergessen. An dieser Stelle verweise ich nur kurz auf eine große Ausnahme, die bei den Kindern stark zunimmt: “Kreidezähne” bzw. Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, wie der Fachmann sagt. Diese Erkrankung ist tatsächlich angeboren und verursacht in verschiedenen Ausprägungen einen nicht gereiften Zahnschmelz am ersten bleibenden Schneidezahn (die 1er) und am ersten bleibenden Backenzahn (die 6er). Bis heute ist ungeklärt, wie dies zustande kommt und mit viel Leid bei den Betroffenen verbunden.

Zurück zur Karies: Diese entsteht immer durch Säuren, welche Bakterien produzieren, die als Belag an unseren Zähnen kleben. Wenn diese Bakterien Zucker als Nahrung kriegen, produzieren sie richtig viel Säure, welche regelrecht den Kalk aus den Zähnen herauslöst. Das heisst also, wenn Sie den bakteriellen Belag täglich gründlich entfernen, kann keine Säure produziert werden, auch nicht, wenn Sie Süßes essen!

Nun sind die wenigsten Menschen in der Lage, wirklich den kompletten Zahnbelag täglich zu entfernen, nicht einmal den Zahnärzten gelingt das. Trotzdem kriegen Sie keine Karies. Es muss also noch mehr Parameter geben, wie z.B. den Speichel. Wenn Sie viel Speichel produzieren, werden die Säuren der Bakterien abgepuffert und die Beläge bei der Nahrungsaufnahme besser weggespült. Einige Medikamente verursachen nun einen verringerten Speichelfluss, wie zum Beispiel Antidepressiva. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko, Karies zu bekommen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist natürlich die Ernährung. Diese sollte zahnfreundlich sein, was bedeutet: Möglichst wenig niedermolekulare Kohlenhydrate, sprich Zucker. Viel Gemüse und Obst, Getreideprodukte, Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis, Brot. Möglichst wenig industriell “veredelte” Produkte, in diesen ist meist viel Zucker enthalten. Bananen und andere Früchte sind natürlich auch kariogen, trotzdem sind sie viel gesünder als Nahrungsmittel aus Industriezucker, da sie auch neben Kohlenhydraten noch Eiweiße, Fette, Spurenelemente, Salze (Mineralien), Ballaststoffe und viele Vitamine enthalten.

Mythos Nr. 2: Zahnseide schützt vor Karies im Zahnzwischenraum

Zahnseide
Zahnseide: Non Plus Ultra?
Bild von Mudassar Iqbal auf Pixabay

Lange habe ich es selbst geglaubt, die tägliche Anwendung von Zahnseide schützt vor Karies. Da gibt es gewachste, ungewachste, mit Fluorid und anderen Chemikalien getränkte Produkte. So wurde und wird doch die Zahnseide seit vielen Jahren von Zahnärzten empfohlen. Heute wissen wir aus vielen wissenschaftlichen Studien: Die Zahnseide hat kaum einen messbaren Effekt. Das sieht die European Federation of Periodontology genauso und sagt:

„Es gibt aber keine Evidenz, um den Gebrauch von Zahnseide für die Reinigung der Zahnzwischenräume bei den Patienten mit Parodontitis zu empfehlen. Interdentalraumbürsten sind die wirksamste Methode und das Mittel der Wahl an Stellen, die eine atraumatische Anwendung erlauben.“

Der wichtigere Aspekt ist erwiesenermaßen die zweimal tägliche Reinigung der Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zusammen mit einer zahngesunden Ernährung.

Das heisst aber im Umkehrschluss nicht, dass man keine Zahnseide benutzen soll. Grobe Speisereste lassen sich damit sehr gut entfernen und wer mit der Zahnseide zusätzlich sein Gebiss pflegt, sollte dies weiterhin tun. Schaden kann es nicht. Das beste Hilfsmittel, um die Zahnzwischenräume von Belag zu befreien, ist eine Bürste, die Interdentalbürste.
Gerade bei jungen Menschen sind die Zahnzwischenräume oft noch so klein, dass sie mit einer Bürste da gar nicht reinkommen, dort können Sie getrost Zahnseide weiterverwenden.  Die Interdentalbürste empfehlen wir in der Regel, um Zahnfleischentzündungen und Parodontitis zu bekämpfen. Die Interdentalbürste entfernt natürlich auch die Plaquebakterien, die Karies verursachen.

Mythos Nr. 3: Die elektrische Zahnbürste ist grundsätzlich besser

Es gibt mittlerweile mehrere Typen elektrischer Zahnbürsten

1. rotierend-oszillierend (z.B. Oral b Plak Control)

2. schallaktiv (z.B. Philips sonicare) 

Der Eine schwört auf den, der andere auf den Typ. Die Wissenschaft sagt, dass beide Typen funktionieren, die rotierend-oszillierende Technik aber immer noch als Goldstandard anzusehen ist. 

Elektrische Zahnbürste Handzahnbürste
Elektrische Zahnbürste vs. Handzahnbürste: Was schneidet besser ab?
Bild von andreas160578 auf Pixabay

Im wissenschaftlichen Vergleich zwischen Hand- und elektrischen Zahnbürsten schneidet die elektrische in der Tat besser ab. Der Mythos stimmt also!

Viele Menschen kommen aber mit der Handzahnbürste so gut klar und zeigen auch in der Prophylaxe, dass sie damit sehr viel Belag entfernen können. Für sie lohnt sich der Umstieg meist nicht. Hinzu kommt, dass die elektrischen Zahnbürsten erheblich teurer sind als Handzahnbürsten und ökologisch schlechter dastehen.

Gerade für Menschen mit wenig manuellem Geschick, Menschen mit Behinderung, älteren Menschen mit Bewegungseinschränkungen ist die elektrische Zahnbürste aber ein wahrer Segen, der beim Verhindern von Karies helfen kann. Im Rahmen der Prophylaxe in der Zahnarztpraxis können Sie gemeinsam mit der Prophylaxefachkraft ermitteln, welche Bürste für Sie am besten ist. Probieren Sie es aus!

Mythos Nr. 4: Die Borsten müssen hart sein!

…denn nur was hart ist, macht richtig sauber! Da wird geschrubbt, was das Zeug hält. Meistens werden  gleich das Zahnfleisch und der Zahnhals mit weggefegt. Auf Nimmerwiedersehen! Wie immer im Leben ist die goldene Mitte wohl der richtige Weg: Nicht zu hart und nicht zu weich sollte sie sein, entscheidend ist, dass Sie mit der Handzahnbürste nicht zu viel Kraft einsetzen, die Borsten abgerundet und das Borstenfeld nicht riesengroß ist.  Versuchen Sie mit wenig Druck kreisende oder rüttelnde Bewegungen durchzuführen, wobei das Zahnfleisch und der Zahn gleichermaßen von den Borsten berührt werden sollte. Bei dieser Technik erreichen die Borsten auch die Eingänge zum Zahnzwischenraum. Ein klares Zeichen von zu viel Putzdruck ist, wenn das Borstenfeld ihrer Zahnbürste schon nach wenigen Tagen wie ein alter Schrubber aussieht. In einer guten Prophylaxesitzung lernen Sie, wie Sie ihre Zahnbürste optimal einsetzen.

Zahnbürsten Holz
Holzzahnbürsten – nachhaltig aber …
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aus Hygienegründen sollten Sie Nylonborsten und keine Holzzahnbürsten mit Naturborsten verwenden.

Mythos Nr. 5: Es muss eine Markenzahnpasta sein!

Morgens Aronal, abends Elmex, so hat es uns die Werbung eingetrichtert – und nicht selten auch die Zahnärzte.

Zahnbürste Zahnpasta
Teuer putzt gut. Aber ist das wirklich so?
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Vergleichsweise teuren Zahnpasten sind sicherlich gut, aber nicht besser als viele günstige Zahnpasten. Auch wird mit Zahnpasten geworben, die speziell gegen Parodontitis sind-vergessen Sie das, die gibt´s nicht. 

Sie bekommen schon für unter 1 Euro eine gute Zahnpasta mit der gleichen Wirkung: Dabei verwenden alle Zahncremes Putzkörper, Bindemittel, schäumende Substanzen, Konservierungsstoffe, Feuchthaltemittel, Aromen, evtl. antibakteriell wirksame Substanzen, Farbstoffe und last not least: Fluorid! Das Fluorid ist aus zahnmedizinischer Sicht der wichtigste Bestandteil.

Denn wir wissen aus zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen aus Jahrzehnten, dass Fluorid als Salz in der Zahnpasta immer nur  lokal auf der Zahnberfläche wirkt und die oberste Schicht im Zahnschmelz härtet und so widerstandsfähiger gegen den Säureangriff der Kariesbakterien ist. Gegenden mit hoher Fluoridkonzentration im Trinkwasser wiesen in der Bevölkerung eine viel niedrigere Kariesrate auf. Dabei wirkt das Fluorid im Trinkwasser auch nur während es sich in der Mundhöhle befindet und den Zahn umspült, nicht von innen. Dagegen sind alle weiteren Substanzen wie etwaige Kräuterzusätze oder antibakteriell wirksame Substanzen, bedeutungslos. Mehr noch: Diese Zusätze unterliegen Modeerscheinungen und werden häufig nach einigen Jahren kritisch gesehen, wie Zinkzusätze oder Triclosan, und dann wieder vom Markt genommen.

Dabei wird die empfohlene Konzentration von Fluorid regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Es gibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedene Fluoridempfehlungen, entsprechend unterscheiden sich die Zahnpasten. 

Das Fluorid wirkt also nur durch äußere Anwendung auf den Zahnschmelz. Damit sind aus zahnärztlicher Sicht die Fluoridtabletten für Kinder schon seit 2004 passe. Man dachte Fluorid würde auch von innen bei der Schmelzbildung den Zahnschmelz hart machen. Das passiert leider nicht. Vielmehr ist es so, dass wir der Tablettenfluoridierung „zu verdanken“ haben, dass es Zahnschmelzfluorosen gibt: Damit sind weiße, gelbe bis bräunliche Flecken auf den Zähnen gemeint, welche nicht erwünscht sind. Durch die lokale Anwendung von Zahnpasta kann es keine Schmelzfluorose geben.

In Gebieten, in denen das Trinkwasser eine hohe Fluoridkonzentration aufweist, gibt es noch Fluorosen.

Mythos Nr. 6: Das giftige Fluor!

Salz in der Hand
Schadet Fluor den Zähnen?
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Sie finden haufenweise „Fluorkritiker“ im Internet. Dabei behaupten einige, dass Fluor ja hochgiftig sei. Das stimmt – Fluor als Molekül ist hochgiftig, es liegt aber als solches in der Zahnpasta nicht vor, sondern immer als geladenes Teilchen, als Salz. In Form von Fluorid, meistens ist es Natrium- oder Aminfluorid.

Niemand käme beispielsweise auf die Idee, Kochsalz zu verteufeln, nur weil da „Chlor“ drin ist. Das „Chlor“ im Kochsalz liegt nicht als freies Molekül sondern als Chlorid-Teilchen vor und hat nichts mit der Wirkung des gefährlichen Chlorgases gemein.

Sie müssten schon eine ganze Tube Zahnpasta verspeisen, um Krankheitssymptome zu bekommen. Allerdings sehen viele Zahnärzte kritisch, dass Kinderzahnpasta zum Teil süß ist und nach Erdbeere schmeckt. Wir meinen, wir müssen Kindern nicht den Anreiz geben, die Zahnpasta zu essen.

Trinkwasserfluoridierung zur Karieseindämmung ist in unserem Land verboten, in vielen Ländern aber noch gängige Praxis. Fluorid ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Bei uns erfolgt die Versorgung mit Fluorid hauptsächlich durch fluoridiertes Speisesalz, welches Sie in der Regel im Supermarkt erwerben. 1 mg Fluorid (ein tausendstel Gramm) als Gesamtaufnahme pro Erwachsenen pro Tag ist die empfohlene Dosis. Diese sollte in der Summe aus Zahnpasta, Kochsalz, Leitungswasser und aus Nahrung nicht überschritten werden.

Also ist es in Ihrer Verantwortung, ob Sie auf die Wirkung von Fluorid vertrauen: Wir Zahnärzte empfehlen, mit fluoridiertem Speisesalz zu kochen.

Sie erhalten aber auch mittlerweile fluoridfreie Zahncremes von diversen Anbietern (Bsp. Weleda).  Wenn Sie wenig süß essen und sich perfekt die Zähne putzen (das geht auch ohne Zahncreme), kann es Ihnen gelingen, kariesfrei zu bleiben. Es ist aber wahrscheinlicher, dass Sie den Zahnbelag nicht komplett wegkriegen und doch auch Süßes zu sich nehmen und infolgedessen Karies bekommen. Für Ihr Kind müssen Sie die Verantwortung übernehmen: Ich habe in meinen 20 Jahren als Zahnarzt viele Eltern erlebt, die ihren Kindern gegen meinen Rat nur fluoridfreie Zahncremes gaben und auf diesem Weg viele Löcher in den Gebissen ihrer Kinder verantworten mussten. Dabei hatten sie es doch so gut gemeint. Auf die Frage der Kinder später an ihre Eltern, warum sie ihnen nicht die schützende Zahncreme gaben, bin ich gespannt. Für diese Eltern stellt sich dann jetzt zusätzlich die Frage: Für welchen Reparaturwerkstoff entscheide ich mich? Gold, Keramik, Kunststoff, Amalgam oder Zement? Der beste Werkstoff bleibt immer noch der eigene Zahn. Von den biologischen Auswirkungen ganz zu schweigen, denn kein Reparaturwerkstoff kann als gesund bezeichnet werden. Es ist immer ein mehr oder weniger schlechter Ersatz. Und diese Reparaturwerkstoffe bieten wieder eine große Angriffsfläche für Kritiker jeder coleur und besorgte Eltern.

Nun gibt es neue Zahncremes (Biorepair, Karex), die Wunder versprechen. Zahncremes, die künstlichen Zahnschmelz enthalten und biomimetisch wirken wollen: Damit meint der Hersteller, dass der in der Pasta enthaltene “künstliche Zahnschmelz” mit seinen Hydroxylapatit-Kristallen vorhandene Löcher im Zahnschmelz wieder verschließt. 

Diese Zahncremes enthalten kein Fluorid, weil es den Wirkstoff deaktivieren würde.

Welchen Effekt diese Mikro-Partikel auf den Organismus haben ist noch völlig unklar. Zudem sind diese neuen Zahncremes sehr teuer und der Hersteller empfiehlt gleich, auch noch die entsprechende Zahnmilch mit dem gleichen Inhaltsstoff zu konsumieren! Allein dieses Produkt als „Milch“ zu bezeichnen, empfinde ich verwerflich. Milch ist im allgemeinen ein trinkbares Nahrungsmittel und nicht zum Spülen gedacht. Dabei fällt mir ein Patient ein, den ich seit 20 Jahren betreue: Er hatte nie Karies. Beim letzten Besuch und der Inspektion seiner Zähne mit meiner fünffach vergrößernden Lupenbrille wurde ich stutzig- ich sah Demineralisationserscheinungen in Form von beginnender Karies zwischen seinen Zähnen. Ich fragte ihn, ob er plötzlich sehr süß ist, nur noch Cola trinkt, oder er Medikamente nimmt oder sein Leben irgendwie umstrukturiert hat? Das verneinte er alles. Er sagte nur, dass er seit ca zwei Jahren diese neue fluoridfreie biomimetische Zahnpasta benutze. Ich fiel aus allen Wolken. Das ist zwar keine wissenschaftliche Arbeit aber für mich ein case-Report, eine Einzelfallstudie die aus einer Beobachtung resultiert.

In der Tat fehlen uns darüber die Daten. Ich fühlte mich jedoch bestätigt, dass das Absetzen der fluoridhaltigen Zahnpasta die Entstehung der Karies hier gefördert haben muss. Die beginnenden Kariesstellen, die röntgenologisch schon sichtbar waren, haben wir mit einem Vesiegelungskunstoff (Icon) therapiert. Seitdem benutzt der Patient wieder fluoridierte Zahnpasta und die Kariesprogression ist gestoppt.

Sich die Zähne mit fluoridierter Zahncreme zu putzen ist also der Tribut an unsere moderne Gesellschaft: Wir essen alle viel zu süß und wollen mit unseren eigenen Zähnen älter als 80 Jahre werden. Steinzeitmenschen hatten keine fluoridierte Zahncreme, aßen aber nicht so süß und wurden nichts so alt. Aber selbst bei Ötzi wurde Karies festgestellt und er muss auch an Zahnschmerzen gelitten haben. Ich kann Ihnen nur empfehlen, auf die wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen der Fachgesellschaften zu vertrauen.

Mythos Nr. 7: „Das Loch war plötzlich da!“

Geheimnis Überrascht
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Mit dieser Aussage kommen täglich Patienten in unsere Praxis. Meistens bemerken sie das Loch, weil Speisereste jetzt zwischen den Zähnen hängen bleiben und sich eine Zahnfleischentzündung bildet. Dabei hat sich die Karies langsam unter der Schmelzoberfläche gebildet, durch einen kleinen Stichkanal unterhalb des Kontaktpunktes zum Nachbarzahn. Irgendwann war die Zahnkrone soweit unterhöhlt, dass der  Zahnschmelz darüber zusammengekracht ist. Erst jetzt bemerkt der Mensch etwas, dabei nahm das Unheil schon viel früher seinen Lauf. Karies ist immer ein dynamischer Vorgang, das Loch entwickelt sich über Monate bis Jahre. Solange die “Läsion nicht kavitiert ist”, sagen wir Zahnärzte, können wir das ganze zum Stoppen bringen. Nur was heisst das genau? Das bedeutet, solange noch eine Schmelzstruktur da ist, wenn auch geschwächt durch Mineralienentzug, kann diese Struktur wieder aufgefüllt werden durch Mineralien aus Speichel und Zahnpasta. Die Oberfläche muss noch sichtbar intakt sein, wenn auch durch Mikroporositäten durchzogen. Wenn diese beginnende Karies frühzeitig entdeckt wird, dies ist möglich durch Röntgenaufnahmen (Bissflügelaufnahmen), durch hoch vergrößernde Lupenbrillen, durch Anwendung von Kaltlicht oder Spezial-Licht (Laserfluoreszenztechnologie KaVo Diagnodent), kann das Fortschreiten der Karies gestoppt werden. Wir sagen, die Karies wird arretiert und beobachten, ob es zum Fortschreiten der Karies kommt. Dies nennen wir Kariesmonitoring.

Um ganz sicher zu sein, dass das poröse Zahngewebe nicht doch zusammenbricht, gibt es seit ca. zehn Jahren eine in Kiel und Berlin entwickelte Methode, diese fragile Struktur zu stabilisieren: Mit der Icon-Methode wird ein flüssiges Harz in diese Struktur gebracht. Der angegriffene Zahnschmelz saugt dieses Harz (den Icon Infiltranten) auf wie ein Schwamm, welcher dann unter Blaulicht zum Aushärten gebracht wird. Diese Methode ist leider auch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und kostet ca € 150,00 pro Zahn.

Früher stocherte der Zahnarzt mit seiner Sonde im Zahnschmelz herum, um Karies aufzuspüren. Diese Vorgehensweise ist heute verpönt. Denn durch das Stochern mit der Sonde wird initiale (beginnende) Karies aufgebrochen und so zu einer behandlungsbedürftigen Kavität (Loch).

Allerdings ist es wesentlich komplizierter, die Karies zu stoppen, “als eben eine Füllung zu machen”. Der Zahnarzt ist dabei auf die enge Mitarbeit des Patienten angewiesen. Der Patient muss eine Verhaltensänderung durchführen: Häufiger und gründlicher Zähneputzen, weniger süß essen und trinken, Zahnzwischenräume reinigen, zur Prophylaxe und zur Zahnreinigung gehen. Leider ist diese enge Mitarbeit, die ich gerade beschreibe, sehr zeitintensiv und wird bislang von den Krankenkassen für Erwachsene kaum bezahlt. Bei Kindern und Jugendlichen schon. Das hat dazu geführt, dass Kinder im bleibenden Gebiss kaum noch Karies haben, wie aus der 5. Deutschen Mundgesundheitsstudie hervorgeht. Der erwachsene Patient erfährt in der Individualprophylaxe im Rahmen der Professionellen Zahnreinigung, wie er seine Zähne gegen Karies schützt. Wir nennen diesen wichtigsten Teil Aktivprophylaxe, weil Sie selber tätig werden müssen.

Mythos Nr. 8: Jeder Schwangerschaft kostet einen Zahn

Das ist natürlich ganz großer Nonsens, an dem aber immer noch einige Mütter festhalten: Ist halt das Kind schuld, dass der Zahn raus musste und nicht ich. Das Kind habe just aus diesem Zahn zu viel Calcium gezogen. Ich frage dann immer, wieso sich das Kind gerade diesen Zahn ausgesucht habe?
Dass in der Schwangerschaft vielleicht sehr viel genascht und wenig geputzt wurde, wird selbstverständlich nicht zugegeben. Vielleicht war es auch reiner Zufall und der Zahn schon vor der Schwangerschaft geschädigt?
Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Baby im Bauch der Mutter sein Calcium für den Knochenaufbau nicht aus den Zähnen der Mutter zieht.
Mit dem allgemeinen Rückgang der Karies in Deutschland beobachten wir zudem, dass Schwangere heute nicht mehr Zähne durch Karies verlieren als Nichtschwangere!
Allerdings sind Schwangere sehr viel anfälliger für Zahnfleischentzündung als Nichtschwangere. Auf die “Schwangerschaftsgingivitis” macht meistens schon der Frauenarzt aufmerksam und empfiehlt den Schwangeren, rechtzeitig zum Zahnarzt zu gehen. Eine gute Zahnpflege ist daher in der Schwangerschaft besonders wichtig.

Mythos Nr. 9: Wenn der Zahn erst mal eine Krone hat, kann er keine Karies mehr kriegen!

Zahn Zahnarzt Comic
Einmal Krone und fertig. Kann das gut gehen?
Bildquelle: PublicDomainPictures

Diese Ansicht ist immer noch weit verbreitet und kaum aus der Welt zu schaffen: Und ich selbst habe Anfang der 90iger Jahre noch von meinem Prothetikprofessor in Kiel gelernt, dass der Kronenrand unterhalb des Zahnfleisches, in der sogenannten kariesprotektiven Zone, liegen soll!

Dies ist heutzutage wissenschaftlich nicht mehr haltbar, so wogen sich doch viele Patienten mit Kronen in Sicherheit. Ein überkronter Zahn kriegt natürlich auch Karies, und zwar am Kronenrand. Auch unterhalb des Zahnfleisches. Wenn dort nicht geputzt wird und die Kariesbakterien Zucker kriegen. Eine Krone gibt dem Zahn ein stabiles Korsett, er kann zumindest nicht so schnell durch Karies zusammenbrechen, war wohl der Gedanke. Teilweise wurden Kronen als die besseren Zähne angesehen und weil doch die Krankenkasse früher alles bezahlt hat, wurden gerne alle Zähne überkront- auch die, die es eigentlich nicht nötig hatten. Selbst Unterkieferschneidezähne, die eigentlich nie eine Krone brauchen. Aus heutiger Sicht unglaublich. Wir Zahnmediziner werden heute so ausgebildet, möglichst viel Zahnsubstanz zu schonen. „Wegen der Optik“ sagten Zahnärzte und Patienten, wurden die Zähne früher sogar für Kronen abgeschliffen. Abschleifen klingt dabei so künstlerisch, dabei wird der Zahn bei dieser Aktion massakriert. Der gesamte Schmelzanteil wird abgetragen und die Leute bekamen regelmäßig einen Schreck, wenn sie das sahen. Jeder Zahn ist ein Organ und sollte nicht leichtfertig beschädigt werden. Das Abschleifen führt nicht selten dazu, dass der Zahnnerv darunter traumatisiert ist und im Laufe der Jahre unter der Krone abstirbt. Zähne müssen heutzutage auch noch überkront werden, aber erst wenn ein Großteil des Zahnschmelzes verlorengegangen ist, ist eine Überkronung angezeigt.

Gerne wurden früher diese künstlichen Zahnkronen dann untereinander verbunden – wir sagen verblockt. Eine Reinigung wurde dadurch noch schwieriger. Dann fiel es noch viel später auf, wenn der Zahn darunter weggegammelt war. Wenn der Zahn dann weh tat, wurde die Krone durchbohrt und eine Wurzelbehandlung gemacht. Dann tat der Zahn auch nicht mehr weh. Das Zahnfleisch und die Zahnwurzel drumherum sind dann meist in einem katastrophalen Zustand. 

Und immer wieder sagen Patienten zu mir: „Herr Doktor, ich spare jetzt ein bisschen und dann machen wir da in zwei, drei Jahren neue Kronen drauf und alles ist gut!“ Den Menschen ist nicht bewusst, dass sie im Spiegel nicht “Ihre Zähne” sehen, sondern sie sind geblendet von mit Keramik verblendeten künstlichen Kronen. Und zugegebenermaßen: Uns Zahnärzten und Zahntechnikern gelingt es immer besser, die Natur zu imitieren. 

Wenn das nicht mehr funktioniert, zünden wir Zahnärzte die Stufe 2 der Verblendung: Jetzt gehts los mit Implantaten und Brücken…und Prothesen! Warum das alles so ist, beschreibe ich in Mythos 10, dem Finale!

Mythos Nr. 10: Jeder Zahnarzt fährt einen Porsche!

Porsche
Bild von Pexels auf Pixabay

Diese Zeiten sind lange vorbei. Die Vergütung für zahnärztliche Leistungen – gerade im privatzahnärztlichen Bereich – ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Zahnarztpraxen sind mittlerweile moderne Dienstleistungszentren. Vorbei sind die Zeiten des unantastbaren Weißkittels, der die Behandlung alleine bestimmt. Der Patient wird mehr und mehr in die Therapie einbezogen und wir Zahnärzte bereiten der Bevölkerung den Weg in eine auf Vorbeugung orientierte Zahnheilkunde. So gut wie jede Zahnarztpraxis verfügt über eine Prophylaxeabteilung, in der zahnmedizinische Fachkräfte Zähne reinigen und Patienten zu noch mehr Zahnpflege motivieren. Dies ist größtenteils noch keine Kassenleistung und die Kassen und der Gesetzgeber tun sich mit Änderungen schwer, obwohl von unserer Bundeszahnärztekammer neue präventive Konzepte vorgelegt wurden. 

Dass in Deutschland mehr repariert als vorgebeugt wird, liegt aber auch an unserem Honorarsystem, welches hauptsächlich auf eine invasive Therapie ausgerichtet ist. Das muss sich ändern.

Comic-Zahn, Zahnfleischtaschen, Messung

Parodontitis Behandlung

1. Sie glauben, Ihre Zahnärztin kann Ihre Parodontitis / Parodontose heilen?
Falsch. Kann sie nicht. Die Zahnarztpraxis schafft lediglich die Voraussetzungen für Ihre Heilung. Die Parodontitis Behandlung ist nur die Grundlage damit Sie gesund werden. Wirklich heilen tun Sie die Krankheit am Ende selbst. Dazu brauchen Sie die Unterstützung der Zahnarztpraxis – Die Unterstützende Parodontaltherapie (UTP).

2. Sie glauben, Sie reinigen Ihre Zähne ohne Anleitung effektiv und gründlich?
Falsch. Sie brauchen die Schulung eines Mundhygiene-Profis. Wir nennen das „Aktivprophylaxe“, weil Sie selbst aktiv werden müssen. Diese Schulung kann eine Zahnärztin durchführen, wird aber eher von Dentalhygienikerin oder Zahnmedizinischen Prophylaxe Assistentinnen (ZMP) gemacht. Vor allem die Zahnzwischenräume sind das Problem. Sie heilen Ihre Parodontitis nur, wenn Sie wissen, wie Ihre Zähne richtig gereinigt werden.

3. Sie glauben, nach einer erfolgreichen Parodontitis Behandlung ist die Krankheit verschwunden?
Falsch. Die tägliche Zahnpflege ist eine lebenslange Aufgabe. Es sind nur wenige Minuten am Tag, die sich aber wirklich lohnen. Klingt kompliziert? Ist es nicht! Alles was Sie brauchen ist eine zahnerhaltend orientierte Zahnarztpraxis, die Ihnen das beibringt.

Interdentalzahnbürsten in diversen Größen
Interdentalzahnbürsten in diversen Größen / Bild: Oral Prevent©

Sie müssen lernen Ihre Zahnzwischenräume zu reinigen
– wir nennen das Aktivprophylaxe

Der wichtigste Teil der Parodontitis Behandlung sind Sie selbst. Dazu brauchen Sie unbedingt eine Schulung zur Mundhygiene (Aktivprophylaxe). Das sagen nicht nur wir von Ankerzahn e.V. sondern das sagt auch die EFP, zu der 25 Staaten aus Europa zählen. In den Leitlinien ist unter andere nachzulesen:
„Die professionelle Mundhygieneinstruktion, die individuell dem Patienten angepasst wird, ist unerlässlich, um den Patienten zu befähigen, das notwendige Niveau an Zahnreinigung erreichen zu können. Das sollte am besten direkt im Mund des Patienten demonstriert und die Umsetzung kontrolliert werden, bevor der Patient die Praxis verlässt. Diesen Maßnahmen muss eine ausreichende Zeit im Behandlungsplan eingeräumt werden.“

Diese Mundhygieneinstruktion wird leider nicht überall angeboten. Fordern Sie das ein, oder gucken Sie bei unseren teilnehmenden Praxen. Ohne Schulung ist die Wahrscheinlichkeit die Parodontitis loszuwerden sehr gering. Das zeigt zum Beispiel eindrücklich eine Studie aus Schweden. 22 Teilnehmer bekamen eine Schulung und die anderen 22 nicht. Nur die geschulten konnten ihren Gesundheitszustand verbessern:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31603245/

Das übliche Zähneputzen werden Sie vermutlich schon recht ordentlich bewerkstelligen. Das Problem sind die Zahnzwischenräume. Die müssen Sie mit der Interdentalbürste (Zahnzwischenraumbürste) reinigen. Doch das ist ohne Anleitung nicht möglich, da jeder Zahnzwischenraum anders ist.

Comic-Zahn, Interdentalbürste
© Ankerzahn | Zeichnung: Matthias Latza

Die Bürsten sind erwiesenermaßen mit Abstand das beste Instrument (Leitlinien der EFP). Diese kleinen Bürsten sind die entscheidende Waffe gegen Parodontitis. Leider hat fast die Hälfte der Menschen so enge Zahnzwischenräume, dass Interdentalbürsten nicht passen. Dort muss dann Zahnseide verwendet werden. Aber auch damit können Sie wirksam reinigen, wenn Ihnen eine Fachkraft das beibringt.

Hier die 4 wichtigsten Gründe, warum Sie unbedingt eine Schulung zum Zähneputzen brauchen.

Warum eine Schulung?

1. Jedes Gebiss ist anders

Nur eine Fachkraft kann beurteilen, an welchen Stellen Sie Interdentalbürsten anwenden können und an welchen Sie Zahnseide verwenden müssen. Es ist grundlegend wichtig die richtigen Größen der Interdentalbürsten zu ermitteln. Fast immer werden mehrere Bürsten in unterschiedlichen Größen gebraucht. Wenn die Bürsten zu klein sind, bleibt Plaque zurück.

Zahnzwischenraum Interdentalbürste
Zu kleine Bürsten erreichen manchmal nicht jede Stelle.
Zu große Bürsten können den Zahnhals oder das Zahnfleisch schädigen. | © Ankerzahn e. V.

2.   Es ist eine ganz schöne Fummelei

Die Anwendung der Interdentalbürsten und auch der Zahnseide ist am Anfang nicht leicht. Selbst geschickte Menschen brauchen Übung. So sind z. B. die hinteren Zahnzwischenräume zunächst schwer zu erreichen. Ein typischer Anfängerfehler: Der Mund wird zu weit aufgemacht. Zudem haben sie zunächst noch eine Zahnfleischentzündung. Daher ist das Zahnfleisch angeschwollen und die Entzündung schmerzt. Das macht die Prozedur am Anfang nicht leichter. Dann ist es unter Umständen ratsam, ein Chlorhexidin Gel auf die Interdentalbürste aufzutragen. Fragen Sie danach.

3.   Eine Überprüfung ist zwingend erforderlich

Sie müssen nach einigen Wochen die Reinigungsleistung überprüfen. Es geht dabei weniger um eine Bewertung Ihrer Putzleistung. Es ist ganz einfach so, dass sich erst in der Praxis zeigt, ob die empfohlenen Maßnahmen ausreichen. Die Entzündung muss raus, damit das Zahnfleisch wieder abschwillt. Damit ist oftmals verbunden, dass die Interdentalbürsten eine Nummer größer werden müssen.

Comic-Kiefer, Interdentalbürsten
Interdentalbürsten müssen in verschiedenen Größen getestet werden. | © Ankerzahn e. V. | Zeichnung: Matthias Latza

4.  Die normale Zahnbürste bleibt auch wichtig

Die Zahnfleischfurchen oder –taschen müssen rund um den Zahn sauber werden. Auch das Putzen mit der Zahnbürste sollte geübt werden. Sie selbst müssen aktiv werden und dazu brauchen Sie fachliche Unterstützung.

Die Aktivprophylaxe – Jeder sollte sie bekommen

Die Volkskrankheit Parodontitis betrifft jeden zweiten Erwachsenen mit gravierenden Folgen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Schulung zum Zähneputzen (Aktivprophylaxe) Standard wird, weil das der wichtigste Schritt ist, die Krankheit einzudämmen. Sie dauert schon je nach Gebiss und Fingerfertigkeit mindestens 15 bis 20 Minuten. Unter Umständen auch erheblich länger. Entscheidend ist: Sie selbst reinigen unter Aufsicht Ihre Zahnzwischenräume. Sie selbst werden aktiv. Nur so können Sie es lernen. Die Aktivprophylaxe wird, wenn überhaupt, nicht allein angeboten, sondern im Rahmen einer Professionellen Zahnreinigung. Diese ist ohnehin sinnvoll um ältere Beläge zu entfernen und die Zahnfleischtaschen zu reinigen.

Es ist äußerst wichtig, dass der Reinigungserfolg innerhalb der nächsten 3 bis 5 Wochen kontrolliert wird, beim sogenannten “Recall“. Dieser gehört immer zu einer Aktivprophylaxe dazu. Je nach Schwere der Krankheit, Gebissanatomie und Ihrer Geschicklichkeit braucht es auch mehrere Recalls.

Die effektive Parodontitis-Behandlung

Entscheidend ist am Ende eine gute Zahnarztpraxis! Damit Sie eine fachlich fundierte Schulung bekommen, fragen Sie nach Dentalhygienikerinnen, oder zahnmedizinischen Prophylaxehelferinnen oder schauen in unserer Zahnarztsuche. So sichern Sie sich eine effektive Parodontitis Behandlung.

Nur die Fachleute vor Ort wissen genau, wie viele Schulungen und Zahnreinigungen Sie benötigen um wieder gesund zu werden. Denn jeder Mensch ist anders und muss individuell betreut werden. Es lohnt sich: Wenn Sie den Bürstenbogen raus haben, dann brauchen Sie nicht mal eine Minute am Tag für die Zahnzwischenräume und können so dafür sorgen, dass eine Parodontitis Behandlung in Zukunft für Sie nicht mehr notwendig ist.

So können Sie Ihre Zähne ein Leben lang behalten, und auch den restlichen Körper vor Schaden bewahren.

Unser ParoPass kann Ihnen helfen, denn er zeigt an ob es besser wird oder nicht.

Ankerzahn Team

Der ParoPass®

Neutral und unbestechlich bringt der ParoPass Licht ins Dunkle der Mundhöhle! Spätestens ab einem Alter von 30 Jahren sollte ihn jeder besitzen. Denn dann sind Sie schon mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 50% an Parodontose (Parodontitis) erkrankt, ohne es zu bemerken.

Leider wird die Parodontitis in Deutschland in der Regel zu spät erkannt, und auch noch zu selten behandelt. Laut der 5. Mundgesundheitsstudie gibt es ca. 11,5 Millionen Menschen mit einer schweren Parodontitis in Deutschland. Behandelt werden aber nur gut eine Million, was nicht einmal jedem zehnten Patienten entspricht. Das allein ist schon Grund genug für den ParoPass.

Der ParoPass zeigt:

  1. Ob Sie Parodontitis (Parodontose) haben oder nicht
  2. Den Behandlungserfolg

Der Pass ist vor allem so wichtig, weil diese Krankheit keine Schmerzen verursacht und häufig auch kein Zahnfleischbluten – wir spüren nichts. Das ist ein gravierendes Problem, denn es handelt sich um eine ernsthafte Erkrankung. Oft geht es mit 30 Jahren los und über einen langen Zeitraum bleibt die Parodontose vollkommen unbemerkt. Auch der Zahnarzt erwähnt häufig nur, dass das Zahnfleisch entzündet ist. Warum? Weil Viele die Krankheit als nicht heilbar, beziehungsweise als normale Alterserscheinung betrachten. Erst wenn Symptome wie Schmerzen, Zahnfleischbluten oder gar wackelnde Zähne auftauchen, wird gehandelt. Dann ist es aber leider oft zu spät.

Ist die Krankheit zu weit fortgeschritten, kann sie nicht mehr gestoppt werden. Daher ist der ParoPass so nützlich: Je früher behandelt wird, desto einfacher lässt sich die Parodontitis dauerhaft stoppen. Das lohnt sich gleich mehrfach: Kein Zahnausfall, keine versteckte Entzündung im Körper. Außerdem zeigt der ParoPass den Behandlungserfolg.

Wie funktioniert er?

Sondierung der Zahnfleischtaschen
Das Ausmessen der Zahnfleischtaschen dauert nur wenige Minuten | © Ankerzahn e. V.

Wenden Sie sich an eine Zahnärztin oder Dentalhygienikerin. In der Zahnarztpraxis wird dann Ihr Zahnfleisch vermessen (in der Fachsprache heißt das Sondieren – nach den offiziellen PSI Codes der DG Paro). Das dauert nur wenige Minuten und kann etwas piksen, vor allem, wenn das Zahnfleisch entzündet ist.

Das Ergebnis dieser Messung wird dann in den ParoPass eingetragen, oder genauer gesagt angekreuzt. An der entsprechenden Stelle auf der Farbskala wird ein Kreuz gemacht als Dokumentation für die Behandlung. So behalten Sie jederzeit den Überblick über den Zustand Ihres Zahnfleisches, und können eine entsprechende Behandlung mitverfolgen.

ParoPass
Der ParoPass zeigt nach dem offiziellen PSI-Code ob Sie Parodontitis haben. | © Ankerzahn e. V.

Wie bekommen Sie ihn?

In unserem Shop oder bei vielen Zahnarztpraxen aus unserer Praxis-Suche

ParoPass Motive in der Übersicht
Den ParoPass gibt es ab sofort auch in drei verschiedenen Motiven. | © Ankerzahn e. V.

Übrigens: Statt dem ParoPass empfehlen wir auch ParoStatus oder PA-Konzepte. Diese liefern sogar noch detailliertere Dokumentationsmöglichkeiten. Fragen Sie dazu am besten Ihren Zahnarzt.

Logo - ParoStatus
Logo - PA-Konzepte
Darstellung PA-Konzepte
Darstellung von PAKonzept©
Dashboard ParoStatus
Dashboard von ParoStatus©

Kurz erklärt

Parodontitis, was ist das eigentlich? Es handelt sich bei dieser Krankheit um eine Entzündung des Kieferknochens, des Zahnfleisches, der Wurzelhaut und anderem Gewebe. Zusammengefasst: eine Entzündung des Zahnhalteapparats (auch Zahnbett oder Parodont genannt). Das Wesentliche ist die Kieferknochenentzündung. Der Kieferknochen wird durch die Entzündung über Jahre oder Jahrzehnte unmerklich abgebaut, regelrecht zerfressen, und ist dann unwiederbringlich verloren. Im fortgeschrittenem Stadium verlieren die Zähne dann ihren Halt und fallen aus. Wer die Hintergründe verstehen will, liest hier gleich weiter: Eine Schwachstelle der Evolution

Keine Parodontitis
Gesunder Kieferknochen
Bild: Thieme Verlag
Parodontitis
Kiefer von Parodontitis befallen
Bild: Thieme Verlag

Wie verläuft die Krankheit?

Die Parodontitis (Parodontose) verursacht keine Schmerzen oder andere Symptome.
Das ist erstaunlich, da eine Knochenentzündung normalerweise durchaus schmerzhaft ist. Gerade Menschen mit guter Zahnhygiene haben kein Zahnfleischbluten. Nur in der Zahnarztpraxis kann festgestellt werden, ob man betroffen ist. Alles andere ist unseriös. Oft wird eine Parodontitis erst im sehr fortgeschrittenem Stadium bemerkt. Dann kommt es zu Schmerzen und die Zähne wackeln. Leider ist es dann häufig zu spät, um die Krankheit wieder loszuwerden. Deshalb ist Früherkennung so wichtig, und daher auch der ParoPass®! Lesen Sie hier mehr, über diese Innovation: Der ParoPass

Wer ist betroffen?

Parodontitis, auch Parodontose genannt ist eine der verbreitetsten Krankheiten überhaupt. Gut die Hälfte der Erwachsenen ist betroffen. Bei den Senioren beträgt der Anteil bereits drei Viertel. Viele sind sich dessen nicht bewusst, da die Krankheit erst im Spätstadium Symptome verursacht. Eine rechtzeitige Behandlung ist äußerst wichtig, da die Krankheit im Spätstadium nicht mehr gestoppt werden kann.
Typischerweise erkranken die Menschen erst ab einem Alter von 25 bis 30 Jahren. Der ParoPass schafft Gewissheit. Die seltene aggressive Parodontitis tritt oft bereits im Teenager-Alter auf und schreitet viel schneller voran. Sie erscheint familiär gehäuft, was ein Zeichen für eine genetische Veranlagung ist. Lesen Sie hier: Die 3 großen Irrtümer bei der Behandlung von Parodontitis

Was ist der Unterschied zwischen Parodontose und Parodontitis?

Es gibt keinen. Früher glaubte man, dass der Kieferknochen sich einfach so zurückbildet. Eine Art natürliche Alterserscheinung. So entstand das Wort Parodontose. Doch in den siebziger Jahren wurde klar, dass entzündliche Prozesse zum Rückgang des Knochens führen. Daher fügte man die Endung–itis für Entzündung hinzu. Es entstand der Name Parodontitis.

Was ist eine Parodontosebehandlung?

Diese Behandlung wird vom Zahnarzt durchgeführt, und ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, Ihre Parodontitis (auch Parodontose genannt) loszuwerden. Die hieraus entstehenden Kosten werden komplett von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Im Rahmen der Behandlung werden die Oberflächen der Zahnwurzel professionell gereinigt.

Wichtig zu wissen: Die Therapie allein führt nicht zu einer Heilung.
Damit Sie gesund werden, brauchen Sie zusätzlich eine Schulung oder Workshop zur Mundhygiene. Wir nennen das “Aktivprophylaxe“. Diese bekommen Sie leider nicht selbstverständlich im Rahmen einer Zahnreinigung (auch PZR, Professionelle Zahnreinigung genannt). Wir setzen uns jedoch dafür ein, dass die Schulung zum Zähneputzen (Aktivprophylaxe) Standard wird, weil das der wichtigste Schritt ist, die Krankheit einzudämmen.

Lesen sie dazu: Professionelle Zahnreinigung oder Eine Krankheit, die Sie am Ende selbst heilen