Das AktionsbündnisGemeinsam gegen Parodontitis

Warum „Gemeinsam gegen Parodontitis“?

  1. Parodontitis ist eine schwerwiegende chronische Entzündung, die zu einem Abbau des Kieferknochens führt und auch auf den gesamten Organismus wirken kann.
  2. Parodontitis ist die Krankheit mit der höchsten Prävalenz in Deutschland: Ab einem Alter von 35 Jahren sind 52% betroffen. Bei den Senioren sind es 75%.
  3. “Durch frühzeitiges Erkennen und systematische Therapie kann die Parodontitis zum Stillstand gebracht werden“. Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie und das ist auch der Konsens unter Experten.

Keine andere Volkskrankheit ist so weit verbreitet und vergleichsweise so zuverlässig zu stoppen. Dennoch gibt es bislang nur einen leichten Rückgang der Krankheit. Das Fachgebiet der Parodontologie benötigt einen höheren Stellenwert in der Ausbildung, bei den Krankenkassen und in der Zahnärzteschaft. Die Präsidentin der DG Paro spricht von einer Initialzündung, die nötig wäre.

Das von der Bundeszahnärztekammer und der DG Paro entwickelte PAR Versorgungskonzept wäre ein Meilenstein, ist aber immer noch nicht in den Katalog der Krankenkassen aufgenommen.

Ein zentraler Punkt um die Volkskrankheit wirksam zurückzudrängen, ist aber auch die Aufklärung der Bevölkerung, für die sich Ankerzahn einsetzt.

Die Aufklärung der Bevölkerung ist wichtig

Die aktive Mitarbeit der Patienten ist die Voraussetzung, um die Krankheit zu stoppen. Die Vorbeugung von Parodontitis, die Prävention, muss momentan der Patient größtenteils selbst tragen. Viele Praxen bieten mittlerweile sehr gute Präventions-Konzepte an, die aber nicht von allen Menschen in Anspruch genommen werden.

Viele Menschen assoziieren Parodontitis ganz überwiegend mit einer harmlosen Zahnfleischentzündung. Sie sind sich nicht der irreversiblen Schäden an ihrem Kieferknochen bewusst und auch nicht der Auswirkungen auf den Organismus.

Wir vom Ankerzahn sind ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel die Bevölkerung aufzuklären. Alleine können wir das nur begrenzt, daher hoffen wir, dass sich viele Kammern, Verbände, Institutionen und Zahnarztpraxen an der Aktion beteiligen. Gemeinsam ist es möglich die mit Abstand größte Volkskrankheit deutlich zurückzudrängen. Dies wollen wir vor allem Online erreichen.

Die Basis dazu bildet unsere Webseite, die wir mit Hilfe von Google Ad Grants bewerben. Im September 2019 sind wir zu unserer großen Freude in dieses Programm aufgenommen worden. Damit ist Google einer unserer wichtigsten Unterstützer und wir können im Monat mehr als 15 000 Menschen online erreichen.

Ausgehend von dieser Basis wollen wir mit unseren Partnern langfristig die gesamte Bevölkerung erreichen.

Eine unbequeme Wahrheit

2016 hat die EFP Leitlinien herausgebracht, die europaweit gültig sind. Hier wird klar zum Ausdruck gebracht, dass die Mundhygiene-Instruktion mit einem Recall Termin essentiell ist.

Der Alltag in deutschen Zahnarztpraxen richtet sich leider oftmals nicht danach. Leider arbeiten längst nicht alle Zahnarztpraxen so, wie es den offiziellen Leitlinien der EFP entspricht: So ist eine Mundhygiene-Instruktion im Rahmen der PZR nicht selbstverständlich.

Dies zeigen zum Beispiel die Abrechnungen der Privat Krankenversicherungen (GOZ). Hier wird nur jede siebte PZR auch mit einer Mundhygieneinstruktion abgerechnet, also nur 14,3 Prozent.
Auch unsere Online-Umfrage geht in diese Richtung. Nur ein Drittel der Befragten erhielt demnach eine Mundhygiene-Instruktion, während zwei Dritteln diese wichtige Schulung vorenthalten wurde.
Bislang haben gut 800 Menschen an der Umfrage teilgenommen.

Noch gravierender ist die Tatsache, dass nur etwa 10% der Patienten mit einer schweren Parodontitis eine Parodontosebehandlung bekommen. Diese ist aber grundlegend wichtig für den Heilungserfolg und wird von der Krankenkasse bezahlt.

Grundsätzlich muss die Parodontologie den Stellenwert erhalten, den Karies bereits hat. Auch bei den Universitäten, den Kassen und den Zahnarztpraxen: Dies wird sehr gut im Video von Frau Prof. Dannewitz zusammengefasst:

„Gemeinsam gegen Parodontitis“ ist also ein Aktionsbündnis, das grundsätzlich den Stellenwert der Parodontologie und der Prophylaxe verbessern will.

Unabhängig davon gehen wir von Ankerzahn e.V. noch einen Schritt weiter. Wir bieten nachweislich zahnerhaltend arbeitenden Praxen eine Mitgliedschaft an.