Parodontitis, Parodontose

Warum ist Parodontitis (Parodontose) so häufig?

Parodontitis (Parodontose) ist mit Abstand die häufigste Krankheit in Deutschland. Das geht aus den Daten der aktuellen Mundgesundheitsstudie hervor: Ab einem Alter von 35 Jahren sind bereits 52% der Menschen von Parodontitis betroffen, bei den Senioren sind es fast 75%.

Diese Krankheit ist nicht harmlos: Sie zerfrisst unseren Kieferknochen, bis die Zähne ihren Halt verlieren. Die gesamte Wundfläche des entzündeten Zahnfleisches kann die Größe einer Handfläche erreichen. Das sehen wir nicht, da sich die Entzündung vor allem in den Zahnfleischtaschen befindet. Es erstaunt daher nicht, dass auch der restliche Körper in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Doch warum ist diese Krankheit immer noch derart häufig? Unsere Zahnhygiene ist nachweisbar besser geworden, viele gehen sogar regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung. Doch die Volkskrankheit geht nur schleppend zurück.

Selbst der Steinzeitmensch Ötzi (ca. 3000 v. Chr.) hatte Parodontitis. Und das ist nicht erstaunlich, im Gegenteil: Ötzi war wohl schon 45 Jahre alt, und damit ein Senior zu seiner Zeit. Durch Schädelfunde wissen wir: Parodontitis gab es schon immer, und schon immer waren eher die Älteren betroffen, also ab einem Lebensalter von 30 Jahren.

Es hat den Anschein, als ob es sich um eine normale Alterserscheinung handelt. Daher stammt auch der ursprüngliche Name: Parodontose. Eine Art Knochenschwund ähnlich wie bei der Osteoporose, also ohne Entzündung. Leider gibt es immer noch Zahnärzte, die diese Krankheit als unvermeidlich ansehen und viele Menschen denken, dass es normal ist im Alter die Zähne zu verlieren. Doch heute wissen wir: Parodontitis ist eine chronische Entzündung. Daher auch die Endung -ITIS; sie steht immer für eine Entzündung. Wie aber ist es möglich, dass am Ende drei Viertel der Menschen diese Erkrankung bekommen?

Eine chronische Entzündung als normale Alterserscheinung?

Als vor ca. 125 Millionen Jahren die Säugetiere entstanden, betrug die Lebenserwartung dieser Tiere nur wenige Jahre. Säugetiere sind evolutionär für ein Leben bis zu maximal 30 Jahren ausgelegt – das gilt eben auch für die Zähne.

Tatsächlich gibt es nur ganz wenige Säugetierarten, die älter als 30 Jahre werden.
Dies sind zum Beispiel Elefanten oder Wale. Die haben allerdings auch nicht mehr das typische Säugetiergebiss. Dann gibt es noch die Gruppe der Primaten, zu denen wir auch gehören. Schimpansen, Gorillas und Orang Utans werden in der freien Wildbahn allerdings nur in Ausnahmefällen älter als 30 Jahre. Das galt bis vor 10 000 Jahren auch für den Menschen. Menschliche Fossilien aus der Steinzeit zeigen: Nur wenige schafften es bis zu einem Alter von 40 Jahren zu überleben, und noch viel weniger darüber hinaus. Und richtig, die “Alten“ hatten oft Parodontitis, so wie Özti, der ca. 45 Jahre alt wurde.


Eine Schwachstelle im Mund

“Die Zähne durchbrechen die Schleimhaut (…), damit ist es die einzige Stelle im Körper, in der natürlicherweise ein Loch in der (Schleim-)Haut entsteht.“ – Prof. Dr. Dörfer (Direktor der Parodontologie, Kiel)

Ein Loch in der Haut? Tatsächlich liegt es in der Natur der Sache, dass unsere Zähne unsere Schleimhaut durchbrechen müssen. Es geht nun mal nicht anders. Der ganze restliche Körper ist überall von unserer Haut, bzw. Schleimhaut umgeben und das ist wichtig: Auf diese Weise grenzen wir uns von der Außenwelt ab. Diese Barriere schützt uns vor allem vor Krankheitskeimen. Nur im Mund gibt es ein Loch, bzw. 32 Löcher.

In gewisser Weise sind Zähne eine Art Knochen, die aus dem Körper heraustreten. Unser Zahnfleisch dichtet diese “Löcher“ ab. Ähnlich wie der Fensterkitt die Glasscheibe. Jeder Zahn ist daher rundum von Zahnfleisch umgeben, und die Löcher damit gestopft. Das funktioniert auch recht gut, unser Zahnfleisch haftet so fest am Zahn, dass da nichts durch kommt.

Allerdings befindet sich diese evolutionäre Schwachstelle an einem ungünstigen Ort. Denn der Mund ist dicht besiedelt von Bakterien. Hier ist es warm, feucht und vor allem: Es gibt regelmäßig etwas zu essen. Daher können die Mikroben gut gedeihen und eine Kolonie bilden. Diese Kolonie wird Plaque, Zahnbelag oder auch Biofilm genannt. Für unsere Zähne gilt: Erst wenn die Bakterien eine Kolonie (Plaque) bilden, können sie uns gefährlich werden.

Stoppt Parodontitis - Was hilft wirklich?

Klar ist: Ohne regelmäßige Reinigung bekommt man irgendwann zuerst eine Zahnfleischentzündung, und dann eine Parodontitis. Es ist eine Frage der Zeit.

Es beginnt in den Zahnfleischfurchen

Das Zahnfleisch, das jeden Zahn umgibt, hat am oberen Rand eine sogenannte Furche, auch Sulcus genannt. Jeder Zahn ist also rundum von dieser Furche umgeben. In dieser Nische können sich Bakterien besonders gut ansiedeln. Deshalb entsteht dort diese Kolonie (Zahnbelag oder Plaque genannt).
Zahnfleischfurchen sind also so etwas wie die Fugen beim Altbau-Dielenboden: Ein geschütztes Biotop, wo das „Leben“ eine Nische findet. Glücklicherweise reinigen wir die Furchen beim Zähneputzen, auch wenn uns das nicht bewusst ist.

Wir putzen nicht nur die Zähne, sondern eben auch den oberen Teil des Zahnfleisches. Es passiert fast zwangsläufig, wenn wir uns halbwegs normal unser Gebiss bürsten.
Der Haken ist nur: die Furchen gehen rund um den Zahn! Vor allem die Zahnzwischenräume der Backenzähne bleiben bei der Mehrheit vollkommen ungeputzt. Dort gedeiht der Biofilm dann natürlich prächtig.

Plaque in den Zahnfleischfurchen kann zu Parodontitis führen
Plaque in den Zahnfurchen ist das Problem

Deshalb können die Bakterien hier ungestört wachsen, und verursachen bei der Mehrheit früher oder später eine Zahnfleischentzündung. Die Zahnärzte sprechen dann von einer Gingivitis. Da sie zwischen den Zähnen liegt, wird sie auch nicht bemerkt: Kein Zahnfleischbluten oder sonstige Hinweise.
Noch ist das kein Problem, noch ist es harmlos. Aber: Die Bakterienkolonie arbeitet sich über viele Jahre immer weiter in das Zahnfleisch hinein. Aus Furchen entstehen die sogenannten Zahnfleischtaschen.

Zahnfleischtaschen sind gefährlich

Die Gingivitis (Zahnfleischentzündung) verursacht, dass die Haftung des Zahnfleisches am Zahn nachlässt. Damit ist das “Loch“ am oberen Rand nicht mehr ganz abgedichtet und es sind Zahnfleischtaschen entstanden. Davon bemerken wir nichts, und die Taschen sind auch zunächst nicht schlimm. Für die Bakterien ist das aber ein großer Unterschied: Ihr Lebensraum vergrößert sich. In der neu entstandenen Nische können sie eine größere Kolonie bilden, und die Entzündung beschleunigt sich.
Die Speisereste, die zwangsläufig bei jeder Mahlzeit im Zahnzwischenraum hängen bleiben, versorgen die Bakterien zuverlässig mit Nahrung.

Sondierung der Zahnfleischtaschen
Mit einer Sonde werden die Tiefen der Zahnfleischtaschen gemessen

Die Zahnfleischtaschen vergrößern sich mit der Zeit. Sind sie ca. 3,5 mm tief, erreicht der untere Taschenrand den Kieferknochen. Jetzt überträgt sich bei der Mehrheit der Bevölkerung die Entzündung auf den Kieferknochen. In diesem Knochen sind die Zähne fest verankert. Er ist der wesentliche Teil des “Zahnhalteapparats“, auch Parodont genannt. Nun ist also auch der Zahnhalteapparat entzündet. Ab jetzt liegt eine Parodontitis vor – die evolutionäre Schwachstelle wurde durchbrochen, mit dramatischen Folgen.

Knochenentzündung mit Folgen

Indem die Entzündung vom Zahnfleisch auf den Kieferknochen überspringt, ist sie in den Körper eingedrungen. Die Schutzbarriere ist durchbrochen, die Schwachstelle der Evolution geknackt. Wie oben beschrieben, ist das bereits bei 52% der 35-Jährigen der Fall. Die Wenigsten sind sich dessen bewusst.

„Parodontitis ist eine Volkskrankheit, die noch immer viel zu selten oder zu spät erkannt und behandelt wird“ – Prof. Dr. Bettina Dannewitz (Präsidentin der DG Paro) 

Ein wichtiger Grund, warum die Krankheit viel zu spät erkannt wird, ist die Tatsache, dass sie so “normal“ ist. Die alte Bezeichnung Parodontose geht darauf zurück, dass man glaubte, es handle sich um eine Alterserscheinung.
Aus dem Grund ist der ParoPass® ein wichtiges Dokument, wodurch jeder sieht: Bin ich betroffen oder nicht. Das Immunsystem kämpft nun gegen die eingedrungenen Bakterien und durch diese Entzündung wird der Kieferknochen abgebaut. Im wahrsten Sinne des Wortes frisst sich die Parodontitis in uns rein.

Das Verrückte dabei: Diese Knochenentzündung verursacht keine Schmerzen, und oft auch kein Zahnfleischbluten. Versteckt zwischen den Backenzähnen dringt sie heimlich in unseren Knochen und wir bemerken nichts. Diese chronische Entzündung läuft oft über Jahrzehnte unbemerkt. Rauchen beschleunigt den Prozess, eine schlechte Ernährung wohl auch. Tatsächlich wird die Krankheit typischerweise erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt. Dann ist es aber oft zu spät, und die Parodontitis nicht mehr heilbar.

Dafür gibt es Millionen Beispiele. Bei der individuellen Risikobewertung sind sich die Experten einig: Die persönliche Veranlagung ist der Hauptfaktor. Einen Hinweis kann die Familie liefern: Haben ältere Familienangehörige Zahnausfall und tragen Zahnprothesen, dann hat man selbst ein hohes Risiko. Allerdings: Am Ende sind nachweisbar drei Viertel der Bevölkerung betroffen. Es macht also bei jedem Sinn, spätestens ab 30 Jahren mindestens einmal (besser 2-mal) im Jahr mit dem ParoPass® in die Zahnarztpraxis zu gehen.

Der Knochen kommt nicht zurück

Die Parodontitis ist also im Wesentlichen eine Knochenentzündung. Unbemerkt verschwindet ein Teil des Kieferknochens, und zwar für immer. Dieser Prozess geht über Jahre bis Jahrzehnte, ohne dass wir davon etwas ahnen.

„Wenn die Parodontitis Schmerzen verursachen würde, hätte ich viele weinende Patienten im Wartezimmer.“ – Dr. Michael Brandt Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein.

Symptome wie Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang, schlechter Atem oder gar wackelnde Zähne können zwar auftreten, müssen aber nicht. Wichtig ist zu wissen, dass es gar nicht möglich ist, die Parodontitis selbst zu erkennen – das kann nur die Zahnarztpraxis, eine Dentalhygienikerin oder eine Zahnärztin.

Erst im deutlich fortgeschrittenem Zustand wird in der Regel die Parodontitis von den Betroffenen bemerkt. Nun hat sich oftmals schon so viel Knochenmasse abgebaut, dass der Prozess nur noch schwer, und mit hohem Aufwand zu stoppen ist. Erst dann treten Schmerzen auf – erst dann wackeln die Zähne. Es wird immer schwerer die Krankheit zu stoppen, bis es gar nicht mehr möglich ist. So bleibt dem Zahnarzt nur noch das Ziehen der Zähne. Den Betroffenen wird meistens erst jetzt klar, dass sie nicht nur ihre Zähne, sondern auch eine beträchtliche Menge Knochenmasse verloren haben.


Gesunder Kiefer


Kiefer mit Parodontitis

Das ist bei Implantaten ein häufiges Problem, denn auch künstliche Zähne brauchen Halt. Das allein ist schon gravierend genug, doch es kommt noch schlimmer. Studien legen den Verdacht nahe, dass Parodontitis noch weitere ungünstige Auswirkungen auf den Körper hat: Vor allem das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wird erhöht.
In Hamburg läuft derzeit eine groß angelegte Studie (Hamburg City Health Study 2019) mit 45.000 Teilnehmern. Unter anderem werden dort die Auswirkungen der Parodontitis auf unser Gefäßsystem untersucht. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass Parodontitisbakterien im ganzen Körper, sogar im Gehirn zu finden sind, und Alzheimer verursachen können.

3,5 mm ist die Grenze

Zahnarzt Zahnfleischtasche
Bei 3,5 mm ist die Grenze erreicht und es muss gehandelt werden.

Je früher die Parodontitis erkannt wird, desto leichter lässt sie sich stoppen. Wichtig ist für jeden: Tiefer als 3 mm sollten die Zahnfleischtaschen nicht werden. Das kann nur die Zahnärztin oder Dentalhygienikerin herausfinden. Die Schwachstelle (Grenze zwischen Zahn und Zahnfleisch) bleibt auch bei Implantaten.

Wer nun denkt, mit dem Ausfall der Zähne ist auch die Erkrankung weg, irrt sich. Ein Zahnimplantat bildet genauso wie ein echter Zahn, ein “Loch“ in der Schleimhaut. Es bleibt alles beim Alten, auch hier bilden sich Zahnfleischtaschen. Nur die Bezeichnung ändert sich: Perioimplantitis statt Parodontitis. Einzig die herausnehmbare Vollprothese, also die guten alten dritten Zähne beenden den Prozess. Hier gibt es ganz einfach kein “Loch“ mehr in der Schleimhaut. Doch so weit muss es nicht kommen. Fast jeder kann die Parodontitis stoppen – dauerhaft.

Das ganze Geheimnis ist die tägliche Entfernung von Plaque. Denn, erst wenn die Bakterien eine Kolonie bilden (also Plaque), können sie die Schwachstelle in unserem Gebiss überwinden. Es ist wissenschaftlich erwiesen: Ohne Plaque keine Parodontitis, und auch keine Karies. Die tägliche Plaqueentfernung ist daher der Schlüssel für einen gesunden Mund, und am Ende einfacher als Sie denken. Sie müssen es allerdings erst lernen. Ohne eine Schulung mit mindestens einer Erfolgskontrolle (Recall) werden Sie Ihre Parodontitis nicht stoppen. Parodontitis behandeln? Am wichtigsten sind Sie selbst!

Ist Parodontitis ansteckend?

Das Helmholtz Institut spricht von der häufigsten Infektionskrankheit der Welt. Kann ich mich eigentlich anstecken? Vermutlich ja. Genau wissen wir es nicht. Etwa ein Viertel aller Menschen bekommt keine Parodontitis, auch wenn sie ihr Leben lang keine Zahnzwischenraumpflege betreiben. Warum ist unbekannt, es könnte auch genetisch bedingt sein.

Es sind ca. 50 verschiedene Bakterienarten, welche die Parodontitis auslösen. Sie gehören fast alle zur normalen Mundflora. Vielleicht könnte ein zölibatäres Leben schützen, vermutlich aber nicht. Denn bereits in der Kindheit überträgt sich die Mundflora von der Mutter durch das ganz normale Zusammenleben (Schnuller ablutschen, gemeinsamer Trinkbecher etc.) auf das Kind.

Zudem bin ich mir sicher: Vor die Wahl gestellt zwischen einem kussfreien Leben und guter Mundhygiene, wäre für die Meisten die Entscheidung klar. Also besser zur Zahnarztpraxis, und eine Schulung zur Mundhygiene machen.
Und nebenbei: Die Hauptursache für Mundgeruch ist Plaque, und das ist beim Küssen eher abträglich.

Konnten Sie etwas Neues lernen?

Mundhygiene Instruktion

Parodontosebehandlung

Die Parodontosebehandlung ist die Voraussetzung, um die Krankheit loszuwerden. Sie wird oft in mehreren Etappen durchgeführt. Dabei werden im Wesentlichen die Zahnoberflächen unterhalb des Zahnhalses geglättet und gereinigt. Die Kosten werden vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Diese Behandlung ist die Basis, um Parodontitis zu bekämpfen – mehr aber auch nicht. Damit allein kriegen Sie die Krankheit nicht weg.

Sie brauchen zusätzlich eine unterstützende Parodontaltherapie (UPT). Diese ist von der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie zusammen entwickelt worden. Leider wird sie bislang aber noch nicht von der Krankenkasse bezahlt, obwohl die hochrangigsten Zahnmediziner es fordern.

Dennoch gibt es schon viele Zahnarztpraxen, die im Rahmen einer Professionellen Zahnreinigung diese Unterstützung anbieten. Der wichtigste Teil der unterstützenden Parodontose Therapie sind Sie selbst:
Sie selbst müssen täglich etwas tun, nicht viel, dafür aber richtig. Es ist wie bei einem englischen Rasen, wenn Sie den täglich mähen, wächst auch kein Unkraut mehr“ – Prof. Dr. Christof Dörfer.

Die Prophylaxe hält Sie gesund

Zahnzwischenraumreinigung mit Interdentalbürste

Genauer gesagt: Sie brauchen eine Prophylaxe-Fachkraft oder Dentalhygienikerin, die Ihnen beibringt, wie Sie Ihre Zähne täglich pflegen. Das klingt zunächst komisch, denn Zähneputzen lernen wir ja bereits im Kindergarten. Hier geht es aber weniger um das übliche Zähneputzen, sondern vor allem um die Zahnzwischenräume. Auch wenn Sie morgens und abends vorbildlich 3 Minuten mit der neuesten Schallzahnbürste putzen, und noch eine Mundspüllösung verwenden: Sie bekommen maximal zwei Drittel des Gebisses sauber.

Der Zahnzwischenraum – Das dreckige Drittel

Vor allem die Backenzähne bieten den Bakterien ein gut geschütztes Biotop. Ein Paradies für Zahnbelag, auch Plaque genannt, was nichts anderes ist als ein Biofilm (Bakterienkolonie). Diese Biofilm verursacht zunächst eine Zahnfleischentzündung, und später dann eine Parodontose.
Vom gut geschützten Zahnzwischenraum aus startet die Parodontose ihre verhängnisvolle Invasion in den Kieferknochen.

Der Schlüssel, um die Parodontose dauerhaft zu stoppen, ist ein täglich gepflegter Zahnzwischenraum. Dieses dreckige Drittel in unserem Mund muss einmal täglich richtig gereinigt werden, ganz genauso wie die anderen zwei Drittel. Denn Plaque (der Biofilm) bildet sich sofort wieder neu und kann bereits nach 24 Stunden schädlich sein.

Es dauert gerade mal eine Minute am Tag, zusätzlich zum üblichen Zähneputzen.
Aber das müssen Sie erst einmal lernen. Der Grund ist, dass die Zahnzwischenräume recht unterschiedlich groß sind, und im hinteren Bereich schwer zu erreichen. Zudem haben Sie noch eine Zahnfleischentzündung und dies macht die Prozedur oft etwas schmerzhaft und führt zu Unsicherheit.

Sie selbst werden aktiv: Die Aktivprophylaxe
(Schulung zur Mundhygiene)

Daher brauchen Sie eine Schulung, also eine Art Workshop, in dem Sie selbst aktiv werden. Interdentalbürsten, auch Zahnzwischenraumbürsten genannt, sind das Beste, was Sie benutzen können, um das dreckige Drittel täglich sauber zu kriegen. Etwa die Hälfte aller Menschen hat allerdings so enge Zahnzwischenräume, dass sie stellenweise Zahnseide benutzen müssen.

Nur ausgebildete Fachkräfte wie Dentalhygienikerinnen oder Zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen wissen genau, welche Art Interdentalbürsten Sie brauchen, und ob Sie Zahnseide verwenden müssen. Fast jeder braucht Interdentalbürsten in mehreren verschiedenen Größen. Es ist sehr wichtig, dass die Bürste zum jeweiligen Zahnzwischenraum passt, sonst bleibt immer Plaque zurück und Sie werden die Parodontose nicht los.

Diese Interdentalzahnbürste ist zu klein und erreicht nicht alle Stellen.

Die wesentlichen Teile der Aktivprophylaxe sind:

Schritt 1: passiv

Die richtige Bürstengröße für jeden einzelnen Zahnzwischenraum wird vom Experten ermittelt. Nur dort, wo Interdentalbürsten nicht passen, wird Zahnseide verwendet. Die verschiedenen Größen werden notiert, damit der Patient weiß, wo welche Bürste zum Einsatz kommen muss.

Schritt 2: aktiv

Sie selbst müssen jeden einzelnen Zahnzwischenraum unter Aufsicht des Experten reinigen. Das ist sehr wichtig, denn das ist zuerst gar nicht so leicht. Die Interdentalbürsten sind flexibel und biegen auch mal um, die hinteren Backenzähne sind schwer zu erreichen. Zudem ist das Zahnfleisch noch entzündet und angeschwollen. Daher einfach unter Aufsicht üben. Die Profis wissen, wie es geht und helfen. Es lohnt sich.

Auch das normale Zähneputzen sollte kontrolliert werden. Fast jeder hat auch Stellen, die nicht gründlich geputzt werden. Die Aktivprophylaxe (Schulung zur Mundhygiene) sollte daher mit dem Anfärben von Plaque beginnen, um Ihnen zu zeigen, welche Stellen Sie beim üblichen Zähneputzen auslassen oder vernachlässigen. Auch das normale Zähneputzen sollte kontrolliert werden.

Als Richtwert für eine Schulung, also eine Sitzung, werden 20 Minuten angesetzt. Es variiert aber stark, je nachdem wie fortgeschritten die Parodontitis ist, und wie zugänglich Ihre Zahnzwischenräume sind. Und die persönliche Geschicklichkeit ist natürlich auch unterschiedlich.

  • Die klassische PZR ist häufig passiv
    Die klassische PZR ist häufig passiv.

Schritt 3: recall

Der Recall ist ein erneuter Besuch bei Ihrer Zahnarztpraxis, nach ca. 4 Wochen. Denn wenn Sie die Putzerei richtig machen, bildet sich die Zahnfleischentzündung zurück, und auch die Zahnfleischtaschen werden kleiner. Der Fortschritt sollte unbedingt kontrolliert werden.
Zudem schwillt das Zahnfleisch wieder ab, wenn die Entzündung verschwindet, sodass der Zahnzwischenraum wieder größer wird. Es kann also sein, dass Sie eine größere Interdentalbürste verwenden müssen.
Wenn Sie eine fortgeschrittene Parodontitis haben, brauchen Sie eventuell auch noch einen zweiten oder dritten Recall. Hier eine generelle Empfehlung für die Häufigkeit der Nachkontrolle zu geben, ist nicht möglich – das können nur die Profis vor Ort.

Die Parodontosebehandlung ist dann effektiv,

wenn die Interdentalbürste richtig angewendet wird. Zugegeben: Am Anfang ist es oft ganz schöner Fummelkram und viele neigen dann zum Aufgeben. Zudem ist das Zahnfleisch noch entzündet und die Prozedur auch schmerzhaft. Die Interdentalbürsten knicken leicht um und die hinteren Zahnzwischenräume sind schwer zu erreichen. Daher ist auch die Unterstützung der Zahnarztpraxis so wichtig. Es lohnt sich durchzuhalten. Schon nach einigen Wochen haben Sie den Bürstenbogen raus.

Zahnzwischenraum reinigen

Dann dauert es nur noch eine Minute am Tag und kann sogar vor dem Fernseher gemacht werden. Wenn Sie täglich den größten Teil der Plaque entfernen, dann entfernen Sie die Parodontose und tragen den wichtigsten Teil zur Behandlung und Heilung bei.

Wo bekomme ich die Aktivprophylaxe?

Wenn Sie Ihre Parodontitis loswerden wollen, brauchen Sie eine Zahnarztpraxis, die eine Instruktion zur Mundhygiene anbietet. Das ist leider nicht überall der Fall. Fragen Sie danach oder suchen Sie eine Praxis mit Dentalhygienikerin oder Zahnmedizinscher Prophylaxeassistentin.
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie passiv bleiben bei der Zahnreinigung, dann sind Sie falsch. Es ist wichtig, dass Sie selbst lernen jeden einzelnen Zahnzwischenraum zu reinigen. Klavierspielen lernen Sie auch nicht vom Zugucken. Sie müssen aktiv werden.

Wichtig ist auch, dass eine Kontrolle in den nächsten Wochen erfolgt, und nicht erst in einem halben Jahr. Aber wie bereits gesagt: Es ist individuell sehr unterschiedlich. Wenn Sie ganz sicher sein wollen, suchen Sie eine Zahnarztpraxis in Ihrer Nähe.

Haben Sie Glück, und können überall die Interdentalbürsten anwenden, und sind Sie zudem noch geschickt, dann brauchen Sie entsprechend weniger Schulung.
Auf jeden Fall muss die Entzündung aus dem Mund raus, das ist wichtig, dann ist auch die Parodontitis weg. Und das muss kontrolliert werden.

ParoPass

Der ParoPass® zeigt den Behandlungserfolg. Neutral und unbestechlich. Damit können Sie sicherstellen, ob Sie Ihre Parodontitis gestoppt haben oder nicht. Sie können hier direkt 3 Pässe und eine Broschüre für 4 € inkl. Versand bestellen oder Sie machen bei unserer Umfrage mit und bekommen 3 Pässe komplett kostenlos zugeschickt.

Was kostet die Aktivprophylaxe?

Bislang wird diese notwendige Schulung zur Mundhygiene nur von privaten Krankenversicherungen gezahlt. Als Kassenpatient müssen Sie die Leistung also selbst zahlen, und das geschieht normalerweise im Rahmen einer Zahnreinigung, der sogenannten Professionellen Zahnreinigung (PZR). Das macht auch Sinn, denn je nach Gebiss und Krankheitszustand sollte jeder einmal im Jahr, gegebenenfalls auch öfter, zur PZR gehen. Eine Zahnreinigung kostet zwischen 60 Euro und 150 Euro, je nach Region und Zahnarztpraxis. Sie sollte aber unbedingt ca. 20 Minuten Aktivprophylaxe zusätzlich beinhalten. Sonst bringt die Zahnreinigung kaum etwas. Also achten Sie unbedingt darauf, dass Sie Ihre Zahnzwischenräume selber unter Aufsicht reinigen.

Sie selbst heilen Ihre Parodontose, Sie selbst sind der wichtigste Teil bei der Parodontosebehandlung. Leider ist in vielen Fällen die Parodontose schon zu weit fortgeschritten. Dann kann es tatsächlich sehr schwer oder auch unmöglich werden, die Krankheit zu stoppen. Es ist ein großes Problem, dass immer noch viele Zahnärzte erst dann aktiv werden, wenn der Patient Schmerzen hat, starkes Zahnfleischbluten auftritt oder gar die Zähne wackeln. Dann ist es aber häufig zu spät.

Es ist ein tolles Gefühl, wenn schon nach wenigen Wochen die Entzündung abklingt, und Ihr ganzer Mund gesund ist. Sie werden es nicht mehr anders haben wollen. Sie können Ihre eigenen Zähne ein Leben lang behalten, und schützen auch den restlichen Körper vor den Folgen der Entzündung.

Titelbild

Zahnimplantate / Periimplantitis

Zahnimplantate sind weit verbreitet, und können ein Leben lang halten. Das tun sie aber eher nicht, was am Kieferknochen beziehungsweise der Periimplantitis liegt.

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 1,3 Millionen Implantate gesetzt, und es werden jedes Jahr mehr. Es ist also durchaus davon auszugehen, dass wir 15 Millionen Implantate in deutschen Mündern vorfinden können. Die Teleskopprothese zum Beispiel, ist ein kombinierter Zahnersatz, der aus einem fest verankerten Teil sowie einem herausnehmbaren Teil besteht. Für eine Behandlung mit Teleskopprothese im Oberkiefer lassen sich bis zu 7000 Euro veranschlagen. Im Durchschnitt zahlt man für ein komplettes Zahnimplantat zwischen 2000 Euro und 4000 Euro. Ein Jammer, dass bereits nach 10 Jahren 10% der teuren Teile wieder ausgefallen. Nach 20 Jahren ist über die Hälfte ausgefallen (geschätzt, genaue Daten gibt es nicht). Es ist aber nicht nur schade ums Geld, Implantate lassen sich nicht beliebig ersetzen.

Der Grund ist unser Kieferknochen

Denn: Der künstliche Zahn selbst ist nicht das Problem, es ist seine Verankerung und das ist unser Kieferknochen. Dort drinnen sitzt das Implantat fest und wenn es nach ca. 10 bis 15 Jahren rausgenommen werden muss, dann liegt das fast immer daran, dass der Kieferknochen sich soweit zurückgebildet hat, dass er das Implantat nicht mehr hält.

Am Ende entscheidet vor allem Ihr Kieferknochen über die Haltbarkeit des Implantats. Und da können Sie eine ganze Menge machen.

Dazu müssen wir aber erstmal etwas erklären:

Kaum einer weiß: Der Hauptgrund für ein Implantat ist, dass sich Ihr Kieferknochen bereits zurückgebildet hat. Das ist der Grund, warum Ihr natürlicher Zahn raus musste. Implantate werden daher in einen ohnehin “verschlankten” Kieferknochen gesetzt.

Parodontose Kiefer
Diese Zähne halten nicht mehr lang.

Warum das so ist, lässt sich nachlesen unter: Eine Schwachstelle der Evolution.

Jeder Mensch sollte wissen, wie es um seinen Kieferknochen bestellt ist: Lassen Sie sich das Röntgenbild in der Zahnarztpraxis zeigen und auch wie viel Kieferknochen schon weg ist. In der Fachsprache heißt das: Attachmentverlust.
Wir haben in Deutschland 15 Millionen Implantate, da die Volkskrankheit Parodontitis den Kieferknochen wegfrisst. Diese chronische Entzündung hört aber nicht einfach auf, wenn der Zahn durch ein Implantat ersetzt wird. Sie bekommt nur einen neuen Namen: Periimplantitis (was übersetzt Entzündung heißt, rund um das Implantat). Im Durchschnitt beginnt 2 bis 3 Jahre nach dem Setzen des Implantats diese Entzündung.

Das bemerken Sie nicht, doch ihr Kieferknochen baut sich weiter ab

Wie lange ihr Implantat hält, hängt also davon ab, ob Ihr Kieferknochen entzündet ist und wie stark. Und da können Sie was machen. Die Parodontitis und die Periimplantitis unterscheiden sich zwar in einigen Punkten, aber die Ursache ist gleich: Plaque also Zahnbelag, eine Bakterienkolonie. Welche Bakterien genau sich in Ihren Kieferknochen fressen, ist am Ende nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Sie diese Entzündung stoppen.

Und da gleichen sich die beiden Krankheiten (Parodontitis und Periimplantitis), denn beide sind auf die gleiche Art zu stoppen. Alleine werden Sie das nicht schaffen, Sie brauchen eine Zahnarztpraxis, die Sie unterstützt. Bei der richtigen Pflege hält ihr Zahnimplantat ein Leben lang und Sie haben keine Entzündung mehr im Mund beziehungsweise im Kieferknochen.

Lesen Sie dazu: Die richtige Zahnarztpraxis ist entscheidend.

Natürlich gibt es auch andere Gründe für ein Implantat:
Es kann auch Karies, chronische Wurzelentzündung, oder ein mechanisch zerstörter Zahn sein (zum Beispiel durch einen Unfall). Dann ist der Kieferknochen oft noch gesund und das Implantat hält sehr lange: Sie müssen aber dennoch, auf jeden Fall vorsorglich Ihr Gebiss reinigen. “Ein Zahnimplantat muss mindestens so gut gepflegt und noch engmaschiger kontrolliert werden wie die eigenen Zähne.” – Prof. Dr. med. dent. Schwarz

Es ist am Ende gar nicht so schwer, die Zähne und Implantate zu reinigen. Sie brauchen aber eine Prophylaxe Fachkraft, die das mit Ihnen einübt. Wir nennen das Aktivprophylaxe. Das ist leider nicht selbstverständlich. Viele Zahnarztpraxen bieten nur eine weitgehend passive Zahnreinigung. Die allein reicht aber nicht. Sie müssen es selbst lernen unter Anleitung und vor allem auch in mehreren Sitzungen. Wenn Sie unsicher sind, finden Sie eine Praxis mit unserer Zahnarztsuche – vielleicht auch in Ihrer Nähe?

Lesen Sie auch: Professionelle Zahnreinigung – nur sinnvoll wenn Sie selbst aktiv werden

Es lohnt sich gleich mehrfach. Sie sparen Geld, können ihre Implantate eine Leben lang behalten und nicht zuletzt: Ein entzündeter Kieferknochen, kann sich auch auf den restlichen Körper negativ auswirken.

Prof. Dr. Hendrik Terheyden – Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus in Kassel:
Ich hoffe, dass als Ergebnis der Konferenz sich ein Bewusstsein dafür bildet, dass Zweiteingriffe nach Implantatverlust einen erhöhten Schwierigkeitsgrad und schlechtere Erfolgsaussichten beinhalten als die Erstimplantation. Daher sollte zunächst einmal alles getan werden, damit ein Implantat so lange wie möglich gesund bleibt und auch im Erkrankungsfall erhalten werden kann.“ (…)

 “Man hat belastbare Zahlen über die Erfolgsraten bei der Versorgung von Zahnimplantaten. Diese liegen bei etwa 90 Prozent nach zehn Jahren. Wenn man daraus umgekehrt die Verlustraten nimmt und davon ausgeht, dass die Mehrzahl der Verluste durch Periimplantitis entsteht, käme man auf etwa 10 Prozent in einem Zehn-Jahres-Zeitraum.“

Mundgeruch Ursachen, Mundgeruch macht einsam, Mädchen auf Bank

Mundgeruch Ursachen

Die Ursachen für Mundgeruch liegen zu 90% dort, wo der Name es vermuten lässt: Im Mund. Daher muss er auch genau dort bekämpft werden, und das ist gar nicht schwer. Zusätzlich bleiben dann auch die Zähne und das Zahnfleisch gesund. Jeder sollte diese 3 Werkzeuge nutzen:

Zahnbürste, Zungenreiniger und Interdentalbürste gegen Mundgeruch
Werkzeuge für die tägliche Mundhygiene

1. Zahnbürste
2. Interdentalbürste ( Zahnseide nur dann, wenn Interdentalbürsten nicht passen)
3. Zungenreiniger

Wie entsteht Mundgeruch (medizinisch: Halitosis)?

Der Geruch entsteht durch Bakterien, genauer gesagt Bakterienkolonien. Diese Kolonien werden auch Biofilm, Plaque oder Zahnbelag genannt. Sie sind die Ursache für den Gestank, und sie wachsen nicht nur auf den Zähnen, sondern auch in der Zahnfleischfurche, den Zahnfleischtaschen und auf der Zunge.
Deshalb müssen wir diese Bakterienkolonien täglich entfernen, oder zumindest deutlich reduzieren. Das geht allerdings nur mechanisch, da der Biofilm sich gegen Angriffe chemischer Natur recht gut schützen kann. Mundspüllösungen bringen auf lange Sicht nichts, da sie die Mundgeruch Ursachen nicht angehen.

Produkte mit Chlorhexidin wirken da schon eher, wie z. B. CB 12. Es enthält 0,025% Chlorhexidin und 0,3% Zink. Doch sollte niemand Chlorhexidin längerfristig anwenden, da sich die Zähne verfärben können, und die Mundflora aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Vor allem aber wird die Ursache Plaque nicht beseitigt. Wenn dieser Biofilm (Plaque) längere Zeit nicht mechanisch, also mit Bürsten entfernt wurde, hat er sich verfestigt und wir bekommen ihn selbst schwer weg. Dann kann eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll sein, um den “Reset Knopf“ zu drücken, sodass wir danach einfacher täglich für Sauberkeit im Mund sorgen können.

Und das machen wir mit Zahnbürste, Interdentalbürsten und Zungenreiniger (Zungenschaber) – die drei Musketiere im Kampf gegen Mundgeruch.
Damit Sie mit diesen Hifsmitteln auch wirksam zurechtkommen, ist eine fachliche Beratung, am besten die Aktivpropyhlaxe (Schulung zur Mundhygiene) sinnvoll, vor allem für den Umgang mit Interdentalbürsten und Zahnseide ist das zwingend erforderlich.

Zunge, Zähne und ein bisschen Zeit

Wenn Sie noch nicht überzeugt sind, dann kaufen Sie sich eine Interdentalbürste oder Zahnseide, und riechen Sie nach Gebrauch daran. Wichtig ist allerdings, dass die Interdentalbürsten den Zahnzwischenraum auch vollständig ausfüllen.
Der Zungenreiniger ist sehr einfach anzuwenden, wenn nur nicht der Würgereiz wäre. Es reicht aber schon, wenn Sie den Wildwuchs, der auf einer ungepflegten Zunge herrscht, deutlich mindern um schlechten Atem zu vermeiden.

Morgens: 2 bis 3 Minuten Zahnbürste und 10 Sekunden Zungenreiniger

Abends: ( Nach der letzten Mahlzeit und besonders gründlich)
Jeden einzelnen Zahnzwischenraum gründlich mit Interdentalbürsten reinigen, dann mindestens 3 Minuten Zahnbürste, und danach 10 Sekunden Zungenreiniger.
(Diese Mundhygiene-Tipps gelten nicht für Menschen, die z. B. ständig Energy Drinks konsumieren oder Zuckerbonbons kauen, oder unter vermindertem Speichelfluss leiden. Diese Menschen sollten sich bei einer Prophylaxe-Fachkraft bezüglich der richtigen Zahnpflege beraten lassen)

Warum ist es so wichtig, abends gründlich zu reinigen?
Weil wir beim Schlafen kaum Speichel produzieren.

Unser Speichel und Mundgesundheit

Wir haben von Natur aus ein automatisches Reinigungssystem im Mund: Unseren Speichel. Dieser spült die Bakterien weg, oder tötet diese direkt. Tatsächlich enthält unsere Spucke mehrere Stoffe, die Keime reduzieren oder gar vernichten. Anders als bei Mundspüllösungen funktioniert das auch, vorausgesetzt wir haben wenig oder möglichst keinen Zahnbelag (Plaque). Zu guter Letzt sorgt der Speichel auch noch für einen harten Zahnschmelz, indem er unsere Zähne remineralisiert.
Zusammengefasst: Ohne gesunden Speichelfluss kein gesunder Mund.

Während des Schlafes stellt unser Körper die aufwendige Produktion von Speichel weitgehend ein. Das ist zwar praktisch, da wir nicht andauernd schlucken müssen, für die Mundgesundheit allerdings ungünstig. Daher ist die Nacht die Zeit des ungebremsten Wachstums der Bakterien. Im Schlaf feiern die Keime ungehindert eine wilde Party bei uns im Mund und das können wir morgens sogar riechen, oder genauer gesagt unsere Mitmenschen.

Das ist also der Grund, für den so typischen, schlechten Atem am Morgen. Doch dagegen kann man etwas machen. Wenn die Zähne abends vor dem zu Bett gehen gründlich gereinigt werden, sind die Bakterienkolonien zerstört. Sie haben keinen Nahrungsnachschub, und können sich dementsprechend auch nur langsam weiter vermehren. Keine wilden Partys mehr und morgens kein toter Hamster mehr im Hals. Abgesehen vom Mundgeruch ist es auch für die Zahngesundheit, also Karies und Parodontitis (Parodontose) sehr wichtig, dass wir nachts möglichst sauber sind im Mund. Aus diesem Grund ist die abendliche Zahnpflege entscheidend wichtig für unsere Mundgesundheit.

Ursachen – Der Mundgeruch ist immer noch da?

Wer jetzt immer noch unangenehm aus dem Mund riecht, sollte das unbedingt abklären lassen. In der Literatur finden wir Werte von 4% bis zu 8% der Erwachsenen, die unter verminderten Speichelfluss leiden. In einer Zahnarztpraxis, kann jeder mit einem einfachen Test die Produktion seiner Spucke testen. Eine ganze Reihe von Medikamenten stehen im Verdacht den Speichelfluss zu reduzieren.

Unter Verdacht stehende Medikamente:

Anticholinergika:
– Asthmamittel, Antazida, Antiparkinsonmittel, Antihistaminika
Blutdruckmittel:
– Adrenozeptoragonisten, Reserpin, Sonstige
Psychopharmaka im weiteren Sinne:
– Antidepressiva, Neuroleptika, Sedativa, Tranquilizer

Es gibt auch Erkrankungen, die einen verminderten Speichelfluss auslösen können:

– Sjögren-Syndrom, Diabetes, Sklerodermie, Sarkoidose, Lupus, Alzheimer,
– Dehydration Mumps, Erkrankungen der akuten und chronischen Parotitis,
– Speichelsteine, Speicheldrüsen, Mukozelen,
– partielle oder komplette Obstruktion des Ausführungsganges, Tumore,
– Psychische Erkrankungen, Depressionen, Angstzustände, Stress,
– Bestrahlungstherapie im Kopf- oder Halsbereich.

In der Regel spüren Betroffene, dass sie einen trockenen Mund haben. Es können sich also alle wieder beruhigen, die jetzt schon Panik bekommen haben. Verminderter Speichelfluss bleibt nicht unbemerkt. Und dann ist Mundgeruch sehr wahrscheinlich. Kaugummi kauen hilft als Sofortmaßnahme, da der Speichelfluss dadurch angeregt wird. Auf jeden Fall sollte eine Zahnarztpraxis aufgesucht werden, denn es besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Karies und Parodontitis. Betroffene brauchen daher eine besonders gründliche Mundhygiene, und sollten regelmäßig eine Professionelle Zahnreinigung machen. Aber auch für Menschen mit normalem Speichelfluss gilt: Kaugummi kauen (natürlich zuckerfrei) hat einen positiven Effekt auf die Mundgesundheit, ganz einfach weil die Speichelproduktion erhöht wird, wie viele Studien zeigen.

Andere Ursachen von Mundgeruch

Zu guter Letzt sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch entzündete Rachenmandeln oder Zungenmandeln Mundgeruch auslösen können. Natürlich auch übermäßiger Knoblauch- oder Alkoholgenuss, und sogar eine kohlenhydratfreie Ernährung (Atkins Diät) kann unangenehmen Atem verursachen. Was aber nur wenige wissen: Deutschlands Volkskrankheit Nr.1 ist auch oft die Ursache für Mundgeruch. Parodontitis, auch Parodontose genannt, hat jeder zweite Erwachsene. Etwa 11,5 Millionen Menschen in Deutschland haben sogar eine schwere Parodontitis, und damit häufig auch Mundgeruch. Dabei ist der unangenehme Atem das kleinste Problem bei der Parodontitis. Diese Krankheit zerfrisst unseren Kieferknochen, ohne dass wir es bemerken.

Das Problem: Diese Krankheit spüren wir nicht, und wenn wir erste Symptome haben, ist es oft zu spät. Hat sich der Kieferknochen zu weit abgebaut, wird es sehr schwer oder unmöglich die Parodontitis in den Griff zu bekommen. Früh erkannt, ist es dagegen recht einfach. Daher haben wir den ParoPass entwickelt. Der zeigt jedem, ob er betroffen ist, und wenn ja, wie schlimm. Darüber hinaus zeigt er auch den Behandlungserfolg.

3 ParoPässe und 1 Broschüre kann man hier für 4 Euro inklusive Versandkosten bestellen, alternativ können Sie auch an unsere Umfrage teilnehmen:

Zahnseide Anwendung Handhabung

Interdentalbürste oder Zahnseide?

Viele Expertinnen empfehlen: Nutzen Sie jeden Tag mindestens 1 mal Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume – Ist das wirklich sinnvoll oder sind Interdentalbürsten die bessere Wahl?

Die häufig vernachlässigte Zahnzwischenraumpflege macht tatsächlich absolut Sinn, das steht außer Frage! Viel wichtiger als die Nutzung von Zahnseide ist jedoch der Gebrauch von Zahnzwischenraumbürsten. Bislang konnte noch keine Studie den Nutzen von Zahnseide belegen. In den USA wurde entsprechend die Empfehlung zur Nutzung von Zahnseide in den offiziellen Gesundheitsrichtlinien gestrichen.

Die Interdentalzahnbürste reinigt Zwischenräume

Ist die Reinigung der Zahnzwischenräume also unnötig? Nein, ganz und gar nicht. Wir sollten Interdentalbürsten verwenden. Dass eine Bürste besser reinigt als ein Faden, ist im Grunde auch logisch. Der Sinn der ganzen Zahnpflege ist es, Zahnbelag zu entfernen. Durch die mechanische Wirkung der Interdentalbürsten ist es viel leichter, die klebrige Plaque zwischen den Zähnen zu entfernen.

Interdentalbürsten in verschiedenen Größen von Oral Prevent©
Interdentalbürsten (Zahnzwischenraumbürsten) in verschiedenen Größen Oral Prevent©

Die Wirksamkeit der Bürsten ist zweifelsfrei nachgewiesen, und wird daher auch von der Europäische Föderation für Parodontologie und der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie ausdrücklich empfohlen.

Einige Menschen haben allerdings so eng stehende Zähne, dass die Interdentalbürsten nicht in die Lücken passen. Hier ist dann doch die Zahnseide eine sinnvolle Alternative, weil es nichts anderes gibt. Mundduschen, Mundspüllösungen, Schallzahnbürsten oder gar spezielle Zahnpasta reinigen allesamt nicht den Zahnzwischenraum.

Eine Mundhygieneschulung ist unumgänglich

Mundhygiene Instruktion

Allerdings wird bei der ganzen Diskussion um Bürste und Zahnseide immer ein Aspekt vergessen: Für die Interdentalpflege braucht man anfangs eine Anleitung, eine Art Gebrauchsanweisung durch eine Fachkraft, also eine Zahnarztärztin oder Dentalhygienikerin (Achtung: keine Kassenleistung!). Dabei wird auch überprüft, ob die Reinigung, die man selbst vornimmt, ausreichend ist. Lesen Sie hier mehr über eine Mundhygieneschulung.

Wir empfehlen jedem ab 30 Jahren den ParoPass®. In diesem handlichen Dokument protokolliert die Zahnärztin, ob Parodontitis ein Problem darstellt, und wie schwer man daran erkrankt ist.

Wer jetzt nicht täglich Interdentalbürsten benutzt, wird seine Zähne früher oder später verlieren. Eine anhaltende Entzündung des Kiefers kann sogar fatale Folgen für den ganzen Körper haben.

Zahnseide oder Interdentalbürste?

Die mechanische Reinigungswirkung der Interdentalbürste ist nachgewiesen. Fraglich bleibt hingegen ob die Nutzung von Zahnseide sinnvoll ist. Wie Sie diese Werkzeuge wirklich richtig und effektiv benutzen, kann Ihnen nur eine Fachkraft zeigen.

Interdentalbürsten sind Pflicht für jeden, der von Parodontitis betroffen ist.
Und das ist jeder zweite Erwachsene!

Kieler Urgestein: "Diese Bürste sollt ihr nutzen!"
Gingivitis

Zahnfleischentzündung hat fast jeder

Eine Zahnfleischentzündung (wissenschaftlich Gingivitis) kennen wir alle. Ab und an schmerzt es beim Zähneputzen oder blutet sogar. Viele greifen zu Hausmitteln oder Mundspüllösungen und häufig verschwindet die Zahnfleischentzündung auch wieder. Wir haben alle den Eindruck, als ob eine Zahnfleischentzündung eine gelegentlich auftretende Erscheinung ist. Das ist auch durchaus richtig, wenn wir die äußeren, sichtbaren Bereiche des Zahnfleisches meinen. In Wirklichkeit bleibt die Zahnfleischentzündung bestehen. Versteckt und heimlich. Um sie zu heilen, können Sie die ganzen Hausmittel und anderen bisherigen Ratschläge vergessen. Warum?

Fast jeder Erwachsene hat entzündetes Zahnfleisch, ohne auch nur im Geringsten etwas zu bemerken. Leider ist das so normal, dass selbst die Mehrheit der Zahnärzte das als gegeben hinnimmt. Wie kann das sein? Diese „normale“ Zahnfleischentzündung befindet sich meist versteckt zwischen den Backenzähnen. Dort bemerken wir sie überhaupt nicht. Doch die Folgen sind gravierend. Bei der Mehrheit der Menschen entwickeln sich aus dieser harmlosen Entzündung die sogenannten Zahnfleischtaschen. Wer diese Taschen hat, bekommt fast immer auch eine Parodontitis (auch Parodontose genannt). Hierbei handelt es sich um eine Kieferknochenentzündung, und die ist alles andere als harmlos. (Der ParoPass zeigt, ob man Zahnfleischtaschen hat)

Einige unserer teilnehmenden Zahnarztpraxen zeigen jedem neuen Patienten diese versteckte Entzündung. Gleich zu Beginn werden Ihnen die Zahnzwischenräume durchgebürstet. Nicht irgendwie, sondern mit den passenden Interdentalbürsten. „Passend“ ist dabei entscheidend, sonst funktioniert der folgende Test nicht: Die Zahnzwischenräume werden durchgebürstet und anschließend wird der Patient aufgefordert in einen Becher zu spucken, oder bekommt alternativ mit einem Spiegel die blutenden Stellen gezeigt. Bei mindestens 90% der Patienten zeigt sich dann Blut im Speichel, ein eindeutiges Indiz für eine Zahnfleischentzündung.

Zahnfleischentzündung, Test
Der Test durchgeführt von Dr. Tore Thomsen. Bild mit freundlicher Genehmigung von Oral Prevent – Dr. Thomsen
Zahnfleischentzündung, Bluten
Die versteckte Zahnfleischentzündung wird sichtbar. Bild mit freundlicher Genehmigung von Oral Prevent – Dr. Thomsen

Warum die ganzen Hausmittel, Mundspüllösungen, aber auch Zahnseide und anderes nicht grundlegend helfen, wird klar wenn wir verstehen, was die Ursache dieser Entzündung ist.

Biofilm (Plaque) ist die Ursache der Zahnfleischentzündung:

Die Ursache der Zahnfleischentzündung ist Plaque, auch Zahnbelag genannt. Das ist ein sogenannter Biofilm, und damit eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Bei der Zahnfleischentzündung wächst dieser Biofilm in der Zahnfleischfurche.

Diese Furche entsteht ganz natürlich da, wo das Zahnfleisch am Zahn endet. Das Zahnfleisch umgibt den ganzen Zahn; sie verläuft also ringsum, um den ganzen Zahn. Jeder Mensch hat also eine Zahnfleischfurche rings um jeden Zahn und dort kann der Biofilm leider ungehindert wachsen.

Zahnfleischfurchen, Comic

Dieser Biofilm in den Zahnfleischfurchen zwischen den Backenzähnen ist resistent gegen alle Hausmittel, Mundspüllösungen, und sogar auch gegen Chlorhexidin-Behandlungen (wie CB 12 oder Chlorhexamed). Warum? Biofilm ist eine hochorganisierte Bakterienkolonie. Je länger sie unangetastet bleibt, desto resistenter wird sie. Auf ihrer Oberfläche hat sie einen Schild aufgebaut, der vor chemischen Angriffen wirksam schützt. Die einzig effektive Art den Biofilm zu bekämpfen ist mechanisch, sprich mit Borsten. Genau das machen wir beim Zähneputzen. Dabei entfernen wir den Biofilm nicht nur von den Zähnen, sondern auch automatisch aus den Zahnfleischfurchen, außer zwischen den Zähnen und anderen schwer zugänglichen Stellen. Dort verbleibt der Biofilm, und zwar dauerhaft. Das ist ein Problem, denn deshalb hat die große Mehrheit der Bevölkerung entzündetes Zahnfleisch zwischen den Zähnen. Davon bemerken wir nichts, und es ist so normal, dass auch der Zahnarzt oft nichts dazu sagt. Es scheint „natürlich“ zu sein.

Zahnfleischfurchen, Biofilm

Vom Versteck zwischen den Backenzähnen breitet sich die Zahnfleischentzündung immer wieder nach „vorn“ aus, also in den sichtbaren Bereich, wo wir auch Schmerzen und Bluten bemerken.

Das große Problem aber ist, dass sich bei der Mehrheit der Bevölkerung aus der versteckten Zahnfleischentzündung zwischen den Backenzähnen im Laufe der Zeit die Zahnfleischtaschen entwickeln (Diese Taschen bieten Bakterien noch mehr Platz, sich ungestört zu vermehren). Damit ist eine Parodontitis unausweichlich. Diese bleibt genauso vollkommen unbemerkt, obwohl es sich wie gesagt um eine Kieferknochenentzündung handelt.

Die einzige Lösung: Die Aktivprophylaxe

Anstatt nun mit Hausmitteln oder anderem Schnickschnack die Zahnfleischentzündung zu behandeln, müssen Sie die Ursache beseitigen – und zwar täglich. Das tägliche und vor allem wirksame Entfernen des Biofilms verschafft Ihnen eine dauerhafte Zahngesundheit. Das bekommen Sie aber ohne Unterstützung nicht hin. Was Sie brauchen, ist die richtige Zahnarztpraxis. Lesen Sie dazu – Eine Krankheit, die Sie am Ende selbst heilen. Alles was für eine Kieferknochenentzündung gilt, ist auch relevant für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung.

Sie werden schnell merken: Wenn Sie täglich den kompletten Biofilm entfernen, brauchen Sie keine anderen Hilfsmittel mehr. Wenn Sie möchten, können Sie Mundspüllösungen verwenden, bräuchten Sie aber gar nicht, denn die antibakteriellen Stoffe können die natürliche Mundflora stören. Das gilt vor allem für Chlorhexidin. Diesen Wirkstoff sollten Sie höchstens wenige Wochen einsetzen. Es hat sich tatsächlich gezeigt, dass einige Bakterien resistent gegen Chlorhexidin werden können. Am Ende töten Sie dann die „guten“ Bakterien, während die „bösen“ überleben und weiterhin aktiv bleiben. Falls Sie wegen des Mundgeruchs gerne Mundspüllösungen verwenden wollen, lesen Sie besser: Mundgeruch hat eine Ursache

Gesundes Zahnfleisch ist erstaunlich robust

Wenn Sie es geschafft haben die Entzündung wegzubürsten, werden Sie sich wundern, wie robust und schmerzfrei gesundes Zahnfleisch ist. Viele glauben, dass sie ihr Zahnfleisch mit Interdentalbürsten verletzen, wenn sie beim Gebrauch Zahnfleischbluten bekommen. Das ist bei gesundem Zahnfleisch aber kaum möglich. Unser Zahnfleisch ist von Natur aus für große Belastungen ausgelegt. Über Millionen Jahre hat sich der Mensch von reichlich Rohkost ernährt, die das Zahnfleisch beim Kauen entsprechend belastet. Dafür ist es gemacht. Tatsächlich ist auch die Wundheilung im Mund mehr als doppelt so schnell im Vergleich zu anderen Körperregionen. Aktuell wurde dazu eine Studie an 30 Freiwilligen in Bethesda durchgeführt. (https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/heilwunder-mund/)

Gesundes Zahnfleisch ist in der Regel gar nicht so schwer zu erhalten. Nur der dauerhaften Belastung durch den Biofilm ist es nicht gewachsen.

Unsere Zähne sind von der Natur aus für gute 30 Jahre angelegt, genauso das dazugehörige Zahnfleisch. Deshalb bilden sich bei der Mehrheit ab einem Alter von 30 Jahren Zahnfleischtaschen. Der Zahnausfall ist damit vorprogrammiert. Tatsächlich haben wir hier eine evolutionäre Schwachstelle im Mund. ( Lesen Sie dazu auch: Warum ist Parodontitis so häufig – Die Schwachstelle im Mund)

Ohne Biofilm im Mund bleibt auch der restliche Körper vor Schaden bewahrt.

Aber nicht vergessen: Ohne Unterstützung geht es nicht. Sie brauchen die richtige Zahnarztpraxis, Sie brauchen eine Aktivprophylaxe. Denn ohne Schulung bekommen Sie die Zahnzwischenräume nicht richtig sauber. Schon die richtigen Größen der Interdentalbürsten können Sie alleine nicht bestimmen. Zudem gibt es auch individuelle Unterschiede: Jedes Gebiss ist anders und wer sich zuckerreich ernährt, also ständig nascht oder Energy Drinks konsumiert, muss besonders auf gute Zahnhygiene achten. Wir alle können unsere Zähne ein Leben lang behalten, wenn wir täglich den Biofilm entfernen. Und zwar überall, auch aus den Zahnzwischenräumen. Dabei brauchen wir Unterstützung durch eine Zahnarztpraxis, in der eine Schulung zur Mundhygiene (Aktivprophylaxe) angeboten wird.

Lesen Sie auch: Professionelle Zahnreinigung: Nur wenn Sie aktiv werden, ist sie sinnvoll.

Das Dokument für Skeptiker:
Der ParoPass zeigt Ihnen, wie der aktuelle Stand in Ihrem Mund ist. Sie können sich von uns 3 ParoPässe kostenlos zuschicken lassen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen.

Mundhygiene Instruktion

Karies

Über Karies ist doch alles gesagt, denken Sie jetzt. Eine Google-Suche und Sie wissen alles über diese Seuche. Und dennoch kriegen fast alle Menschen in ihrem Leben Karies. Eine Impfung dagegen gibt es bislang nicht. Mein Name ist Dr. Volker Storcks, ich bin seit über 20 Jahren Zahnarzt und möchte Ihnen ein paar mehr Aspekte zum Thema nahebringen, auf die es aus meiner Sicht wirklich ankommt.

Mythos Nr. 1: Von Geburt an weicher Zahnschmelz

Wer zu viel Süßes isst, kriegt Karies, ist doch klar, sagen Sie zurecht. Und dennoch gibt es Menschen, die sich sehr süß ernähren und keine oder wenig Karies kriegen. Wie kann das sein? Anscheinend gibt es da noch mehr Faktoren, die die Kariesentstehung beeinflussen. Ich habe beispielsweise beobachtet, dass diese Menschen sich oft verhältnismäßig gut die Zähne putzen, ihnen das aber gar nicht bewusst ist. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine weichen Zähne, der Schmelz ist immer gleich hart, bei jedem von uns. Diese Ausrede können sie also getrost vergessen. An dieser Stelle verweise ich nur kurz auf eine große Ausnahme, die bei den Kindern stark zunimmt: “Kreidezähne” bzw. Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, wie der Fachmann sagt. Diese Erkrankung ist tatsächlich angeboren und verursacht in verschiedenen Ausprägungen einen nicht gereiften Zahnschmelz am ersten bleibenden Schneidezahn (die 1er) und am ersten bleibenden Backenzahn (die 6er). Bis heute ist ungeklärt, wie dies zustande kommt und mit viel Leid bei den Betroffenen verbunden.

Zurück zur Karies: Diese entsteht immer durch Säuren, welche Bakterien produzieren, die als Belag an unseren Zähnen kleben. Wenn diese Bakterien Zucker als Nahrung kriegen, produzieren sie richtig viel Säure, welche regelrecht den Kalk aus den Zähnen herauslöst. Das heisst also, wenn Sie den bakteriellen Belag täglich gründlich entfernen, kann keine Säure produziert werden, auch nicht, wenn Sie Süßes essen!

Nun sind die wenigsten Menschen in der Lage, wirklich den kompletten Zahnbelag täglich zu entfernen, nicht einmal den Zahnärzten gelingt das. Trotzdem kriegen Sie keine Karies. Es muss also noch mehr Parameter geben, wie z.B. den Speichel. Wenn Sie viel Speichel produzieren, werden die Säuren der Bakterien abgepuffert und die Beläge bei der Nahrungsaufnahme besser weggespült. Einige Medikamente verursachen nun einen verringerten Speichelfluss, wie zum Beispiel Antidepressiva. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko, Karies zu bekommen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist natürlich die Ernährung. Diese sollte zahnfreundlich sein, was bedeutet: Möglichst wenig niedermolekulare Kohlenhydrate, sprich Zucker. Viel Gemüse und Obst, Getreideprodukte, Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis, Brot. Möglichst wenig industriell “veredelte” Produkte, in diesen ist meist viel Zucker enthalten. Bananen und andere Früchte sind natürlich auch kariogen, trotzdem sind sie viel gesünder als Nahrungsmittel aus Industriezucker, da sie auch neben Kohlenhydraten noch Eiweiße, Fette, Spurenelemente, Salze (Mineralien), Ballaststoffe und viele Vitamine enthalten.

Mythos Nr. 2: Zahnseide schützt vor Karies im Zahnzwischenraum

Zahnseide: Non Plus Ultra?

Lange habe ich es selbst geglaubt, die tägliche Anwendung von Zahnseide schützt vor Karies. Da gibt es gewachste, ungewachste, mit Fluorid und anderen Chemikalien getränkte Produkte. So wurde und wird doch die Zahnseide seit vielen Jahren von Zahnärzten empfohlen. Heute wissen wir aus vielen wissenschaftlichen Studien: Die Zahnseide hat kaum einen messbaren Effekt. 

Und ich kann dies aus der Praxis nur bestätigen: Wer von meinen Patienten benutzt schon täglich Zahnseide? Die Wenigsten. Viele Menschen benutzen keine Zahnseide und kriegen keine Löcher in den Zahnzwischenräumen. Der wichtigere Aspekt ist erwiesenermaßen die zweimal tägliche Reinigung der Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zusammen mit einer zahngesunden Ernährung.

Das heisst aber im Umkehrschluss nicht, dass man keine Zahnseide benutzen soll. Grobe Speisereste lassen sich damit sehr gut entfernen und wer mit der Zahnseide zusätzlich sein Gebiss pflegt, sollte dies weiterhin tun. Schaden kann es nicht. Das beste Hilfsmittel, um die Zahnzwischenräume von Belag zu befreien, ist eine Bürste, die Interdentalbürste.
Gerade bei jungen Menschen sind die Zahnzwischenräume oft noch so klein, dass sie mit einer Bürste da gar nicht reinkommen, dort können Sie getrost Zahnseide weiterverwenden.  Die Interdentalbürste empfehlen wir in der Regel, um Zahnfleischentzündungen und Parodontitis zu bekämpfen. Die Interdentalbürste entfernt natürlich auch die Plaquebakterien, die Karies verursachen.

Mythos Nr. 3: Die elektrische Zahnbürste ist grundsätzlich besser

Es gibt mittlerweile mehrere Typen elektrischer Zahnbürsten

1. rotierend-oszillierend (z.B. Oral b Plak Control)

2. schallaktiv (z.B. Philips sonicare) 

Der Eine schwört auf den, der andere auf den Typ. Die Wissenschaft sagt, dass beide Typen funktionieren, die rotierend-oszillierende Technik aber immer noch als Goldstandard anzusehen ist. 

Elektrische Zahnbürste vs. Handzahnbürste: Was schneidet besser ab?

Im wissenschaftlichen Vergleich zwischen Hand- und elektrischen Zahnbürsten schneidet die elektrische in der Tat besser ab. Der Mythos stimmt also!

Viele Menschen kommen aber mit der Handzahnbürste so gut klar und zeigen auch in der Prophylaxe, dass sie damit sehr viel Belag entfernen können. Für sie lohnt sich der Umstieg meist nicht. Hinzu kommt, dass die elektrischen Zahnbürsten erheblich teurer sind als Handzahnbürsten und ökologisch schlechter dastehen.

Gerade für Menschen mit wenig manuellem Geschick, Menschen mit Behinderung, älteren Menschen mit Bewegungseinschränkungen ist die elektrische Zahnbürste aber ein wahrer Segen, der beim Verhindern von Karies helfen kann. Im Rahmen der Prophylaxe in der Zahnarztpraxis können Sie gemeinsam mit der Prophylaxefachkraft ermitteln, welche Bürste für Sie am besten ist. Probieren Sie es aus!

Mythos Nr. 4: Die Borsten müssen hart sein!

…denn nur was hart ist, macht richtig sauber! Da wird geschrubbt, was das Zeug hält. Meistens werden  gleich das Zahnfleisch und der Zahnhals mit weggefegt. Auf Nimmerwiedersehen! Wie immer im Leben ist die goldene Mitte wohl der richtige Weg: Nicht zu hart und nicht zu weich sollte sie sein, entscheidend ist, dass Sie mit der Handzahnbürste nicht zu viel Kraft einsetzen, die Borsten abgerundet und das Borstenfeld nicht riesengroß ist.  Versuchen Sie mit wenig Druck kreisende oder rüttelnde Bewegungen durchzuführen, wobei das Zahnfleisch und der Zahn gleichermaßen von den Borsten berührt werden sollte. Bei dieser Technik erreichen die Borsten auch die Eingänge zum Zahnzwischenraum. Ein klares Zeichen von zu viel Putzdruck ist, wenn das Borstenfeld ihrer Zahnbürste schon nach wenigen Tagen wie ein alter Schrubber aussieht. In einer guten Prophylaxesitzung lernen Sie, wie Sie ihre Zahnbürste optimal einsetzen.

Holzzahnbürsten – nachhaltig aber …

aus Hygienegründen sollten Sie Nylonborsten und keine Holzzahnbürsten mit Naturborsten verwenden.

Mythos Nr. 5: Es muss eine Markenzahnpasta sein!

Morgens Aronal, abends Elmex, so hat es uns die Werbung eingetrichtert – und nicht selten auch die Zahnärzte.

Teuer putzt gut. Aber ist das wirklich so?

Vergleichsweise teuren Zahnpasten sind sicherlich gut, aber nicht besser als viele günstige Zahnpasten. Auch wird mit Zahnpasten geworben, die speziell gegen Parodontitis sind-vergessen Sie das, die gibt´s nicht. 

Sie bekommen schon für unter 1 Euro eine gute Zahnpasta mit der gleichen Wirkung: Dabei verwenden alle Zahncremes Putzkörper, Bindemittel, schäumende Substanzen, Konservierungsstoffe, Feuchthaltemittel, Aromen, evtl. antibakteriell wirksame Substanzen, Farbstoffe und last not least: Fluorid! Das Fluorid ist aus zahnmedizinischer Sicht der wichtigste Bestandteil.

Denn wir wissen aus zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen aus Jahrzehnten, dass Fluorid als Salz in der Zahnpasta immer nur  lokal auf der Zahnberfläche wirkt und die oberste Schicht im Zahnschmelz härtet und so widerstandsfähiger gegen den Säureangriff der Kariesbakterien ist. Gegenden mit hoher Fluoridkonzentration im Trinkwasser wiesen in der Bevölkerung eine viel niedrigere Kariesrate auf. Dabei wirkt das Fluorid im Trinkwasser auch nur während es sich in der Mundhöhle befindet und den Zahn umspült, nicht von innen. Dagegen sind alle weiteren Substanzen wie etwaige Kräuterzusätze oder antibakteriell wirksame Substanzen, bedeutungslos. Mehr noch: Diese Zusätze unterliegen Modeerscheinungen und werden häufig nach einigen Jahren kritisch gesehen, wie Zinkzusätze oder Triclosan, und dann wieder vom Markt genommen.

Dabei wird die empfohlene Konzentration von Fluorid regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Es gibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedene Fluoridempfehlungen, entsprechend unterscheiden sich die Zahnpasten. 

Das Fluorid wirkt also nur durch äußere Anwendung auf den Zahnschmelz. Damit sind aus zahnärztlicher Sicht die Fluoridtabletten für Kinder schon seit 2004 passe. Man dachte Fluorid würde auch von innen bei der Schmelzbildung den Zahnschmelz hart machen. Das passiert leider nicht. Vielmehr ist es so, dass wir der Tablettenfluoridierung „zu verdanken“ haben, dass es Zahnschmelzfluorosen gibt: Damit sind weiße, gelbe bis bräunliche Flecken auf den Zähnen gemeint, welche nicht erwünscht sind. Durch die lokale Anwendung von Zahnpasta kann es keine Schmelzfluorose geben.

In Gebieten, in denen das Trinkwasser eine hohe Fluoridkonzentration aufweist, gibt es noch Fluorosen.

Mythos Nr. 6: Das giftige Fluor!

Schadet Fluor den Zähnen?

Sie finden haufenweise „Fluorkritiker“ im Internet. Dabei behaupten einige, dass Fluor ja hochgiftig sei. Das stimmt – Fluor als Molekül ist hochgiftig, es liegt aber als solches in der Zahnpasta nicht vor, sondern immer als geladenes Teilchen, als Salz. In Form von Fluorid, meistens ist es Natrium- oder Aminfluorid.

Niemand käme beispielsweise auf die Idee, Kochsalz zu verteufeln, nur weil da „Chlor“ drin ist. Das „Chlor“ im Kochsalz liegt nicht als freies Molekül sondern als Chlorid-Teilchen vor und hat nichts mit der Wirkung des gefährlichen Chlorgases gemein.

Sie müssten schon eine ganze Tube Zahnpasta verspeisen, um Krankheitssymptome zu bekommen. Allerdings sehen viele Zahnärzte kritisch, dass Kinderzahnpasta zum Teil süß ist und nach Erdbeere schmeckt. Wir meinen, wir müssen Kindern nicht den Anreiz geben, die Zahnpasta zu essen.

Trinkwasserfluoridierung zur Karieseindämmung ist in unserem Land verboten, in vielen Ländern aber noch gängige Praxis. Fluorid ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Bei uns erfolgt die Versorgung mit Fluorid hauptsächlich durch fluoridiertes Speisesalz, welches Sie in der Regel im Supermarkt erwerben. 1 mg Fluorid (ein tausendstel Gramm) als Gesamtaufnahme pro Erwachsenen pro Tag ist die empfohlene Dosis. Diese sollte in der Summe aus Zahnpasta, Kochsalz, Leitungswasser und aus Nahrung nicht überschritten werden.

Also ist es in Ihrer Verantwortung, ob Sie auf die Wirkung von Fluorid vertrauen: Wir Zahnärzte empfehlen, mit fluoridiertem Speisesalz zu kochen.

Sie erhalten aber auch mittlerweile fluoridfreie Zahncremes von diversen Anbietern (Bsp. Weleda).  Wenn Sie wenig süß essen und sich perfekt die Zähne putzen (das geht auch ohne Zahncreme), kann es Ihnen gelingen, kariesfrei zu bleiben. Es ist aber wahrscheinlicher, dass Sie den Zahnbelag nicht komplett wegkriegen und doch auch Süßes zu sich nehmen und infolgedessen Karies bekommen. Für Ihr Kind müssen Sie die Verantwortung übernehmen: Ich habe in meinen 20 Jahren als Zahnarzt viele Eltern erlebt, die ihren Kindern gegen meinen Rat nur fluoridfreie Zahncremes gaben und auf diesem Weg viele Löcher in den Gebissen ihrer Kinder verantworten mussten. Dabei hatten sie es doch so gut gemeint. Auf die Frage der Kinder später an ihre Eltern, warum sie ihnen nicht die schützende Zahncreme gaben, bin ich gespannt. Für diese Eltern stellt sich dann jetzt zusätzlich die Frage: Für welchen Reparaturwerkstoff entscheide ich mich? Gold, Keramik, Kunststoff, Amalgam oder Zement? Der beste Werkstoff bleibt immer noch der eigene Zahn. Von den biologischen Auswirkungen ganz zu schweigen, denn kein Reparaturwerkstoff kann als gesund bezeichnet werden. Es ist immer ein mehr oder weniger schlechter Ersatz. Und diese Reparaturwerkstoffe bieten wieder eine große Angriffsfläche für Kritiker jeder coleur und besorgte Eltern.

Nun gibt es neue Zahncremes (Biorepair, Karex), die Wunder versprechen. Zahncremes, die künstlichen Zahnschmelz enthalten und biomimetisch wirken wollen: Damit meint der Hersteller, dass der in der Pasta enthaltene “künstliche Zahnschmelz” mit seinen Hydroxylapatit-Kristallen vorhandene Löcher im Zahnschmelz wieder verschließt. 

Diese Zahncremes enthalten kein Fluorid, weil es den Wirkstoff deaktivieren würde.

Welchen Effekt diese Mikro-Partikel auf den Organismus haben ist noch völlig unklar. Zudem sind diese neuen Zahncremes sehr teuer und der Hersteller empfiehlt gleich, auch noch die entsprechende Zahnmilch mit dem gleichen Inhaltsstoff zu konsumieren! Allein dieses Produkt als „Milch“ zu bezeichnen, empfinde ich verwerflich. Milch ist im allgemeinen ein trinkbares Nahrungsmittel und nicht zum Spülen gedacht. Dabei fällt mir ein Patient ein, den ich seit 20 Jahren betreue: Er hatte nie Karies. Beim letzten Besuch und der Inspektion seiner Zähne mit meiner fünffach vergrößernden Lupenbrille wurde ich stutzig- ich sah Demineralisationserscheinungen in Form von beginnender Karies zwischen seinen Zähnen. Ich fragte ihn, ob er plötzlich sehr süß ist, nur noch Cola trinkt, oder er Medikamente nimmt oder sein Leben irgendwie umstrukturiert hat? Das verneinte er alles. Er sagte nur, dass er seit ca zwei Jahren diese neue fluoridfreie biomimetische Zahnpasta benutze. Ich fiel aus allen Wolken. Das ist zwar keine wissenschaftliche Arbeit aber für mich ein case-Report, eine Einzelfallstudie die aus einer Beobachtung resultiert.

In der Tat fehlen uns darüber die Daten. Ich fühlte mich jedoch bestätigt, dass das Absetzen der fluoridhaltigen Zahnpasta die Entstehung der Karies hier gefördert haben muss. Die beginnenden Kariesstellen, die röntgenologisch schon sichtbar waren, haben wir mit einem Vesiegelungskunstoff (Icon) therapiert. Seitdem benutzt der Patient wieder fluoridierte Zahnpasta und die Kariesprogression ist gestoppt.

Sich die Zähne mit fluoridierter Zahncreme zu putzen ist also der Tribut an unsere moderne Gesellschaft: Wir essen alle viel zu süß und wollen mit unseren eigenen Zähnen älter als 80 Jahre werden. Steinzeitmenschen hatten keine fluoridierte Zahncreme, aßen aber nicht so süß und wurden nichts so alt. Aber selbst bei Ötzi wurde Karies festgestellt und er muss auch an Zahnschmerzen gelitten haben. Ich kann Ihnen nur empfehlen, auf die wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen der Fachgesellschaften zu vertrauen.

Mythos Nr. 7: „Das Loch war plötzlich da!“

Mit dieser Aussage kommen täglich Patienten in unsere Praxis. Meistens bemerken sie das Loch, weil Speisereste jetzt zwischen den Zähnen hängen bleiben und sich eine Zahnfleischentzündung bildet. Dabei hat sich die Karies langsam unter der Schmelzoberfläche gebildet, durch einen kleinen Stichkanal unterhalb des Kontaktpunktes zum Nachbarzahn. Irgendwann war die Zahnkrone soweit unterhöhlt, dass der  Zahnschmelz darüber zusammengekracht ist. Erst jetzt bemerkt der Mensch etwas, dabei nahm das Unheil schon viel früher seinen Lauf. Karies ist immer ein dynamischer Vorgang, das Loch entwickelt sich über Monate bis Jahre. Solange die “Läsion nicht kavitiert ist”, sagen wir Zahnärzte, können wir das ganze zum Stoppen bringen. Nur was heisst das genau? Das bedeutet, solange noch eine Schmelzstruktur da ist, wenn auch geschwächt durch Mineralienentzug, kann diese Struktur wieder aufgefüllt werden durch Mineralien aus Speichel und Zahnpasta. Die Oberfläche muss noch sichtbar intakt sein, wenn auch durch Mikroporositäten durchzogen. Wenn diese beginnende Karies frühzeitig entdeckt wird, dies ist möglich durch Röntgenaufnahmen (Bissflügelaufnahmen), durch hoch vergrößernde Lupenbrillen, durch Anwendung von Kaltlicht oder Spezial-Licht (Laserfluoreszenztechnologie KaVo Diagnodent), kann das Fortschreiten der Karies gestoppt werden. Wir sagen, die Karies wird arretiert und beobachten, ob es zum Fortschreiten der Karies kommt. Dies nennen wir Kariesmonitoring.

Um ganz sicher zu sein, dass das poröse Zahngewebe nicht doch zusammenbricht, gibt es seit ca. zehn Jahren eine in Kiel und Berlin entwickelte Methode, diese fragile Struktur zu stabilisieren: Mit der Icon-Methode wird ein flüssiges Harz in diese Struktur gebracht. Der angegriffene Zahnschmelz saugt dieses Harz (den Icon Infiltranten) auf wie ein Schwamm, welcher dann unter Blaulicht zum Aushärten gebracht wird. Diese Methode ist leider auch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und kostet ca € 150,00 pro Zahn.

Früher stocherte der Zahnarzt mit seiner Sonde im Zahnschmelz herum, um Karies aufzuspüren. Diese Vorgehensweise ist heute verpönt. Denn durch das Stochern mit der Sonde wird initiale (beginnende) Karies aufgebrochen und so zu einer behandlungsbedürftigen Kavität (Loch).

Allerdings ist es wesentlich komplizierter, die Karies zu stoppen, “als eben eine Füllung zu machen”. Der Zahnarzt ist dabei auf die enge Mitarbeit des Patienten angewiesen. Der Patient muss eine Verhaltensänderung durchführen: Häufiger und gründlicher Zähneputzen, weniger süß essen und trinken, Zahnzwischenräume reinigen, zur Prophylaxe und zur Zahnreinigung gehen. Leider ist diese enge Mitarbeit, die ich gerade beschreibe, sehr zeitintensiv und wird bislang von den Krankenkassen für Erwachsene kaum bezahlt. Bei Kindern und Jugendlichen schon. Das hat dazu geführt, dass Kinder im bleibenden Gebiss kaum noch Karies haben, wie aus der 5. Deutschen Mundgesundheitsstudie hervorgeht. Der erwachsene Patient erfährt in der Individualprophylaxe im Rahmen der Professionellen Zahnreinigung, wie er seine Zähne gegen Karies schützt. Wir nennen diesen wichtigsten Teil Aktivprophylaxe, weil Sie selber tätig werden müssen.

Mythos Nr. 8: Jeder Schwangerschaft kostet einen Zahn

Das ist natürlich ganz großer Nonsens, an dem aber immer noch einige Mütter festhalten: Ist halt das Kind schuld, dass der Zahn raus musste und nicht ich. Das Kind habe just aus diesem Zahn zu viel Calcium gezogen. Ich frage dann immer, wieso sich das Kind gerade diesen Zahn ausgesucht habe?
Dass in der Schwangerschaft vielleicht sehr viel genascht und wenig geputzt wurde, wird selbstverständlich nicht zugegeben. Vielleicht war es auch reiner Zufall und der Zahn schon vor der Schwangerschaft geschädigt?
Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Baby im Bauch der Mutter sein Calcium für den Knochenaufbau nicht aus den Zähnen der Mutter zieht.
Mit dem allgemeinen Rückgang der Karies in Deutschland beobachten wir zudem, dass Schwangere heute nicht mehr Zähne durch Karies verlieren als Nichtschwangere!
Allerdings sind Schwangere sehr viel anfälliger für Zahnfleischentzündung als Nichtschwangere. Auf die “Schwangerschaftsgingivitis” macht meistens schon der Frauenarzt aufmerksam und empfiehlt den Schwangeren, rechtzeitig zum Zahnarzt zu gehen. Eine gute Zahnpflege ist daher in der Schwangerschaft besonders wichtig.

Mythos Nr. 9: Wenn der Zahn erst mal eine Krone hat, kann er keine Karies mehr kriegen!

Einmal Krone und fertig. Kann das gut gehen?

Diese Ansicht ist immer noch weit verbreitet und kaum aus der Welt zu schaffen: Und ich selbst habe Anfang der 90iger Jahre noch von meinem Prothetikprofessor in Kiel gelernt, dass der Kronenrand unterhalb des Zahnfleisches, in der sogenannten kariesprotektiven Zone, liegen soll!

Dies ist heutzutage wissenschaftlich nicht mehr haltbar, so wogen sich doch viele Patienten mit Kronen in Sicherheit. Ein überkronter Zahn kriegt natürlich auch Karies, und zwar am Kronenrand. Auch unterhalb des Zahnfleisches. Wenn dort nicht geputzt wird und die Kariesbakterien Zucker kriegen. Eine Krone gibt dem Zahn ein stabiles Korsett, er kann zumindest nicht so schnell durch Karies zusammenbrechen, war wohl der Gedanke. Teilweise wurden Kronen als die besseren Zähne angesehen und weil doch die Krankenkasse früher alles bezahlt hat, wurden gerne alle Zähne überkront- auch die, die es eigentlich nicht nötig hatten. Selbst Unterkieferschneidezähne, die eigentlich nie eine Krone brauchen. Aus heutiger Sicht unglaublich. Wir Zahnmediziner werden heute so ausgebildet, möglichst viel Zahnsubstanz zu schonen. „Wegen der Optik“ sagten Zahnärzte und Patienten, wurden die Zähne früher sogar für Kronen abgeschliffen. Abschleifen klingt dabei so künstlerisch, dabei wird der Zahn bei dieser Aktion massakriert. Der gesamte Schmelzanteil wird abgetragen und die Leute bekamen regelmäßig einen Schreck, wenn sie das sahen. Jeder Zahn ist ein Organ und sollte nicht leichtfertig beschädigt werden. Das Abschleifen führt nicht selten dazu, dass der Zahnnerv darunter traumatisiert ist und im Laufe der Jahre unter der Krone abstirbt. Zähne müssen heutzutage auch noch überkront werden, aber erst wenn ein Großteil des Zahnschmelzes verlorengegangen ist, ist eine Überkronung angezeigt.

Gerne wurden früher diese künstlichen Zahnkronen dann untereinander verbunden – wir sagen verblockt. Eine Reinigung wurde dadurch noch schwieriger. Dann fiel es noch viel später auf, wenn der Zahn darunter weggegammelt war. Wenn der Zahn dann weh tat, wurde die Krone durchbohrt und eine Wurzelbehandlung gemacht. Dann tat der Zahn auch nicht mehr weh. Das Zahnfleisch und die Zahnwurzel drumherum sind dann meist in einem katastrophalen Zustand. 

Und immer wieder sagen Patienten zu mir: „Herr Doktor, ich spare jetzt ein bisschen und dann machen wir da in zwei, drei Jahren neue Kronen drauf und alles ist gut!“ Den Menschen ist nicht bewusst, dass sie im Spiegel nicht “Ihre Zähne” sehen, sondern sie sind geblendet von mit Keramik verblendeten künstlichen Kronen. Und zugegebenermaßen: Uns Zahnärzten und Zahntechnikern gelingt es immer besser, die Natur zu imitieren. 

Wenn das nicht mehr funktioniert, zünden wir Zahnärzte die Stufe 2 der Verblendung: Jetzt gehts los mit Implantaten und Brücken…und Prothesen! Warum das alles so ist, beschreibe ich in Mythos 10, dem Finale!

Mythos Nr. 10: Jeder Zahnarzt fährt einen Porsche!

Diese Zeiten sind lange vorbei. Die Vergütung für zahnärztliche Leistungen – gerade im privatzahnärztlichen Bereich – ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Zahnarztpraxen sind mittlerweile moderne Dienstleistungszentren. Vorbei sind die Zeiten des unantastbaren Weißkittels, der die Behandlung alleine bestimmt. Der Patient wird mehr und mehr in die Therapie einbezogen und wir Zahnärzte bereiten der Bevölkerung den Weg in eine auf Vorbeugung orientierte Zahnheilkunde. So gut wie jede Zahnarztpraxis verfügt über eine Prophylaxeabteilung, in der zahnmedizinische Fachkräfte Zähne reinigen und Patienten zu noch mehr Zahnpflege motivieren. Dies ist größtenteils noch keine Kassenleistung und die Kassen und der Gesetzgeber tun sich mit Änderungen schwer, obwohl von unserer Bundeszahnärztekammer neue präventive Konzepte vorgelegt wurden. 

Dass in Deutschland mehr repariert als vorgebeugt wird, liegt aber auch an unserem Honorarsystem, welches hauptsächlich auf eine invasive Therapie ausgerichtet ist. Das muss sich ändern.

Comic-Zahn, Zahnfleischtaschen, Messung

Parodontitis Behandlung

1. Sie glauben, Ihre Zahnärztin kann Ihre Parodontitis / Parodontose heilen?
Falsch. Kann sie nicht. Die Zahnarztpraxis schafft lediglich die Voraussetzungen für Ihre Heilung. Die Parodontitis Behandlung ist nur die Grundlage damit Sie gesund werden. Wirklich heilen tun Sie die Krankheit am Ende selbst. Dazu brauchen Sie die Unterstützung der Zahnarztpraxis – Die Unterstützende Parodontaltherapie (UTP).

2. Sie glauben, Sie reinigen Ihre Zähne ohne Anleitung effektiv und gründlich?
Falsch. Sie brauchen die Schulung eines Mundhygiene-Profis. Wir nennen das „Aktivprophylaxe“, weil Sie selbst aktiv werden müssen. Diese Schulung kann eine Zahnärztin durchführen, wird aber eher von Dentalhygienikerin oder Zahnmedizinischen Prophylaxe Assistentinnen (ZMP) gemacht. Vor allem die Zahnzwischenräume sind das Problem. Sie heilen Ihre Parodontitis nur, wenn Sie wissen, wie Ihre Zähne richtig gereinigt werden.

3. Sie glauben, nach einer erfolgreichen Parodontitis Behandlung ist die Krankheit verschwunden?
Falsch. Die tägliche Zahnpflege ist eine lebenslange Aufgabe. Es sind nur wenige Minuten am Tag, die sich aber wirklich lohnen. Klingt kompliziert? Ist es nicht! Alles was Sie brauchen ist eine zahnerhaltend orientierte Zahnarztpraxis, die Ihnen das beibringt.

Interdentalzahnbürsten in diversen Größen
Interdentalzahnbürsten in diversen Größen / Bild: Oral Prevent©

Sie müssen lernen Ihre Zahnzwischenräume zu reinigen
– wir nennen das Aktivprophylaxe

Der wichtigste Teil der Parodontitis Behandlung sind Sie selbst. Dazu brauchen Sie unbedingt eine Schulung zur Mundhygiene (Aktivprophylaxe). Diese wird leider nicht überall angeboten. Fordern Sie das ein, oder gucken Sie bei unseren teilnehmenden Praxen. Ohne Schulung ist die Wahrscheinlichkeit die Parodontitis loszuwerden sehr gering. Das übliche Zähneputzen werden Sie vermutlich schon recht ordentlich bewerkstelligen. Das Problem sind die Zahnzwischenräume. Die müssen Sie mit der Interdentalbürste (Zahnzwischenraumbürste) reinigen. Doch das ist ohne Anleitung nicht möglich, da jeder Zahnzwischenraum anders ist.

Comic-Zahn, Interdentalbürste

Die Bürsten sind erwiesenermaßen mit Abstand das beste Instrument (Leitlinien der EFP). Diese kleinen Bürsten sind die entscheidende Waffe gegen Parodontitis. Leider hat fast die Hälfte der Menschen so enge Zahnzwischenräume, dass Interdentalbürsten nicht passen. Dort muss dann Zahnseide verwendet werden. Aber auch damit können Sie wirksam reinigen, wenn Ihnen eine Fachkraft das beibringt.

Hier die 4 wichtigsten Gründe, warum Sie unbedingt eine Schulung zum Zähneputzen brauchen.

Warum eine Schulung?

1. Jedes Gebiss ist anders

Nur eine Fachkraft kann beurteilen, an welchen Stellen Sie Interdentalbürsten anwenden können und an welchen Sie Zahnseide verwenden müssen. Es ist grundlegend wichtig die richtigen Größen der Interdentalbürsten zu ermitteln. Fast immer werden mehrere Bürsten in unterschiedlichen Größen gebraucht. Wenn die Bürsten zu klein sind, bleibt Plaque zurück.

Parodontose kann entstehen. Interdentalbürste erreicht Stelle nicht da sie zu klein ist
Zu kleine Bürsten erreichen manchmal nicht jede Stelle.
Zu große Bürsten können den Zahnhals oder das Zahnfleisch schädigen.

2.   Es ist eine ganz schöne Fummelei

Die Anwendung der Interdentalbürsten und auch der Zahnseide ist am Anfang nicht leicht. Selbst geschickte Menschen brauchen Übung. So sind z. B. die hinteren Zahnzwischenräume zunächst schwer zu erreichen. Ein typischer Anfängerfehler: Der Mund wird zu weit aufgemacht. Zudem haben sie zunächst noch eine Zahnfleischentzündung. Daher ist das Zahnfleisch angeschwollen und die Entzündung schmerzt. Das macht die Prozedur am Anfang nicht leichter. Dann ist es unter Umständen ratsam, ein Chlorhexidin Gel auf die Interdentalbürste aufzutragen. Fragen Sie danach.

3.   Eine Überprüfung ist zwingend erforderlich

Sie müssen nach einigen Wochen die Reinigungsleistung überprüfen. Es geht dabei weniger um eine Bewertung Ihrer Putzleistung. Es ist ganz einfach so, dass sich erst in der Praxis zeigt, ob die empfohlenen Maßnahmen ausreichen. Die Entzündung muss raus, damit das Zahnfleisch wieder abschwillt. Damit ist oftmals verbunden, dass die Interdentalbürsten eine Nummer größer werden müssen.

Comic-Kiefer, Interdentalbürsten
Interdentalbürsten müssen in verschiedenen Größen getestet werden.

4.  Die normale Zahnbürste bleibt auch wichtig

Die Zahnfleischfurchen oder –taschen müssen rund um den Zahn sauber werden. Auch das Putzen mit der Zahnbürste sollte geübt werden. Sie selbst müssen aktiv werden und dazu brauchen Sie fachliche Unterstützung.

Die Aktivprophylaxe – Jeder sollte sie bekommen

Die Volkskrankheit Parodontitis betrifft jeden zweiten Erwachsenen mit gravierenden Folgen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Schulung zum Zähneputzen (Aktivprophylaxe) Standard wird, weil das der wichtigste Schritt ist, die Krankheit einzudämmen. Sie dauert schon je nach Gebiss und Fingerfertigkeit mindestens 15 bis 20 Minuten. Unter Umständen auch erheblich länger. Entscheidend ist: Sie selbst reinigen unter Aufsicht Ihre Zahnzwischenräume. Sie selbst werden aktiv. Nur so können Sie es lernen. Die Aktivprophylaxe wird, wenn überhaupt, nicht allein angeboten, sondern im Rahmen einer Professionellen Zahnreinigung. Diese ist ohnehin sinnvoll um ältere Beläge zu entfernen und die Zahnfleischtaschen zu reinigen.

Es ist äußerst wichtig, dass der Reinigungserfolg innerhalb der nächsten 3 bis 5 Wochen kontrolliert wird, beim sogenannten “Recall“. Dieser gehört immer zu einer Aktivprophylaxe dazu. Je nach Schwere der Krankheit, Gebissanatomie und Ihrer Geschicklichkeit braucht es auch mehrere Recalls.

Die effektive Parodontitis-Behandlung

Entscheidend ist am Ende eine gute Zahnarztpraxis! Damit Sie eine fachlich fundierte Schulung bekommen, fragen Sie nach Dentalhygienikerinnen, oder zahnmedizinischen Prophylaxehelferinnen oder schauen in unserer Zahnarztsuche. So sichern Sie sich eine effektive Parodontitis Behandlung.

Nur die Fachleute vor Ort wissen genau, wie viele Schulungen und Zahnreinigungen Sie benötigen um wieder gesund zu werden. Denn jeder Mensch ist anders und muss individuell betreut werden. Es lohnt sich: Wenn Sie den Bürstenbogen raus haben, dann brauchen Sie nicht mal eine Minute am Tag für die Zahnzwischenräume und können so dafür sorgen, dass eine Parodontitis Behandlung in Zukunft für Sie nicht mehr notwendig ist.

So können Sie Ihre Zähne ein Leben lang behalten, und auch den restlichen Körper vor Schaden bewahren.

Unser ParoPass kann Ihnen helfen, denn er zeigt an ob es besser wird oder nicht.